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Hautkrankheiten bei Kindern erkennen
Juckender Hautausschlag, nässende Bläschen oder Wunden mit Krusten? Wenn das Kind an einer Hautkrankheit leidet, machen sich Eltern oft große Sorgen. 45 Bilder verraten, um welche Hautkrankheit es sich handeln könnte, welche Symptome typisch sind, ob sie ansteckend ist und welche Therapie möglicherweise helfen kann.
Die in dieser Bildergalerie zur Verfügung gestellten Informationen dienen lediglich als erste Orientierung und ersetzen in keinem Fall einen Arztbesuch, wenn Beschwerden bestehen. Entdecken Sie Hautveränderungen bei Ihrem Kind, sollten Sie in jedem Fall den Rat eines Mediziners einholen, der dann einen Blick auf die Haut wirft. Erster Ansprechpartner ist der Kinderarzt oder Dermatologe.
Blase nach Insektenstich
Das Bild zeigt eine in der Oberhaut liegende, prall gefüllte Blase (Bulla intraepidermal – Culicosis), die sich infolge eines Mückenstichs gebildet hat. Die Größe kann variieren von erbsengroß bis größer. Eine gelbe Färbung und runde bis ovale Form sind typisch für solche Blasen.
Bild von Hautkrankheit Bullöses Pemphigoid
Ein bullöses Pemphigoid (Bullae subepidermal) tritt bei einer Bildung von Autoantikörpern bei Erwachsenen, seltener auch im Säuglingsalter sowie im frühen Schulalter auf. Seltenere mögliche Auslöser sind Medikamente, Licht, Bestrahlung oder Impfungen. Häufig an Kniekehlen und Armbeugen oder im Gesicht auf normaler oder geröteter Haut. Die betroffenen Stellen jucken und heilen in der Regel narbenlos ab. Bei Kleinkindern sollte sexueller Missbrauch in die Differentialdiagnose einbezogen werden, sofern die Bläschen im Genitalbereich auftreten. Ebenfalls differentialdiagnostisch zu berücksichtigen: Äußerst selten bildet sich bei Kindern an Schleimhäuten ein vernarbendes Pemphigoid, bei dem es zur Erblindung kommen kann.
Blasen und Narben infolge einer bakteriellen Infektion
Bei der Impetigo contagiosa handelt es sich um eine bakterielle Infektion, die von Staphylokokken oder Streptokokken ausgelöst wird. Die Ansteckung erfolgt über eine Schmierinfektion, also durch körperlichen Kontakt mit erkrankten Personen. Die Hautkrankheit tritt bei Kindern häufig auf, Kleinkinder mit atopischem Ekzem (Neurodermitis) sind besonders häufig betroffen. Das Gesicht, die Mundwinkel, die Kopfhaut und die Hände sind bevorzugt befallen. Es entstehen kleine bis erbsengroße, leicht zerstörbare, unter der Hornhaut gelegene Bläschen auf geröteter Haut mit klarem, gelb-weißem oder gelbem, eitrigem Sekret gefüllt.
Bild von eitrigen Krusten (ebenfalls bei Impetigo contagiosa)
Auch eine Krustenbildung mit Eiter ist typisch bei einer Impetigo contagiosa. Die Entzündungsherde können sich rasch vergrößern. Eine großflächige Impetigo contagiosa kann für Neugeborene aufgrund der noch unzureichenden Hautbarriere bedrohlich sein. Häufig ist das Allgemeinbefinden beeinträchtigt und es kommt zu Lymphknotenschwellungen; bei schweren Formen kann Fieber auftreten.
Bild von Vernarbung durch Lichtallergie
Das Bild zeigt atrophes Narbengewebe, das heißt, dass die Narben unterhalb des normalen Hautniveaus liegen, was eine leichte Einsenkung der Haut mit sich bringt. Auslöser für die Vernarbung ist eine seltene Form der Lichtallergie (Hydroa vacciniformia) ohne bekannte Ursache. Nach Lichtexposition bilden sich zunächst blutende Blasen, die dann verkrusten und schließlich vernarben. Am häufigsten sind Jungen vor dem zehnten Lebensjahr betroffen. Befallen sind häufig das Gesicht, der Handrücken sowie die Ober- und Unterarme. Das Allgemeinbefinden ist beeinträchtigt und auch Fieber ist ein mögliches Begleitsymptom.
Bild von nässender Kruste bei Neurodermitis
Bei einem atopischen Ekzem, besser bekannt als Neurodermitis, kommt es häufig zu nässenden Wunden, die verkrusten. Kinder sind besonders häufig betroffen. Die Krankheit tritt bei 60 Prozent der Betroffenen innerhalb des ersten Lebensjahres auf, bei weiteren 30 Prozent bis zum vierten Lebensjahr. Bevorzugt betroffen sind unter anderem der Kopf, das Gesicht, hier insbesondere die Wangen, sowie die Arm- und Kniebeugen.
Grieskörner unter der Haut
Grieskörner (Milien), auch bekannt als Hautgries, im Schläfenbereich. Bei Milien handelt es sich um Zysten in Form von sehr kleinen, weißen, abgekapselten Perlen aus Horngewebe, die unter der Haut liegen. Je nach Ursache gibt es verschiedene Arten von Grieskörnern. In der Regel handelt es sich bei diesen um ein rein kosmetisches Problem.
Hautveränderung durch vererbte Hautkrankheit
Rote, scharf umrandete Hautveränderung infolge der Erbkrankheit Schmetterlingshaut (Epidermolysis bullosa). Bei dieser Erkrankung sind einzelne Hautschichten nicht wie bei gesunder Haut richtig miteinander verbunden. Es können sich Blasen ausbilden oder oberflächliche Wunden (wie hier im Bild) entstehen. Erprobt werden derzeit neue Therapiemethoden mittels Stammzellen, die schweren Hautveränderungen beim Abheilen verhelfen sollen.
Oberflächliche Hautveränderung namens Staphylococcal Scalded Skin Syndrom (SSSS)
Bei dieser Erkrankung kommt es zu Hautrötungen (Erythem). An betroffenen Stellen bilden sich flache Blasen aus, die aufplatzen. Die Haut schält sich ab und es bleiben wunde Stellen zurück, die Verbrühungen ähneln (wie auf dem Bild zu sehen). Begleitet werden die Hautveränderungen von Fieber, Schüttelfrost und allgemeinem körperlichem Unwohlsein. Betroffen sind vor allem Kinder und Neugeborene. Da die Erkrankung durch Staphylokokken ausgelöst wird, kann sie wirkungsvoll mit Antibiotika behandelt werden.
Hautkrankheit: Ulcus mit Nekrose
Schlecht heilende Wunde/Geschwür (Ulkus) mit abgestorbenem Gewebe (Nekrose) bei der Erkrankung Aplasia cutis congenita. Dabei handelt es sich um einen seltenen, angeborenen Defekt, bedingt durch äußere Faktoren während der Schwangerschaft, zum Beispiel Medikamente oder Infektionen. Das Hauptmerkmal dieser Erkrankung ist das Fehlen der obersten Hautschicht (Epidermis). Je nach Schweregrad heilen die wunden Stellen mehr oder weniger gut ab und hinterlassen Narben. Betroffene leiden häufig auch unter Anomalien der Augen, des Herzens und/oder der Extremitäten.
Vernarbte Haustellen infolge der Hautkrankheit Prurigo simplex
Bei der Hauterkrankung Prurigo simplex kommt es schubweise zur Ausbildung von hellroten, kleinen Knötchen (ähnlich wie Mückenstiche). Die vom Hautausschlag betroffenen Bereiche – oft an Oberarmen, Oberschenkeln und Gesäß – jucken stark. Diesem Juckreiz sollten Betroffene nicht nachgeben, da sonst die Gefahr von Infektionen besteht und nach Krustenbildung auffällige Narben – wie auf dem Bild zu sehen – entstehen. Was die Erkrankung auslöst, ist bislang nicht genau bekannt. Als mögliche Ursachen werden unter anderem hormonelle Störungen und Lebererkrankungen angenommen. Die Therapie ist oft schwierig. Vielfältige Methoden kommen zum Einsatz, etwa eine Lichttherapie und Gabe von Antihistaminika, Glukokortikoiden und Psychopharmaka.
Bild von Café-au-lait-Fleck
Aufgrund seiner milchkaffeeähnlichen Färbung wird der Hautfleck Café-au-lait-Fleck genannt. Oft tritt ein solcher, meist ovaler, scharf begrenzter Fleck am Oberkörper sowie an Extremitäten auf. Bei mehr als fünf Flecken sollte eine Neurofibromatose – eine Multiorganerkrankung infolge von Fehlbildungen während der Embryonalentwicklung – ausgeschlossen werden. In den meisten Fällen handelt es sich um ein rein kosmetisches Problem, das mittels Laser therapiert werden kann.
Schmutztätowierung: Makula
Bei einer Schmutztätowierung handelt es sich um Einlagerungen von Schmutzpartikeln unter der Haut. Sie werden hauptsächlich durch Schreckschuß- oder Gaspistolenverletzungen hervorgerufen. Andere Ursachen können Unfälle, etwa ein Sturz auf Schotter oder Explosionen von Feuerwerkskörpern sein. Je schneller die Partikel von Ärzten nach dem Einschluss entfernt werden, umso besser ist der Behandlungserfolg.
Nekrose: Hautkrankheit bei Pityriasis lichenoides acuta
Die Ursache der Hauterkrankung Pityriasis lichenoides acuta ist bisher unbekannt. Sie tritt häufig in Herbst- und Wintermonaten, vor allem bei Vorschulkindern, selten bei Kleinkindern, auf. Auf den roten Hautveränderungen bilden sich Bläschen und in der Folge Nekrosen mit rotschwarzer Kruste. Die abgestorbenen/absterbenden Hautpartien sind nur selten schmerzhaft oder jucken. Fieber und Kopfschmerzen sind möglich. Das Gewebe heilt vernarbend ab und ist depigmentiert (farblos). Häufig ist ein Verlauf über Wochen bis Monate zu beobachten.
Bild von Hautausschlag durch Virusinfektion
Das Bild zeigt einen durch Viren verursachten Hautausschlag namens Erythema nodosum mit kleinen, roten, schmerzhaften Knoten (Papeln). Betroffene leiden unter einem allgemeinen Krankheitsgefühl und Fieber. Die Erkrankung bildet sich innerhalb von drei bis vier Wochen zurück, häufig bricht sie erneut aus.
Bild von Neurofibromen
Neurofibrome sind stecknadelkopf- bis erbsengroße, weiche, hautfarbene Tumoren und treten bei der erblich bedingten Krankheit Neurofibromatose auf. Ausprägung und Verlauf sind individuell sehr unterschiedlich. Bei einigen bilden sich lediglich ein paar Neurofibrome und/oder Café-au-lait-Flecken – Beschwerden bleiben aus. Schwere Krankheitsverläufe mit Komplikationen wie Wirbelsäulenverkrümmungen sind relativ selten. Neurofibromatose ist nicht heilbar.
Bild von Hautkrankheit durch vulgäre Warze
Vulgäre Warzen (Verruca vulgaris) treten plötzlich auf. Ursache für die Warzen ist eine Infektion mit dem Humanen Papillomvirus (HPV). Typisch ist eine glatte, später zerklüftete, raue Oberflächenstruktur der Warzen, die sich irgendwann spontan zurückbilden.
So sieht die Hautkrankheit Knötchenflechte aus
Bild von Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris)
Aussehen von Schuppenflechte mit Bläschen (Psoriasis pustulosa)
Gutartiger Hauttumor (Naevus sebaceus)
Hautkrankheit: Bläschen bei Gürtelrose (Herpes zoster) I
Aussehen von Gürtelrose Herpes zoster (Vesicula intraepidermal)
Bläschen bei Hautkrankheit Dermatitis herpetiformis (Morbus Duhring)
Bild von Haarwurzelentzündung (Follikulitis)
Eiterbläschen bei Krätze (Skabies)
Eiterbläschen bei Erythema toxicum neonatorum
Bild von Eiterbläschen bei Morbus Behçet
Rhagade am Ohr beim Atopischen Ekzem
Hautveränderungen bei Erythema anulare centrifugum
Schuppende, sich ablösende Haut bei Hautkrankheit Ichthyosis
Hautveränderung namens Necrosis
Ekzem Excoriatio Pruriginöses
Hautveränderung namens Erosio Windeldermatitis erosiv
Bild von Analfissur
Bild von Ulzeriertem Hämangiom
Schuppende Hautveränderungen bei X-chromosomal-rezessiver Ichthyose
Schuppende Hautveränderungen nach toxischer epidermaler Nekrolyse
Schuppende Haut bei Besnier-Krankheit (Pityriasis rubra pilaris)
Nesselsucht (Urticaria rubra oder akute Urtikaria)
Hautkrankheit Papula kutan Lues erkennen
Quaddelbildung bei Nesselsucht (Urticaria rubra)
Hautveränderung Ulcus Pyoderma gangraenosum
Atlas der Pädiatrischen Dermatologie
Juckender Hautausschlag, nässende Bläschen oder Wunden mit Krusten? Wenn das Kind an einer Hautkrankheit leidet, machen sich Eltern oft große Sorgen. 45 Bilder verraten, um welche Hautkrankheit es sich handeln könnte, welche Symptome typisch sind, ob sie ansteckend ist und welche Therapie möglicherweise helfen kann.
Die in dieser Bildergalerie zur Verfügung gestellten Informationen dienen lediglich als erste Orientierung und ersetzen in keinem Fall einen Arztbesuch, wenn Beschwerden bestehen. Entdecken Sie Hautveränderungen bei Ihrem Kind, sollten Sie in jedem Fall den Rat eines Mediziners einholen, der dann einen Blick auf die Haut wirft. Erster Ansprechpartner ist der Kinderarzt oder Dermatologe.
- Blume-Peytavi, U., Albrecht-Nebe, H., Hillmann, K., Sterry, W. Atlas der Pädiatrischen Dermatologie, Wiley-VCH, Weinheim 2018
- Hirsch, T. et.al.: Regeneration of the entire human epidermis using transgenic stem cells, Nature, doi:10.1038/nature24487, 2017 (Abruf: 03/2019)
- Online-Informationen von MSD Manual: Dhar, A.: Staphylococcal Scalded Skin Syndrome: www.msdmanuals.com/de-de/profi/erkrankungen-der-haut/bakterielle-hautinfektionen/staphylococcal-scalded-skin-syndrome (Abruf: 03/2019)
- Größer, A.: Schmutztätowierungen: Therapie und Behandlungsergebnisse, in: Müller, R. (Hrsg.) et. al.: Operative Dermatologie im Kopf-Hals-Bereich, Springer Verlag Berlin, 1984
- Online-Informationen der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen: Patientenorientierte Krankheitsbeschreibung aus dem ACHSE Netzwerk: Neurofibromatose Typ 1: www.orpha.net/data/patho/Pub/Ext/de/NeurofibromatoseTyp1_DE_de_PUB_ORPHA637.pdf (Abruf: 03/2019)
- Online-Informationen des Universitätsklinikums München: Lichen ruber planus: www.klinikum.uni-muenchen.de/Klinik-und-Poliklinik-fuer-Dermatologie-und-Allergologie/de/AbteilungenSprechstunden/Lichen_ruber_planus/index.html (Abruf: 03/2019)
- Online-Informationen des Netzwerks für Ichthyosen und verwandte Verhornungsstörungen (NIRK): X-chromosomal-rezessiv erbliche Ichthyosis: www.medizin.uni-muenster.de/nirk/network-for-ichthyoses-and-related-keratinization-disorders/was-sind-ichthyosen/x-chromosomal-rezessiv-erbliche-ichthyosis/ (Abruf: 03/2019)
- Online-Informationen der Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie München: Pyoderma Gangränosum: www.klinikum.uni-muenchen.de/Klinik-fuer-Allgemeine-Unfall-und-Wiederherstellungschirurgie/de/fach/septische-chirurgie/krankheitsbilder/pyoderma/index.html (Abruf: 03/2019)