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Pflanzengifte im Essen: Achtung bei diesen Sorten!
Von: Sarah Baumann
(Medizinredakteurin), Silke Stadler
(Medizinredakteurin)
Letzte Aktualisierung: 28.04.2021
Blausäure im Apfelkern, Solanin in Kartoffeln: Bei diesem Obst und Gemüse müssen Sie aufpassen, um keine Vergiftung zu riskieren!
Unreife Tomaten sind giftig
Unreife Tomaten sind giftig
Bei Tomaten sollte man grüne Stellen vor dem Verzehr großzügig entfernen. Sie enthalten Solanin, das zu Verdauungsproblemen und in größeren Mengen sogar zu Vergiftungen führen kann. Unbedenklich ist die Färbung bei speziellen Züchtungen wie der Zebratomate, die auch im reifen Zustand noch grün ist.
Lieber schälen: Solanin in Kartoffeln
Lieber schälen: Solanin in Kartoffeln
Auch Kartoffeln enthalten Solanin, und das nicht nur an grünen Stellen: In der Kartoffelschale ist der Gehalt höher als im Rest der Knolle. Eine geschälte Kartoffel enthält dagegen kaum noch etwas von dem bitteren Pflanzenstoff, weshalb man Kartoffeln am besten nach dem Kochen pellen sollte.
Rohe grüne Bohnen: Vorsicht, Lebensgefahr!
Rohe grüne Bohnen: Vorsicht, Lebensgefahr!
Besonders kleine Kinder laufen Gefahr, wenn sie im elterlichen Garten grüne Bohnen naschen: Bereits fünf bis sechs Bohnen können tödlich sein. Das enthaltene Gift Phasin lässt das Blut verklumpen und macht die Darmwand durchlässig für Gifte. Grüne Bohnen sollten daher nur gegart gegessen werden. Das Kochwasser kann man weiterverwenden, da Phasin durch Hitze zerstört wird. In Erbsen und Zuckerschoten steckt das Gift nicht, deshalb sind sie auch roh genießbar.
Gift in Lebensmitteln: Bittere Zucchini
Gift in Lebensmitteln: Bittere Zucchini
Schlagzeilen machte im Sommer 2015 der Fall eines Rentners, der nach dem Verzehr selbst angebauter Zucchini gestorben war. Der Grund: Ursprüngliche Sorten enthalten den Bitterstoff Cucurbitacin. Schmecken Zucchini also sehr bitter, sollte man sie nicht essen.
Gift in Muskatnuss?
Gift in Muskatnuss?
Als Gewürz in kleinsten Dosen lecker im Kartoffelbrei, als Droge jedoch giftig. Die berauschende Substanz in Muskatnüssen heißt Myristicin. Aus ihr stellt der Körper einen Stoff her, der Ecstasy ähnelt. Schon eine einzige Nuss kann zu Halluzinationen und anderen Vergiftungserscheinungen führen, auch Todesfälle durch Herzstillstand wurden bekannt. Zudem gilt die Muskatnuss durch den enthaltenen Stoff Safrol als krebserregend und leberschädigend (hepatotoxisch).
Blausäure im Aprikosenkern
Unsichtbarer Schimmelpilz auf Nüssen und Getreide
Unsichtbarer Schimmelpilz auf Nüssen und Getreide
Nüsse und Mandeln sind ein gutes Hausmittel gegen Sodbrennen. Dank ihres hohen Proteingehalts binden sie überschüssige Säure im Magen. Wichtig: Damit sie ihre Wirkung entfalten können, sollten sie vor dem Hinunterschlucken im Mund zu einem feinen Brei zerkaut werden.
Lichtempfindliche Haut durch Sellerie und Petersilie
Lichtempfindliche Haut durch Sellerie und Petersilie
Größere Mengen Sellerie und nah mit ihm verwandte Pflanzen wie Petersilie und Pastinaken sorgen dafür, dass schon normale UV-Strahlung auf der Haut großen Schaden anrichten kann. Die enthaltenen Fucocumarine wirken nämlich, ähnlich wie der giftige Bärenklau, phototoxisch. Die Folgen: schwerer Sonnenbrand mit Bläschen und schlecht heilenden Wunden.
Gift in Basilikum und anderen Kräutern?
Gift in Basilikum und anderen Kräutern?
Methyleugenol und Estragol stehen im Verdacht, bei Menschen Krebs auszulösen. Sie kommen auf natürliche Weise in vielen Gewürzen auf der Basis von Basilikum, Estragon, Anis, Muskatnuss oder Piment vor. Die Verzehrsmenge im üblichen Küchengebrauch schätzt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aber als nicht sehr riskant ein.
Kohl und Krautarten
Kohl und Krautarten
Senfölgylcoside in Kohl und Krautarten gehören zu den eigentlich sehr gesunden sekundären Pflanzenstoffen, die wahrscheinlich vor Krebs schützen. In sehr großer Menge konsumiert, wie es etwa zu Kriegszeiten vorkam, können Kohl und Co. allerdings die Entstehung eines Kropfs begünstigen.
Lakritze nur in Maßen
Lakritze nur in Maßen
Glycyrrhizin kann Bluthochdruck und andere Krankheiten auslösen oder verstärken. Vor allem in importierten Lakritzwaren steckt oft viel davon, ohne dass es auf der Verpackung deklariert wird. Das BfR empfiehlt daher vor allem Diabetikern und Betroffenen von Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, lieber keine größeren Mengen Lakritze zu verzehren.
Trotzdem: Gemüse ist und bleibt gesund!
Trotzdem: Gemüse ist und bleibt gesund!
Zum Schutz vor Fraßfeinden haben Pflanzen im Laufe der Evolution eine Vielzahl von Stoffen entwickelt, die uns schaden können. Andere dagegen, etwa solche zum Sonnenschutz der Pflanzen, helfen uns als Antioxidantien im Kampf gegen Entzündungen und Krebs. Wer aus Sorge vor Vergiftungen darum weniger Gemüse isst, liegt falsch. Denn die positiven Effekte einer pflanzenbetonten Ernährung überwiegen bei weitem.
Blausäure im Apfelkern, Solanin in Kartoffeln: Bei diesem Obst und Gemüse müssen Sie aufpassen, um keine Vergiftung zu riskieren!
Letzte Aktualisierung: 28.04.2021
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