Kinderbuch & Comic

So haben Kinder Spaß am Lesen

Ein neuer Harry-Potter-Band erscheint und Tausende von Kindern fieberten den Abenteuern des Zauberlehrlings entgegen. Die Kleinen können noch, was viele Große verlernt haben: Beim Lesen tief in den Geschichten ihrer Helden versinken und dabei alles um sich herum vergessen. Ein Zustand, der zum "Flow" führt – dem Auslöser für Glücksgefühle.

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Family reading together
Getty Images/Brand X

Nicht nur der Inhalt der Bücher macht für Kinder den Spaß beim Schmökern aus. Lesen selbst macht glücklich, weil es mühsam ist, glauben Verhaltensforscher. Es sei schwer, sich ganze Welten aus wenigen abstrakten Symbolen – den Buchstaben – zusammenzusetzen. "Das Lesen von Büchern ist anstrengender als andere Formen der Unterhaltung, insbesondere das Fernsehen", sagte Elisabeth Noelle-Neumann, Leiterin des Allensbacher Instituts für Demoskopie. "Aber mit der Anstrengung entwickeln sich die Kräfte, und darauf scheint es nun für ein in der Grundstimmung glückliches Leben vor allem anzukommen." In einer Umfrage fand Noelle-Neuman heraus, dass regelmäßige Bücherleser häufiger ein "Flow" erleben. Das bezeichnet einen Zustand, in dem Menschen völlig in einer Tätigkeit aufgehen. Der "Flow-Effekt" gilt als Auslöser für Glücksgefühle.

Keine zu hohen Anforderungen, wenn Kinder lesen

Nach seinem Entdecker, den Psychologen Mihalyi Czikszentmihalyi, zeichnet "Flow" eine Form von Konzentration und Spannung aus, die bis zur Selbstvergessenheit reicht. Wenn Kinder so intensiv lesen, schwindet das Gefühl für Zeit und es kommt subjektiv zu einer Verschmelzung mit der Umwelt. Nach Czikszentmihalyi sind es vor allem die Sachen, bei denen wir an unsere Leistungsgrenzen stoßen, die uns voll und ganz aufgehen lassen. Doch Anforderungen und Fähigkeiten müssen aufeinander abgestimmt sein: Überforderung macht Angst und verhindert jeden Fluss; Unterforderung erzeugt Langeweile. "Flow-Erlebnisse" lassen sich nicht planen, das Geheimnis liegt in der Hingabe.

Erwachsene lesen weniger und oberflächlicher

Während viele Kinder noch stundenlang lesen und mit Harry Potter, Pippi Langstrumpf oder dem "Kleinen Hobbit" auf Abenteuer- und Entdeckungsreise gehen können, lesen die meisten Erwachsenen sehr viel weniger. Außerdem lesen sie oberflächlicher und brechen die Lektüre schneller ab, hat die Stiftung Lesen in einer Studie herausgefunden. Häufiges Argument: Zeitmangel. Doch das ist nicht der einzige Grund, sagen Experten. Konzentriertes Lesen erfordere ständiges Training. Nur so gelange man in den "Flow-Kanal" und erlebe ein Glücksgefühl. Einfacher sei es für viele Erwachsene, sich weniger anstrengend und zeitintensiv per TV zu unterhalten.  Ob das auf Dauer glücklich macht?

Sieben Tipps zum Lesen für Kinder

  •     Tipp 1: Kindern möglichst viel vorlesen. Am besten das Vorlesen als festes Ritual in den Alltag einbauen, um eine positive Beziehung zu Büchern aufzubauen.
     
  •     Tipp 2: Dem Kind früh Bücher anbieten. Gemeinsam mit dem Kind Bilderbücher anschauen und über das Gesehene sprechen. Dabei sollte das Kind seine Gedanken dazu frei formulieren.
     
  •     Tipp 3: Gelesene Bücher durch eigene Geschichten oder Spiele ergänzen oder vertiefen.
     
  •     Tipp 4: Mit Kindern Büchereien besuchen oder Veranstaltungen, die sich mit Büchern oder dem Lesen beschäftigen.
     
  •     Tipp 5: Bücher altersgemäß auswählen. Kinder sollten beim Lesen nicht überfordert werden, sonst werden sie leicht zu einem Lesemuffel.
     
  •     Tipp 6: Manche Kinder lesen lieber Comics, als Bücher mit viel Text. Eltern sollten auf das Interesse des Kindes eingehen und etwas aus dem hochwertigen Angebotssortiment auswählen.
     
  •     Tipp 7: Verschiedene Medien kombinieren. Zu vielen Fernsehserien gibt es auch Bücher. Oft macht ein Kinofilm Lust auf das Buch dazu.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 29. August 2006

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