Traubensilberkerze, Mönchspfeffer und Co.

Pflanzliche Arzneimittel gegen Wechseljahresbeschwerden

Pflanzliche Arzneimittel liegen bei Frauen im Trend. Für die Zeit der Wechseljahre bietet die "Naturapotheke" Wirkstoffe, die sich bei Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen bewährt haben wie etwa Traubensilberkerze und Mönchspfeffer.

Kraeuter gegen Wechseljahrsbeschwerden
Die pflanzlichen Arzneimittel der "grünen Apotheke" lindern leichte Beschwerden von Frauen in den Wechseljahren.
© iStock.com/alle12

Mit pflanzlichen Arzneimitteln gegen wechseljahrsbedingte Hitzewallungen und Stimmungstiefs - dazu entscheiden sich immer mehr Frauen mit leichten Beschwerden. Bewährt sind Traubensilberkerze und Mönchspfeffer (Agnus Castus).

Bei PMS und Brustspannen: Mönchspfeffer kann helfen

Zu Beginn der Wechseljahre, wenn unregelmäßige oder beschwerdereiche Regelblutungen Probleme machen, können Präparate mit den Auszügen (Extrakten) aus Keuschlammfrüchten (auch Mönchspfeffer oder Agnus-castus-Früchte genannt) hilfreich sein. Auch beim prämenstruellen Syndrom und bei Spannungsgefühlen in der Brust (Mastodynie) kann sich Mönchspfeffer positiv auswirken.

Hilfe gegen Hitzewallungen: Traubensilberkerze

Ein anerkannter pflanzlicher Wirkstoff ist die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa), auch indianische Frauenwurzel oder Wanzenkraut genannt. Die Traubensilberkerze ist eine in Nordamerika und Kanada heimische Heilpflanze. Im Juli erscheinen zahlreiche kleine weißliche Blüten, die in langen schmalen Trauben angeordnet sind und nach der Blütezeit eiförmige Früchte ausbilden. Medizinmänner nordamerikanischer Indianerstämme haben die Traubensilberkerze im Laufe der Zeit bei unterschiedlichen Erkrankungen eingesetzt. Wegen ihrer guten Wirkungen bei bestimmten Frauenleiden kam die Traubensilberkerze nach Europa.

Die Traubensilberkerze beeinflusst sowohl den Körper als auch die Psyche positiv. Gerade bei leichteren Hitzewallungen, die bei Frauen in den Wechseljahren besonders häufig sind, zeigt sich die Traubensilberkerze als sehr gut wirksam. Aber auch Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und depressive Verstimmungen können gelindert werden. Zudem verbessert der Wirkstoff der Traubensilberkerze die Schlafqualität und begünstigt den Knochenaufbau. Weitere pflanzliche Arzneimittel gegen leichte Hitzewallungen sind beispielsweise auch Tees mit Thymian oder Salbei.

Gelassen und ausgeschlafen durch die Wechseljahre

Unerklärliche Stimmungstiefs? Dagegen kann auch Johanniskraut helfen. Johanniskraut hat heute einen wichtigen Stellenwert in der Behandlung von depressiven Verstimmungen. Vorausgesetzt die Dosierung stimmt: Laut Untersuchungen des Instituts für Pharmazeutische Chemie der Universität in Frankfurt am Main liegt eine wirksame Tagesdosis gegen depressive Verstimmungen zwischen 500 und 800 Milligramm Johanniskraut-Extrakt. Eine Beratung in der Apotheke ist ratsam, denn Produkte aus dem Supermarkt sind häufig zu gering dosiert!

Doch Achtung: Johanniskraut kann insbesondere bei hellhäutigen Menschen die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Es ist deshalb ratsam, während der Einnahme auf ausgiebige Sonnenbäder oder den Besuch im Sonnenstudio ganz zu verzichten.

Baldrian pur oder in Kombination mit anderen, beruhigend wirkenden Heilpflanzen wie Hopfen, Passionsblume oder Melisse fördert den Schlaf und lindert Nervosität. Auch hier ist auf die Qualität der Mittel zu achten. Im Zweifelsfall ist deshalb der Gang zum Arzt oder Apotheker ratsam.

Pflanzliche Arzneimittel gegen Symptome der Wechseljahre erfordern Geduld

Wie bei vielen Therapien ist auch bei der Anwendung von pflanzlichen Arzneimitteln ein wenig Geduld gefragt. Bis spürbare Wirkungen eintreten, können mitunter einige Wochen vergehen. Eine ausreichende therapeutische Dosierung sollte dabei sichergestellt werden – dennoch gilt auch hier keinesfalls „viel hilft viel“. Denn auch pflanzliche Wirkstoffe können überdosiert werden oder grundsätzlich unerwünschte Wirkungen oder Wechselwirkungen zeigen. Eine Beratung beim Arzt oder Apotheker kann im Zweifelsfall Klarheit schaffen.

Generell sollte jede Frau, die bereits andere Medikamente einnimmt, vor der Einnahme von pflanzlichen Arzneimitteln mit ihrem Arzt sprechen. Nur so kann ausgeschlossen werden, dass die verschiedenen Arzneimittel sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken oder sogar abschwächen.

Hausmittel gegen Wechseljahresbeschwerden

Zum Seitenanfang