Was einen guten Kinderzahnarzt ausmacht

Mit dem Kind beim Zahnarzt

Eine Behandlung beim Zahnarzt kann für Kinder eine besondere Tortur sein. Wenn der erste Besuch beim Kinderzahnarzt jedoch gut vorbereitet wird, nimmt man ihm viel von seinem Schrecken. Sowohl die Eltern als auch ein sensibler Arzt und sein Praxisteam übernehmen hier wichtige Rollen.

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Beim Kinderzahnarzt geht es im besten Fall entspannt und lustig zu. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen - deshalb sind viele Zahnärzte und deren Praxispersonal speziell für den Umgang mit den kleinen Patienten geschult.
© iStock.com/BraunS

Die meisten Kinder machen erst Bekanntschaft mit dem Zahnarzt, wenn es weh tut. Das ist ein eher ungünstiger Zeitpunkt, damit das Kind sich an den Zahnarzt und die Untersuchungen gewöhnen und ein ganz entspanntes Verhältnis aufbauen kann. Wenn das Kind Zahnschmerzen hat, ist die Behandlung nicht nur unangenehm und schmerzhaft. Die unbekannten Personen, Räumlichkeiten, Gerätschaften, Gerüche und Geräusche machen ihm zusätzlich Angst. Es wird an den ersten Zahnarztbesuch und die Behandlung nicht gern zurückdenken und künftig vielleicht nur mit viel Überwindung auf dem Unterstuchungsstuhl Platz nehmen oder gar eine ausgeprägte Zahnarztangst entwickeln.

Ein schlecht vorbereiteter Besuch beim Zahnarzt kann auch dessen Arbeit erschweren. Zur Behandlung von Kindern gehört viel Einfühlungsvermögen, Arzt und das Praxisteam müssen sich in die kleinen Patienten hineinversetzen und die Behandlung an das Alter des Kindes anpassen. Das alles findet am besten in entspannter Atmosphäre statt und nicht wenn das Kind sich mit Zahnschmerzen quält.

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Schnupperbesuch beim Kinderzahnarzt

Je früher das Kind den Zahnarzt und die Praxis kennenlernt, desto unbefangener geht es später an regelmäßige Untersuchungen und Behandlungen heran. Wenn kein spezialisierter Kinderzahnarzt in der Nähe zu finden ist, kann dies ohne Weiteres der Zahnarzt sein, zu dem auch die Eltern gehen. Dorthin können Eltern ihr Kind zunächst erst einmal zur eigenen Kontrolluntersuchung mitnehmen. So lernt das Kind, dass ein Besuch beim Zahnarzt etwas Alltägliches ist und nicht mit Angst verbunden sein muss. Selbst wenn es nur im Wartezimmer bleibt und noch nicht mit dem Behandlungszimmer kommt, kann es die Umgebung, Geräusche und Gerüche kennenlernen. Meist ist die Neugierde jedoch so groß, dass die Kinder von sich aus die Eltern mit in das Behandlungszimmer begleiten, den Zahnarzt kennenlernen und die Behandlung miterleben.

Dabei ist es jedoch wichtig, dass die Eltern selbst keine Angstpatienten sind. Sie sollten in der Lage sein, während der Behandlung Selbstsicherheit, Ruhe, Vertrauen zum behandelnden Arzt auszustrahlen. Ist das nicht der Fall, ist es sinnvoller, wenn das Kind im Wartezimmer bleibt.

Wann sollte das Kind das erste Mal zum Zahnarzt?

Spätestens wenn ein Teil des Milchgebisses durchgebrochen ist, sollten Eltern einen ersten eigenständigen Zahnarzttermin für das Kind ausmachen. Kinderzahnärzte empfehlen sogar, bereits ab dem ersten Milchzahn mit dem Kind zu Vorsorge-Untersuchungen zu gehen. So kann das Kind ganz allmählich in seine Rolle als Patient auf dem Zahnarztstuhl hineinwachsen und den Besuch von vornherein als etwas Normales erleben. Gratis für Sie: Ratgeber "Gesund im Mund"

Auch für die Eltern hält der erste Zahnarztbesuch mit dem Kind wichtige Informationen bereit. Vom Zahnarzt und dem Praxisteam bekommen sie nützliche Tipps für die richtige Zahnpflege ihres Kindes. Auch Fragen zur Benutzung von Schnuller und Flasche, der Anwendung von Fluoriden, zu Zahnfehlstellungen und Ernährung können beantwortet werden.

Bereits zu Hause sollte das Kind auf den Besuch vorbereitet werden: In kleinen Spielen oder mit Hilfe des Kuscheltiers erklären die Eltern den Ablauf. Dabei sollten sowohl angsteinflößende, negative Bemerkungen als auch beschönigende Aussagen ("Das tut gar nicht weh") vermieden werden. Auf allzu detaillierte Beschreibungen der Vorgänge und verschiedenen Instrumente verzichten Eltern besser.

Was einen guten Kinderzahnarzt ausmacht

Möglicherweise bespricht der Zahnarzt auch vorab den ersten Termin mit den Eltern gemeinsam und erläutert, was die kleinen Patienten und die Begleitperson erwarten können. Viele Zahnärzte und deren Praxispersonal sind speziell für den Umgang mit den kleinen Patienten geschult. Sie wenden für deren Behandlung ganz spezielle auf Kinder ausgerichtete verhaltenspsychologische Methoden an und erklären ihnen ihre Tätigkeit in einer kindgerechten Sprache. Eltern können bei diesem Gespräch auch auf mögliche Ängste des Kindes hinweisen und nach verschiedenen Behandlungsmethoden fragen.

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Für den ersten Zahnarztbesuch mit dem Kind sollten sich Eltern genügend Zeit nehmen. Wichtig ist es, sich als Elternteil zurückzuhalten – das Kind steht im Mittelpunkt. So wird das Kind als erstes begrüßt und kann auch, sofern es bereits alt genug ist, mit dem Zahnarzt oder der Assistentin allein ins Behandlungszimmer gehen. Bei sehr kleinen Kindern gehen die Eltern mit, sollten sich jedoch zurückhalten und nicht ständig zwischen Kind und dem Zahnarzt zu vermitteln versuchen.

Während des ersten Zahnarztbesuchs können Arzt und Kind zum Beispiel ein mitgebrachtes Kuscheltier gemeinsam untersuchen. Dabei kann der Kinderzahnarzt auch die verschiedensten Instrumente und wie sie im Mund eingesetzt werden, kindgerecht erklären. Beim ersten Zahnarztbesuch spielt es auch keine Rolle, ob sich das Kind lediglich untersuchen lässt oder ob bereits eine Behandlung im eigentlichen Sinne stattfinden kann.

Eltern sollten auch vermeiden, dem Kind eine Belohnung nach dem Zahnarztbesuch zu versprechen. Dies könnte das Kind zu sehr unter Druck setzen und die Behandlung erschweren. Am besten ist es, so wenig Aufhebens wie möglich um den Zahnarztbesuch zu machen.

Mit Zahnschmerzen zum Kinderzahnarzt

Nicht immer ist solch eine sanfte Herangehensweise möglich. Manchmal kommt ein Kind mit Zahnschmerzen und muss sofort behandelt werden. Größere Kinder sind durchaus in der Lage, zu erkennen, dass jetzt gebohrt werden muss und das weh tun kann.

Ein guter Kinderzahnarzt lässt dem Kind während einer Behandlung die Möglichkeit der Einflussnahme, zum Beispiel, ob ein Bohrer oder ein Handgerät eingesetzt wird, ob mit oder ohne Wasserspülung gebohrt wird.

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Ein guter Kinderzahnarzt verabredet mit dem Kind zudem bestimmte Signale und Gesten, wenn es weh tut oder eine Pause gebraucht wird. Bei kleineren Kindern ist der Zahnarzt dabei auf die Mitarbeit der Eltern angewiesen.

Beruhigung und Betäubung bei Kindern

Bei Kindern gibt es verschiedene Möglichkeiten der Betäubung und Beruhigung, um Aufregung und Schmerzen während der Behandlung zu verhindern oder zu reduzieren. Das ist besonders dann wichtig, wenn es sich um ein sehr ängstliches Kind handelt.

Folgende Möglichkeiten hat der Zahnarzt für eine schmerzarme Behandlung bei Kindern – falls er diese nicht von sich aus anbietet, sollten Eltern aktiv nachfragen:

  • Betäubungsspritzen sind inzwischen bei der Behandlung von Erwachsenen Standard und auch bei Kindern werden sie eingesetzt. Um den Einstich von Betäubungsspritzen möglichst schmerzarm zu gestalten, kann vorher ein angenehm schmeckendes Betäubungsgel auf das Zahnfleisch aufgetragen werden.

  • Eine sehr schmerzarme Methode der Kariesentfernung ist die Behandlung mit einem Laser. Bei diesen speziellen Dentallasern wird mit hochenergetischem Licht und ohne störende, laute Vibrationen gearbeitet. Auch kleine chirurgische Eingriffe im Bereich der Mundhöhle können damit durchgeführt werden.

  • Besonders ängstliche oder unkooperative Kinder können eine Zahnarztbehandlung stark erschweren oder gar unmöglich machen. Bei ihnen wird häufig ein Beruhigungsmittel zur Sedierung angewandt. Das Medikament macht schläfrig und minimiert Angstgefühle. Oft können sich die Kinder hinterher nicht mehr an die Zahnbehandlung erinnern – und so auch keine negativen Gefühle damit verbinden. Das Medikament wird häufig als Saft oder Tablette verabreicht, während der Sedierung sollte das Kind von einem Anästhesisten überwacht werden.

  • Bei Behandlungen, die länger dauern oder mehrere Sitzungen in Anspruch nehmen würden (zum Beispiel umfangreiche Kariessanierung), ist eine Vollnarkose sinnvoll. So wird das Kind nicht unnötig oder mehrfach unter Stress gesetzt.

  • Eine Alternative zur Vollnarkose mittels Intubation ist der Einsatz von Lachgas über eine Nasenmaske. Das dabei eingesetzte Distickstoffmonoxid hat eine beruhigende und angstlösende Wirkung. Die Empfindlichkeit für Schmerzen nimmt stark ab, auch der Würgereiz wird extrem vermindert. Während der Behandlung bleibt das Kind jedoch ansprechbar und kann mitarbeiten. Lachgas kann auch bei längeren Behandlungen eingesetzt werden, ein Anästhesist muss dafür nicht anwesend sein.

Nicht alle Möglichkeiten der schmerzarmen Behandlung von Kindern werden in jedem Fall von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Vor einer möglichen Behandlung sollten sich Eltern beim Kinderzahnarzt über die Kosten informieren.

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