Schöne Zähne sind gesunde Zähne

Tipps für die Zahnpflege

In der heutigen Zeit legen viele Menschen besonderen Wert auf gepflegte und schöne Zähne. Doch was genau macht gesunde Zähne aus und wie lässt sich die Gesundheit der Zähne langfristig fördern?

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Zahnpflege besteht nicht nur aus Zähneputzen.
Getty Images/iStockphoto

Das Gebiss eines erwachsenen Menschen umfasst 32 Zähne – acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht Backenzähne, acht Mahlzähne und vier Weisheitszähne. Jeder Zahn ist von einer harten Schutzschicht umgeben, dem Zahnschmelz. Er besteht aus Mineralien und schützt den Zahn nach außen. Der Zahnschmelz selbst ist empfindlich, etwa gegenüber aggressiven Inhaltsstoffen wie Zucker, säurehaltigen Lebensmitteln und mechanischen Einflüssen. Ein intakter Zahnschmelz ist die Grundlage für gesunde Zähne, denn ist der Zahnschmelz angegriffen oder sogar rissig, kann Karies (Zahnfäule) entstehen.

Warum ist die tägliche Zahnpflege wichtig für gesunde Zähne?

Auf der Mundschleimhaut siedeln Milliarden von Bakterien. Sie sind Teil der sogenannten Mundflora. Auf dem Zahnschmelz lagern sich die Bakterien als Zahnbeläge (Plaque) an, vor allem auf rauen Zahnoberflächen sowie in kleinen Nischen, etwa in der Kaufläche der Zähne, in den Zahnzwischenräumen oder am Zahnfleischrand. Wenn der bakterielle Zahnbelag auf den Zähnen nicht regelmäßig beseitigt wird, härtet er aus und bildet Zahnstein. Daher ist es besonders wichtig, dass Sie bei Ihrer täglichen Zahnpflege darauf achten, den Zahnschmelz und damit auch Ihre Zähne sanft zu reinigen und zu schützen. Auf diese Weise können Sie die Bildung von Zahnstein verringern und Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) sowie Parodontitis (Zahnbettentzündung) vorbeugen – für schöne und gesunde Zähne.

Was gehört zur täglichen Zahnpflege?

Die tägliche Zahnpflege ist der wichtigste Schritt für schöne und gesunde Zähne. Zähneputzen mit Zahnbürste und Zahnpasta entfernt die bakteriellen Zahnbeläge sanft von der Zahnoberfläche. Im Handel gibt es eine große Auswahl an Zahnpasten, etwa mit antibakteriellen Wirkstoffen, für schmerzempfindliche Zähne oder gereiztes Zahnfleisch. Fluoridhaltige Zahnpasten schützen zudem vor Karies.

Nicht immer ist jedoch eine Zahnbürste zur Hand. In diesem Fall den Mund einfach mit klarem Wasser ausspülen und mit einem Zahnpflegekaugummi reinigen. Kaugummis regen den Speichelfluss an und sorgen damit dafür, dass schädliche Säuren, die bei jeder Nahrungsaufnahme entstehen, schneller neutralisiert werden.

Oftmals lagern sich mit der Zeit auch Verfärbungen auf den Zähnen an, zum Beispiel durch Rauchen oder den regelmäßigen Konsum von Rotwein, Kaffee oder anderen färbenden Lebensmitteln. Oberflächliche Verfärbungen lassen sich mit Zahnpasta für weiße Zähne entfernen. Diese enthält Schleifstoffe, welche die Verfärbungen auf dem Zahnschmelz abtragen und so die ursprüngliche Zahnfarbe wiederherstellen. Da Zahnpasten für weiße Zähne jedoch den Zahnschmelz angreifen, sollten Sie diese Produkte nicht zu häufig anwenden.

Zehn Fehler beim Zähneputzen

 

Zahnseide für die Zwischenräume

Zähneputzen alleine kann die Zahnbeläge jedoch nicht vollständig beseitigen. Häufig entsteht Karies aber auch in den Zahnzwischenräumen, wo die Zahnbürste nicht hinkommt. Um auch dort Nahrungsresten und Zahnbelag den Garaus zu machen, einmal am Tag Zahnseide oder geeignete Interdentalbürstchen verwenden.

Damit lassen sich auch die letzten Essensreste aus dem Gebiss entfernen, die der Zahnbürste entgangen sind - wenn die Zahnseide richtig benutzt wird. Und dadurch wird auch unangenehmem Mundgeruch vergebeugt.

Am besten beginnt man beim Reinigen mit den vorderen Zähnen. Die Zahnseide sollte an beiden Enden festgehalten und in den Zahnzwischenräumen mehrmals nach oben und unten bewegt werden. Dasselbe beim nächsten Zahn, bis das komplette Gebiss gereinigt ist.

Zahnseide mindestens alle zwei Tage verwenden

Der Griff zur Seide ist vor allem abends wichtig: Über den Tag hinweg haben sich Speisereste in den Zwischenräumen angesammelt, die nun nach dem Zähneputzen entfernt werden können. Spätestens alle zwei Tage sollten die Zahnzwischenräume mit Zahnseide gereinigt werden, bei Zahnfleischbluten oder Parodontitis täglich.

Wer seine Zähne optimal reinigen möchte, hat die Wahl zwischen gewachsten und ungewachsten Fäden. Welche man wählt, hängt von der Größe der Zahnzwischenräume ab: Bei eng stehenden Zähnen empfehlen Zahnärzte eher eine gewachste Zahnseide. Diese gleite leichter durch die engen Stellen.

Für große Zahnzwischenräume ist dagegen ungewachste Zahnseide besser geeignet. Diese raut sich beim Benutzen auf und unterstützt so das Putzen. Aufgebauschte Zahnseide eignet sich für große Zwischenräume oder bei Zahnspangen.

Grundsätzlich sollten man sich die richtige Anwendung von einem Zahnarzt oder einer Prophylaxehelferin in der Arztpraxis zeigen lassen. Ansonsten könne die Papille, das dreieckige Zahnfleischstück zwischen den Zähnen, leicht verletzt werden.

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Sixx

 

Interdentalbürsten als Alternative

Eine Alternative zur Zahnseide bietet die Interdentalbürste. Mit ihr gelangt man gut unter festsitzende Brücken, Zahnspangen und in erweiterte Zwischenräume.  Die Bürste, die aussieht wie ein kleiner Flaschenreiniger, füllt mit ihrem großen Kopf die behandelten Stellen im Gebiss komplett aus. Interdentalbürsten gibt es in verschiedenen Größen und Materialien.

Mundspüllösungen mit Fluorid härten außerdem den Zahnschmelz und machen ihn somit widerstandsfähiger. Mundspüllösungen sollten jedoch keinesfalls das Zähneputzen ersetzen. Zahnärzte empfehlen, mindestens zweimal täglich die Zähne zu putzen, vorzugsweise nach den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen.

Bakterien siedeln sich auch auf der Schleimhaut der Zunge und des Gaumens an. Entsprechende Beläge gefährden nicht nur gesunde Zähne, sondern sind außerdem die Hauptursache für schlechten Atem und Mundgeruch. Gründliches Putzen von Zunge und Gaumen mithilfe einer Bürste oder eines speziellen Zungenschabers sollte daher ebenso zur täglichen Routine werden wie das Zähneputzen.

Schöne und gesunde Zähne durch regelmäßige Prophylaxe

Schöne und gesunde Zähne erfordern nicht nur eine tägliche Zahnpflege, sondern auch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt. Diese sollten Sie mindestens einmal pro Jahr, besser alle sechs Monate wahrnehmen. Der Zahnarzt untersucht Ihr Gebiss auf Zahnfleischentzündungen, Karies, Parodontitis und Zahnfehlstellungen hin und behandelt mögliche Erkrankungen. Zudem bieten die meisten Zahnarztpraxen eine professionelle Zahnreinigung an. Dabei werden vorsichtig Zahnbeläge, Zahnstein sowie oberflächliche Verfärbungen entfernt und die Zahnoberflächen poliert.

Zahngesunde Ernährung

Die richtige Ernährung hat einen großen Einfluss auf gesunde Zähne. Rohkost und Vollkornbrot müssen kräftig gekaut werden, regen den Speichelfluss an und sind daher gut für die Beißerchen. Säurehaltige Nahrungsmittel und Getränke wie Obst, Sekt, Cola und Obstsaft hingegen können auf Dauer den Zahnschmelz angreifen und die Zähne demineralisieren. Daher am besten immer zu den Hauptmahlzeiten genießen und nach dem Essen die Zähne reinigen. Klebrigen Leckereien wie Honig, Bonbons und Schokolade, aber auch stärkereiche Kost wie Haferflocken, Chips und Cornflakes unterstützen die Vermehrung von Karies-Bakterien. Auch hier heißt es also, nach dem Genuss Essensreste von den Zähnen entfernen, um gesunde Zähne zu erhalten.

Zähne putzen - aber richtig!

Autor:
Letzte Aktualisierung: 05. Juli 2017
Durch: es
Quellen: Online-Information der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: Patienteninformation: Häusliche Prophylaxe www.dgzmk.de/patienten/patienteninformation/haeusliche-prophylaxemassnahmen.html (Abruf: 29.06.2017); Online-Information der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Die Deutschen Zahnärzte. Vorsorge bei Erwachsenen. http://www.kzbv.de/vorsorge-bei-erwachsenen.326.de.html (Abruf: 29.06.2017); Hellwege, K.-D.: Die Praxis der zahnmedizinischen Prophylaxe. Thieme Verlag, Stuttgart 2003; Roulet, J.-F., Zimmer, St.: Prophylaxe und Präventivzahnmedizin. Thieme Verlag, Stuttgart 2003 Roulet, J.-F., Fath, S., Zimmer, St.: Lehrbuch Prophylaxeassistentin. Urban & Fischer Verlag, München 2006

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