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Zu viel Fernsehen hat Folgen für Kinder

Für viele Kinder ist Fernsehen die häufigste Freizeitbeschäftigung. Drei Viertel aller Haushalte verfügen über einen Kabelanschluss oder Satellitenempfang, da lässt sich immer was finden. Doch übermäßiges Fernsehen bleibt bei den Jüngsten kaum ohne psychische und körperliche Folgen. Oft fällt die Entscheidung schwer, deshalb zappen die Kids zwischen den Programmen hin und her.

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Fernsehen gehört für viele Kinder zum Alltag
Getty Images/Creatas RF

Selten verfolgen Kinder die Beiträge im Fernsehen von Anfang bis Ende – vor allem dann nicht, wenn zu wenig auf der Mattscheibe passiert. Denn Kinder wollen Filme vor allem gefühlsmäßig erleben: Je mehr die Aufmerksamkeit gereizt wird, desto besser.

Schlechte Schulnoten durch zu viel Fernsehen

Das bleibt nicht ohne Folgen, besonders bei Kindern, die mehr als drei Stunden täglich fernsehen. Eine Freiburger Studie unter Leitung von Professor Dr. Michael Myrtek mit Elf- bis 15-jährigen Schülern hat dazu interessante Ergebnisse geliefert: Vielseher haben in der Schule deutlich mehr Stress und schlechtere Leistungen als Wenigseher, vor allem im Fach Deutsch. Beim Fernsehen ist es umgekehrt: Hier werden die Weniggucker emotional stärker gestresst. Kinder, die viel fernsehen, sind erheblich abgestumpfter.

Das Leiden der Fernsehkinder: Konzentrationsschwäche

Kinder, die viel fernsehen, schalten in der Schule schnell ab. Denn ihre Aufmerksamkeit wird dort ständig unterfordert. Sie sind schnelle Wechsel von Reizen gewöhnt, Zuhören und genaues Beobachten langweilen oder stressen sie bald. Das gilt auch für Gespräche mit Freunden, für die ohnehin weniger Zeit bleibt.

Kinder, die viel fernsehen, haben Kopfschmerzen und Schlafstörungen

Neben der geringen Fähigkeit, sich zu konzentrieren, sind es auch die zunehmenden Haltungsschäden und das Übergewicht durch Bewegungsmangel, vor denen Kinderärzte warnen. Zusätzliche Pfunde entstehen durch Essen und Naschen beim Fernsehen: Da die Kinder in dieser Situation Sättigung kaum wahrnehmen, verzehren sie vor dem Bildschirm viel größere Mengen. Auch Kopfschmerzen, Nervosität und Schlafstörungen gehören zu den Zipperlein der Kinder, die zu viel fernsehen.

Gestörte Sprachentwicklung durch das Fernsehen

"Bewegungsfaulheit auf der einen und Hyperaktivität auf der anderen Seite nehmen massiv zu", stellt Sylvia Schuster, Sprecherin des Landesverbandes Nordrhein der Kinder- und Jugendärzte fest. Und ansteigende Sprachentwicklungsstörungen bei Vorschulkindern beklagt Kurt Bielfeld, Bundesvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik: "Die Kinder schauen sich alles im Fernsehen ab. Sie üben nicht, selbst zu sprechen, und niemand korrigiert ihre Fehler."

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Letzte Aktualisierung: 04. Juni 2007

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