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Reizhusten (Trockener Husten)

Reizhusten kündigt oft eine Erkältung an. Das Symptom kann aber auch bei anderen Erkrankungen oder Reizungen der Atemwege auftreten. Wann sollte man mit Reizhusten zum Arzt und was kann man selbst tun, um den quälenden Hustenreiz loszuwerden?

reizhusten im büro
Trockener Husten geht oft auf eine Reizung der Atemwege zurück.
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Husten ist zunächst eine natürliche und sinnvolle Schutzreaktion des Körpers. Mit dem Reflex werden die Atemwege von Schleim, Staub und Fremdkörpern befreit. Reizhusten oder auch trockener Husten ist dabei die Form des Hustens, bei dem kein oder nur sehr wenig Schleim (Auswurf) abgehustet wird. Er tritt häufig zu Beginn von Erkältungsinfekten auf und kann sowohl Kinder als auch Erwachsene gerade nachts sehr quälen.

Reizhusten kann aufgrund einer Reizung der Atemwege durch Fremdkörper, Schadstoffe und Entzündungen entstehen, aber auch durch andere Erkrankungen beziehungsweise Reizungen außerhalb der Atmungsorgane verursacht werden. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann zu Reizhusten führen.

Wie entsteht der Hustenreiz?

Prinzipiell kann der Hustenreflex überall dort ausgelöst werden, wo Hustenrezeptoren (Reizempfänger) vorhanden sind – dies ist der Fall im gesamten Bereich der oberen und unteren Atemwege, vor allem im Kehlkopf, der Luftröhre und den großen Bronchien, ferner in geringerem Maße in den kleinen Bronchien, in Brustfell (Pleura), Herzbeutel (Perikard), Zwerchfell, Speiseröhre (Ösophagus) und Magen.

In den meisten Fällen ist Reizhusten ein starker Husten, der akut auftritt und über einen begrenzten Zeitraum anhält. Reizhusten kann aber auch chronisch bestehen. Je nach Ursache können neben dem Reizhusten weitere Symptome auftreten, zum Beispiel Atemnot, Brustschmerz oder Fieber.

Vor allem wenn letztgenannte Symptome hinzukommen oder Reizhusten länger besteht, sollte die Ursache vom Arzt abgeklärt werden. Denn Reizhusten kann auch ein Hinweis auf eine schwerwiegende Erkrankung wie zum Beispiel eine Lungenentzündung oder eine Herzerkrankung sein.

Ursachen: Woher kommt der Reizhusten?

Reizhusten oder trockener Husten kann verschiedene Ursachen haben, die zumeist direkt in den Atemwegen, manchmal aber auch in anderen Organen liegen. Häufig tritt er im Rahmen einer Erkältung auf, doch auch andere Grunderkrankungen sind möglich.

Besonders häufig tritt Reizhusten im Rahmen von Atemwegsinfekten auf: Typisch ist Reizhusten zum Beispiel zu Beginn einer Erkältung. Der trockene Husten geht dann im weiteren Verlauf in einen Husten mit Auswurf über. Auch eine echte Grippe kann sich zunächst mit trockenem Husten bemerkbar machen, typisch sind auch ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl und Fieber.

Erkältung, Sodbrennen, Psyche: Ursachen des trockenen Hustens

Darüber hinaus kann ein Reizhusten auch nach Abklingen eines akuten Infekts – zumeist bei Virusinfektionen – noch eine Weile weiterbestehen (postinfektiöser Husten).

Weitere mögliche Ursachen für Reizhusten:

  • Fremdkörper in den Atemwegen
  • häufige trockene Raumluft (etwa durch Heizen im Winter)
  • Einatmen von Schadstoffen wie  Staub, Gase, Chemikaliendämpfe, Nikotinrauch
  • Kehlkopfentzündung (Laryngitis)
  • Entzündung der Luftröhre (Tracheitis)
  • akute Bronchitis
  • allergische Reaktionen nicht nur auf Pollen, sondern auch nach dem Essen von bestimmten Lebensmitteln

Erkrankungen der Lunge können ebenso eine Ursache für trockenen Reizhusten sein. Dazu gehören zum Beispiel:

Bei einer Reihe weiterer Erkrankungen ist Reizhusten ein Begleitsymptom:

  1. Brustfellentzündung (Pleuritis)
  2. Herzkrankheiten
  3. Pneumothorax (Ansammlung von Luft im Bereich zwischen Lungen- und Brustfell (Pleuraspalt), zum Beispiel durch Verletzungen)
  4. Refluxkrankheit (Rückfluss von saurem Magensaft in die Speiseröhre und dadurch ausgelöster Hustenreiz)
  5. Pseudokrupp
  6. Keuchhusten
  7. Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom)
  8. Systemische Erkrankungen mit Beteiligung des Lungengewebes, zum Beispiel Riesenzellarteriitis (Gefäßentzündung, Entzündung der Arterien) oder Autoimmunkrankheiten, die Bindegewebsstrukturen betreffen, wie Systemischer Lupus erythematodes (SLE) oder Sjögren-Syndrom
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Bestimmte Medikamente wie ACE-Hemmer und Betablocker verursachen als Nebenwirkung ebenfalls Reizhusten.

Nicht zuletzt kann Reizhusten auch auf psychische Ursachen zurückzuführen sein. Dieser psychogene Husten tritt meist im Anschluss an eine Bronchitis auf und kann unter Umständen noch Jahre nach der Erkrankung bestehen, obwohl die Atemwege gesund sind. Vor allem bei Stress, psychischer Anspannung und in emotional belastenden Situationen kommt es dann zu Hustenanfällen.

Was der Arzt bei Reizhusten untersucht

Wenn der Reizhusten länger anhält, man regelmäßig von dem trockenen Husten gequält wird, keine offenkundige Ursache für den trockenen Husten ersichtlich ist oder weitere Symptome hinzukommen, dann sollte man einen Arzt aufsuchen.

Im Rahmen der Diagnose bei Reizhusten richtet sich das Vorgehen danach, wie lange der Husten bereits besteht (akuter oder chronischer Reizhusten), wie stark die Beschwerden sind und welche Begleitsymptome auftreten.

In jedem Fall führt der Arzt zunächst ein Patientengespräch (Anamnese), in dem er sich genau nach der Art des Reizhustens und möglichen Auslösern (etwa berufliche Arbeit mit reizenden Stoffen) erkundigt. Dabei interessiert ihn auch, wann und in welchem Zusammenhang der Reizhusten auftritt/aufgetreten ist (zum Beispiel nachts, im Liegen) und ob weitere Symptome wie Fieber, Brustschmerzen, Sodbrennen oder Atemnot bestehen. Da auch einige Arzneimittel wie manche Blutdrucksenker Reizhusten auslösen können, fragt der Arzt in der Regel auch nach der Einnahme von Medikamenten.

An das Anamnese-Gespräch schließt sich eine körperliche Untersuchung an, die vor allem die Beurteilung des Allgemeinzustands, die Inspektion des Rachens, das Abklopfen und Abhören der Lunge sowie das Abhören des Herzens umfasst.

Der Arzt prüft, ob Hinweise auf andere Erkrankungen vorliegen – denn Reizhusten kann beispielsweise auch bei einer Lungenentzündung, einer Lungenembolie oder einer Herzerkrankung auftreten. Dann kommen meist weitere Krankheitszeichen hinzu: Blässe, bläuliche Verfärbung der Haut und Schleimhäute (Sauerstoffmangel), Schwitzen, Herzrasen, eine erhöhte Atemfrequenz oder abgeschwächte Atemgeräusche sind möglich.

Mögliche Untersuchungen bei Reizhusten

Bei stark ausgeprägten Symptomen sowie bei Husten, der länger als drei Wochen besteht, gehören auch eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs (Röntgen-Thorax), eine Lungenfunktionsprüfung (Messung von Lungen- und Atemvolumina sowie Atemstromstärke) und eine Blutgasanalyse (Bestimmung des Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalts im Blut) zum diagnostischen Standardprogramm.

Je nach Ausgangsverdacht und Begleitsymptomen können weiterer Untersuchungen folgen, beispielsweise

Medikamente und Selbsthilfe bei Reizhusten

Reizhusten ist zwar ein natürlicher Schutzreflex des Körpers, kann aber vor allem nachts sehr quälend sein und den Schlaf rauben. Um den trockenen Husten im Akutfall möglichst schnell zu lindern und so gerade bei einer Erkältung erholsamen Schlaf zu finden, haben sich hustenreizstillende Mittel bewährt. Sie sind heute auf chemisch-synthetischer wie auch natürlicher Basis erhältlich.

Was bei Reizhusten hilft: Hausmittel und natürliche Mittel

Als natürliche Hustenstiller stehen verschiedene Mittel auf pflanzlicher Basis zur Verfügung. Lutschpastillen oder Hustenbonbons (zum Beispiel mit Isländisch Moos) erhöhen den Speichelfluss. Auch Sonnentau, Spitzwegerich, Malve, Holunder und Eibisch zählen zu den natürlichen Mitteln gegen Reizhusten. Einen ähnlichen Effekt hat warme Milch mit Honig. Alle Mittel haben eins gemeinsam: Sie produzieren selbst Schleimstoffe, die sich wie ein schützender Film auf die trockenen Atemwege legen und diese beruhigen können.

Ergänzend können einfache Maßnahmen wie vermehrte Flüssigkeitszufuhr (Achtung: keine reizenden Fruchtsäfte!), etwa hustenreizstillende Tees wie Huflattich, und die Befeuchtung der Raumluft Linderung verschaffen. Dampfbäder und Inhalation befeuchten zusätzlich die Atemwege. Natürlich gilt: Auf das Rauchen sollte bei Reizhusten unbedingt verzichtet werden.

Schnelle Tipps und Hausmittel gegen Husten

 

Hustenstillende Medikamente

Hustenstillende Mittel (sogenannte Antitussiva oder auch Hustenblocker) dienen speziell der Linderung des Hustenreizes bei trockenem Reizhusten. Zu den Wirkstoffen, die dämpfend auf das Hustenzentrum im Gehirn wirken, zählen beispielsweise Kodein, Dihydrokodein sowie Dextromethorphan. Der Einsatz sollte nur kurzfristig erfolgen.

In der Regel wird empfohlen, derartige hustenstillend wirkende Medikamente eher abends einzunehmen, während Hustenlöser (bei produktivem Husten mit Auswurf) besser tagsüber zum Einsatz kommen. Dies ist wichtig, da der gelöste Schleim aktiv abgehustet werden muss, um damit auch den Nährboden für Krankheitserreger zu entfernen.

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Werden Hustenlöser und Hustenstiller zeitgleich eingesetzt, kann dies zu einer gegenseitigen Blockade des Effekts kommen. Im Zweifelsfall sollte man sich hier von seinem Arzt oder Apotheker beraten lassen.

Bei andauerndem Reizhusten richtet sich die Behandlung im ersten Schritt nach der zugrunde liegenden Ursache bzw. Erkrankung. Sind  Fremdkörper oder Schadstoffe die Ursache für den Reizhusten, sollten diese entfernt bzw. gemieden werden. Liegt eine Erkrankung zugrunde, spielt deren optimale Therapie eine zentrale Rolle, um so auch den Auslöser des Reizhustens langfristig in den Griff zu bekommen.

Reizhusten nur sanft nachgeben

Wer in den Endzügen eines grippalen Infekts an Reizhusten leidet, sollte beim Husten auf eine spezielle Technik achten, sagt Lungenexperte Michael Barczok. Wir husten instinktiv, aber leider nicht immer richtig: Wer dem Reiz im Hals zu sehr nachgibt, verletzt das feine Gewebe der Bronchien, ein weiterer Hustenreiz entsteht. Richtig Husten bedeutet deshalb vor allem zärtlich Husten.

Dabei bildet der Betroffene mit der linken Hand eine Faust, in die er sanft hineinhustet, sagt Barczok, Vorstandsmitglied im Bundesverband der Pneumologen (Lungenärzte). Dabei sollten sich die Wangen aufplustern. Dadurch bildet sich eine kleine Luftbarriere bis in die Bronchien hinunter.

Anleitung fürs richtige Husten

Boehringer Deutschland via YouTube

 

Starker Reizhusten reißt Wunden in den Bronchien auf

Das sorgt dafür, dass sie beim Husten nicht so stark aufeinanderprallen – denn genau hier liegt das Problem von trockenem oder unproduktivem Reizhusten. Er entsteht ursprünglich durch einen Infekt. "Viren befallen die Schleimhaut und werden abgewehrt", sagt Barczok. Dabei können jedoch Risse entstehen.

Diese Wunden sorgen dafür, dass die Nervenfasern in der Schleimhaut schon bei einem Stoß kalter Luft oder dem Einatmen von Rauch erregt werden – der Betroffene bekommt einen Hustenreiz. Gibt ein Patient ihm unkontrolliert nach und prallen die Schleimhäute aufeinander, reißen die Wunden jedes Mal erneut auf. "Das Problem ist, dass ein sich selbst unterhaltender Husten entsteht."

Autor:
Letzte Aktualisierung: 21. April 2016
Durch: es
Quellen: Bundesverband der Pneumologen - Online-Portal „Lungenärzte im Netz: „Chronischer Husten“. URL: http://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/husten-chronisch/was-ist-chronischer-husten/ (Stand: Februar 2016) Leitlinien der Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin DEGAM-Leitlinie Nr. 11: „Husten“. AWMF-Register Nr. 053/013: Stand: 28. 02. 2014 URL: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/053-013l_S3_Husten_2014-02.pdf Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP): „Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit akutem und chronischem Husten“. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 020/003 (Stand: Februar 2010). URL: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/020-003l.pdf Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme. Stuttgart (2010) van Gestel, A. J. R.; Teschler, H.: Physiotherapie bei chronischen Atemwegs- und Lungenerkrankungen. Evidenzbasierte Praxis. Springer-Verlag Berlin Heidelberg (2010) Informationen der dpa

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