Vorsorgeuntersuchung

Vorsorgeuntersuchung für Kinder und Jugendliche von sieben bis 18 Jahren

Auch im Schulalter und bis der Nachwuchs fast erwachsen ist, empfehlen Kinder- und Jugendärzte weitere Vorsorgeuntersuchungen. Sie dienen dazu, Entwicklungsstörungen, Erkrankungen sowie Auffälligkeiten im sozialen und Lernverhalten zu erkennen. Nicht alle dieser Untersuchungen werden von den Krankenkassen bezahlt.

Nicht mehr Kind und noch nicht Erwachsen: Jugendliche unterwegs in den Urlaub
Bei der Jugendgesundheitsuntersuchung (J1/2) legt der Arzt besonders Augenmerk auf die körperliche, soziale und sexuelle Entwicklung.
© Getty Images/George Doyle

Neben dem gelben Vorsorgeheft bekommen Eltern noch ein grünes Checkheft für vier zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen, die der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) empfiehlt. Diese Vorsorgeuntersuchungen führen Kinder- und Jugendärzte oder auch Hausärzte durch.

Im Alter der U10 und U11 treten häufig Schulschwierigkeiten auf, deshalb dient diese Vorsorgeuntersuchungen unter anderem dem Erkennen von Schulleistungsstörungen, Sozialisations- und Verhaltensstörungen. Aber auch Zahn-, Mund- und Kieferanomalien oder gesundheitsschädigendes Medienverhalten sollen erkannt werden und – falls erforderlich – die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet werden.

Diese Untersuchungen sollen auch der Bewegungs- und Sportförderung dienen, gesundheitsbewusstes Verhalten unterstützen und den problematischen Umgang mit Suchtmitteln erkennen und verhindern helfen. Je nach Bedarf zum Beispiel mit Hilfe von Ernährungs-, Bewegungs-, Stress-, Sucht- und Medienberatung.

Wichtig zu wissen: Die U10, U11 und die J2 sind freiwillige Vorsorgeuntersuchungen. Die Kosten dafür werden nicht von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Konzentration bei Schulkindern fördern

U10 – sieben bis acht Jahre

Die U10 findet im Alter von sieben bis acht Jahren statt und ist die erste zusätzliche Früherkennungsuntersuchung im Schulalter. Der Arzt achtet bei der U10 neben der Beurteilung der körperlichen Entwicklung vor allem auf Anzeichen für Entwicklungs- und Verhaltensstörungen, die sich oft nach dem Schuleintritt bemerkbar machen. Dazu zählen zum Beispiel die Lese-Rechtschreib-Schwäche, Störungen der motorischen Entwicklung sowie ADHS. Auch Sozialisations- und Verhaltensstörungen, Zahn-, Mund- und Kieferanomalien sowie das Medienverhalten des Kindes sollen beurteilt sowie der Impfschutz des Kindes überprüft werden.

Wird eine Entwicklungs- oder Verhaltensstörung bei Ihrem Kind festgestellt, kann eine entsprechende Therapie eingeleitet werden.

Selbsttest
Test ADHS: Hat mein Kind das Zappelphilipp-Syndrom?

Das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) soll, so Schätzungen, bei bis zu zehn Prozent aller Kinder vorkommen. Etwa die Hälfte der Betroffenen muss deswegen behandelt werden. Doch wie können Eltern unterscheiden, ob die Hyperaktivität ihres Kindes noch im Rahmen des "Normalen" liegt oder auf ADHS zurückzuführen ist? Dies zu differenzieren ist schwierig. Daher ist nur ein erfahrener Arzt wie ein Kinderarzt oder Psychiater, in der Lage, die Diagnose zu stellen. Aber vielleicht kann Ihnen der folgende Test einige Anhaltspunkte liefern.

U11 – neun bis zehn Jahre

Mit der U11, die im Alter von neun bis zehn Jahren durchgeführt wird, wird untersucht, ob Probleme bezüglich schulischer Leistungen, Sozialisierung und Verhalten vorliegen. Erneut wird der Gesundheitszustand der Zähne und des Kiefers überprüft.

Bei dieser Untersuchung wird auf die Bewegungsgewohnheiten geschaut und auf Anzeichen für einen problematischen Umgang mit Suchtmitteln – der gegebenenfalls verhindert werden soll – geachtet. Aber auch gesundheitsbewusstes Verhalten soll bei dieser Untersuchung unterstützt werden (Ernährungs-, Bewegungs-, Stress-, Sucht- und Medienberatung). Die U11 dient dazu, das gesundes Verhalten zu fördern. Die U11 soll ebenfalls der Sportförderung dienen.

Impfungen: Bei Mädchen wird bei unzureichendem Rötelntiter gegen Röteln geimpft.

J1 – zwölf bis vierzehn Jahre

Die J1 ist die elfte und letzte von den Kassen erstattete Vorsorgeuntersuchung.

Ihr Kind wird in der J1 nochmals körperlich untersucht, um das Entwicklungsstadium zu überprüfen und eventuelle Fehlhaltungen oder chronische Erkrankungen frühzeitig festzustellen. Der Arzt ermittelt Größe und Gewicht Ihres Kindes und kontrolliert den Urin und das Blut. Auch auf eventuelle Hautprobleme (etwa Akne) und Essstörungen (wie Magersucht, Übergewicht) wird geachtet.

Bei der J1 wird zudem der Impfstatus Ihres Kindes überprüft und vervollständigt (z.B. Auffrischimpfungen gegen Tetanus und Diphtherie). Mädchen können sich auch noch gegen Röteln und HPV impfen lassen.

Der Arzt sollte außerdem mit Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter über wichtige jugendrelevante Themen wie Sexualität, Sport, Ernährung sowie den Umgang mit Nikotin, Alkohol und anderen Drogen sprechen.

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J2 – fünfzehn bis siebzehn Jahre

Die J2 als letzte Vorsorgeuntersuchung im Kindesalter ergänzt die Zeit nach der J1 bis zum frühen Erwachsenenalter und findet im Alter zwischen 16 und 18 Jahren statt. Besonderes Augenmerk liegt hier auf der Pubertät und sich entwickelnden Sexualität sowie diesbezüglich möglichen Störungen und Problemen.

Daran schließt die Überprüfung möglicher Verhaltens- und Sozialisationsstörungen an. Außerdem erfolgen Vorsorgeuntersuchungen auf Diabetes mellitus, Kropfbildung und orthopädische Haltungsstörungen. Des Weiteren erfahren die Jugendlichen Unterstützung bei der Berufswahl. Sie erhalten zudem Informationen zu jugendrelevanten Themen.

Impfung gegen HPV

Die Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) für Mädchen und junge Frauen im Alter von 12 bis 17 Jahren wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfohlen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs für diese Altersgruppe.

Die Impfung sollten Mädchen möglichst vor dem ersten Sexualkontakt  erhalten. Der Impfschutz ist vollständig nach der Injektion von drei Einzeldosen, die innerhalb von sechs Monaten in den Oberarm gespritzt werden.

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