Blutbild: Wichtige Blutwerte und was sie bedeuten
Blutwerte spielen eine wichtige Rolle bei der Beurteilung des Gesundheitszustands. Sie geben Auskunft über verschiedene Körperfunktionen und helfen bei der Diagnose und Überwachung von Krankheiten. Welche Blutwerte häufig bestimmt werden und was es bedeutet, wenn sie vom Normbereich abweichen!
Erythrozyten: Bestimmung beim Blutbild
Erythrozyten: Bestimmung beim Blutbild
Der Erythrozytenwert liefert Informationen über die Anzahl der roten Blutkörperchen. Das sind scheibenartige Zellen im Blut, die zu 90 Prozent aus rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) bestehen und den Sauerstoff im Blut transportieren. Die Normalwerte betragen:
- 4,3 bis 5,7 Mio. pro Mikroliter (µl) Blut bei Männern
- 3,9 bis 5,3 Mio. pro µl bei Frauen
Erythrozyten: Erhöhte und erniedrigte Werte
Erythrozyten: Erhöhte und erniedrigte Werte
Eine niedrige Erythrozytenzahl kann auf eine Blutarmut (Anämie) oder eine Überwässerung hinweisen.
Zu viele Erythrozyten im Blut deuten auf einen Sauerstoffmangel hin, zum Beispiel infolge einer Lungen- oder Herzkrankheit. Auch Hormonstörungen, Leukämie oder ein Nierentumor kommen als Ursache infrage.
Untersuchung bei Blutbild: Leukozyten
Untersuchung bei Blutbild: Leukozyten
Leukozyten (Leukos) sind weiße Blutkörperchen, die in der Thymusdrüse und dem Knochenmark gebildet werden und eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr spielen. Bei gesunden Erwachsenen liegen die Leukozyten-Normalwerte im Blut zwischen 4.000 und 10.000 Leukozyten pro Mikroliter Blut.
Leukozyten: Was sagt der Blutwert aus?
Leukozyten: Was sagt der Blutwert aus?
Zu hohe Leukozytenwerte können auf eine Infektionskrankheit oder Entzündung hinweisen.
Sind zu wenige weiße Blutkörperchen vorhanden (Leukopenie), können Autoimmunerkrankungen, Krebserkrankungen oder Virusinfektionen dahinter stecken. Aber auch manche Medikamente (beispielsweise gegen Rheuma) verringern die Zahl der Leukozyten.
Blutbild: Normwerte für Thrombozyten
Blutbild: Normwerte für Thrombozyten
Die Blutplättchen (Thrombozyten) sind für die Blutgerinnung notwendig. Ihre Hauptfunktion ist es, Verletzungen an Blutgefäßen in kürzester Zeit abzudichten und so die Blutung zu stoppen. Die Normalwerte liegen bei 150.000 bis 380.000 pro Mikroliter Blut.
Lesetipp: Thrombozytopenie – zu wenig Blutplättchen
Thrombozyten – wichtig für die Wundheilung
Thrombozyten – wichtig für die Wundheilung
Die Thrombozytenzahl wird standardmäßig beim kleinen Blutbild mitbestimmt. Wer zu häufigem Nasenbluten oder schlecht heilenden Wunden und blauen Flecken neigt, sollte ebenfalls seine Thrombozytenzahl überprüfen lassen, die dann zu niedrig sein kann. Werden beim Laborbefund zu hohe Werte festgestellt, kann dies auf chronische Entzündungen oder Tumoren hinweisen.
Analyse des Hämatokrit-Blutwertes
Analyse des Hämatokrit-Blutwertes
Der Hämatokrit-Wert (auch Hkt-Wert) gibt das Verhältnis zwischen flüssigen und festen Bestandteilen im Blut an. Der wichtige Parameter wird bei den meisten Blutuntersuchungen erhoben und in Prozent angegeben. Ein normaler Hkt-Wert liegt bei erwachsenen Männern zwischen 40 und 49,4 Prozent, bei Frauen zwischen 36,6 und 44 Prozent. Bei hohen Werten ist das Blut sehr dickflüssig.
Blutbild: Das bedeutet der Hb-Wert
Blutbild: Das bedeutet der Hb-Wert
Der rote Blutfarbstoff Hämaglobin (Hb oder Hgb) bindet Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut. Ein niedriger Hb-Wert weist auf einen Eisenmangel hin. Bei Männern sollte der Wert zwischen 14 bis 18 Gramm (g) pro Deziliter (dl) betragen, bei Frauen zwischen 12 und 16 g pro dl.
Blutwerte: MCH, MCV und MCHC
Blutwerte: MCH, MCV und MCHC
Der "Erythrozytenindex", bestehend aus den Laborwerten MCH, MCHC, und MCV wird zur Bestimmung einer Blutarmut herangezogen. Die Werte stehen für:
- Mittleres Volumen der roten Blutkörperchen (MCV)
- Mittlerer Gehalt an Hämoglobin pro rotes Blutkörperchen (MCH)
- Mittlere Hämoglobinkonzentration der gesamten Menge an roten Blutkörperchen (MCHC)
Blutzuckerspiegel ist wichtiger Messwert
Blutzuckerspiegel ist wichtiger Messwert
Der Blutzuckerwert zeigt an, wie viel Zucker (Glukose) vorhanden ist. Der Wert wird untersucht, wenn der Verdacht auf Diabetes mellitus oder andere Stoffwechselerkrankungen vorliegt. Dabei sind mehrere Werte wichtig: Der Nüchternblutzucker wird morgens vor dem Frühstück gemessen. Der HbA1c-Wert gibt Auskunft, wie sich der Blutzuckergehalt in den letzten sechs bis acht Wochen entwickelt hat.
Blutfettwerte: Hohe Fettwerte im Blut?
Blutfettwerte: Hohe Fettwerte im Blut?
Blutfette wie Cholesterin und Triglyzeride sind lebenswichtig. Sind sie über einen längeren Zeitraum erhöht, steigt aber das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Um dies zu erkennen, werden Blutproben meist auf Gesamtcholesterin, HDL- und LDL-Cholesterin sowie Triglyzeride untersucht.
Lesetipp: Cholesterin mit diesen Lebensmitteln und Tipps senken
Blutwerte für die Leber
Blutwerte für die Leber
Die Eiweiße Cholinesterase oder Bilirubin geben Auskunft darüber, ob die Leber richtig arbeitet.
Weitere wichtige Marker sind:
Kleinste Abweichungen von der Norm weisen auf eine Leberbelastung hin.
Entzündungsparameter CRP
Entzündungsparameter CRP
Das C-reaktive Protein (CRP) ist ein wichtiger Blutwert zum Feststellen und zur Verlaufskontrolle von Entzündungen.
Normalerweise sollte der CRP-Wert unter 5 mg/l (Milligramm pro Liter) liegen. Bei älteren Menschen können die Werte leicht darüber liegen.
Wichtige Blutwerte für die Nieren
Wichtige Blutwerte für die Nieren
Nierenwerte können im Urin oder Blut bestimmt werden. Besteht der Verdacht auf eine Nierenerkrankung, wird beispielsweise der Kreatininwert im Blut geprüft. Normalerweise liegen die Werte bei Männern zwischen 0,5 und 1,1 mg/gl. Bei Frauen sind Werte zwischen 0,5 und 0,9 mg/dl normal.
Blutuntersuchung der Schilddrüse
Blutuntersuchung der Schilddrüse
Blutuntersuchungen liefern auch wichtige Informationen bezüglich Schilddrüsenerkrankungen. Das Blut kann auf Hormone wie das Thyreoidea stimulierende Hormon (TSH) überprüft werden. Mithilfe des TSH-Wertes lässt sich eine drohende Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse feststellen.
Lesetipp: Schilddrüse produziert zu viele Hormone
Laborwerte für die Herzgesundheit
Laborwerte für die Herzgesundheit
Blutuntersuchungen können zudem dabei helfen, einen Herzinfarkt und andere Herzerkrankungen zu erkennen. Wichtige Parameter sind beispielweise die Troponin-Werte, die anzeigen, wenn Zellen im Herzmuskel absterben. Darüber hinaus können Myoglobin (roter Muskelfarbstoff) und die Enzyme Kreatinkinase (CK) und Aspartat-Amino-Transferase bestimmt werden.
Blutwerte spielen eine wichtige Rolle bei der Beurteilung des Gesundheitszustands. Sie geben Auskunft über verschiedene Körperfunktionen und helfen bei der Diagnose und Überwachung von Krankheiten. Welche Blutwerte häufig bestimmt werden und was es bedeutet, wenn sie vom Normbereich abweichen!
Letzte Aktualisierung: 23.05.2023
Autor*in
Quellen
- Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2022
- Online-Informationen der München Klinik: Das kleine und das große Blutbild: www.muenchen-klinik.de/blutkrankheiten/blutbild/ (Abruf: 05/2023)
- Online-Informationen der Stiftung Gesundheitswissen: Laborwerte richtig verstehen: www.stiftung-gesundheitswissen.de/gesundes-leben/koerper-wissen/laborwerte-richtig-verstehen (Abruf: 05/2023)
- Online-Informationen des Berufsverbandes Deutscher Internistinnen und Internisten: Leukozyten: www.internisten-im-netz.de/mediathek/blutbild-erklaerung/leukozyten.html (Abruf: 05/2023)
- Online-Informationen des Deutschen Schilddrüsenzentrums: Blutuntersuchungen: www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/schilddruesendiagnostik/blutuntersuchungen/ (Abruf: 05/2023)