Gefahr für das Kind

Kindern droht Gefahr durch Vergiftungen

Jedes Jahr müssen etwa 200.000 Menschen, hauptsächlich Kinder, wegen Vergiftungen im Krankenhaus behandelt werden. Dabei geht die Gefahr im Haushalt nicht nur von Spül- und Putzmitteln aus. Auch Zigaretten und Alkohol wirken bei kleinen Kindern hoch toxisch. Was im Vergiftungsfall zu tun ist? Wasser trinken, Arzt rufen, Reste der eingenommenen Substanz aufbewahren.

Kindern droht Gefahr durch Vergiftungen
Vergiftungen stellen besonders für Kinder eine Gefahr dar
(c) Stockbyte

Kinder zwischen einem und drei Jahren sind besonders durch Vergiftungen gefährdet. In diesem Alter erkunden sie ihre Umwelt nicht allein mit Augen und Fingern, sondern bevorzugt auch mithilfe der Zunge. Jeder Gegenstand, dessen Größe es erlaubt, wird in den Mund gesteckt.

Dass bei Medikamenten und Haushaltschemikalien Vorsicht geboten ist, wissen die Eltern im Allgemeinen. Die Gefahr, die durch Vergiftungen mit alltäglichen Substanzen wie zum Beispiel Alkohol ausgeht, wird dagegen häufig unterschätzt. Zum Vergleich: Während die tödliche Dosis Alkohol bei Erwachsenen zwischen 150 und 400 Gramm liegt, ist sie bei Kindern bereits bei etwa 30 Gramm erreicht – das entspricht ungefähr drei Gläsern Schnaps.

Besonders verlockend für Kinder sind Bowlen oder Rumtöpfe. Die mit Alkohol vollgesogenen Früchte sind bunt und süß und laden die Jüngsten förmlich dazu ein, in einem unbeobachteten Augenblick davon zu naschen. Wenn sich Kinder aus unerklärlichen Gründen erbricht, Verwirrtheit, Krämpfe und Zuckungen zeigt, können das Zeichen von Vergiftungen sein. Noch giftiger als Alkohol wirken Zigaretten. Bereits ein einziger Zigarettenfilter, den sich ein Baby oder Kleinkind aus dem Aschenbecher angelt, um ihn auszulutschen oder herunterzuschlucken, kann tödlich sein.

Vergiftungen mit ätherischen Duftölen haben bei Kindern zugenommen

Selbst Stoffe, die von den meisten Menschen als natürlich und deshalb ungefährlich eingestuft werden, können kleinen Kindern Schaden zufügen. Stark zugenommen haben in den letzten Jahren die Vergiftungen durch ätherische Öle, die als Badeöl oder für die Duftlampe mittlerweile in vielen Haushalten vorhanden sind.

Diese Vergiftungen sind in der Regel nicht lebensbedrohlich, führen aber zu starken lokalen Reizungen. Fast immer reicht es in solch einem Fall, die Kinder Wasser trinken zu lassen und ihnen medizinische Kohle zu geben. Dennoch sollten Vergiftungen durch Duftöle nicht unterschätzt werden. Sie können bei Kleinkindern einen akuten Atemstillstand und, bei größeren Dosen, Nieren- und Leberschädigungen verursachen. Die Wirkung ist abhängig von Art und Menge des geschluckten Öls.

Bei der Giftinformationszentrale der Universität Mainz geht man davon aus, dass die kritische Grenze für Vergiftungen durch hoch giftige Öle bei 20 Milligramm pro Kilo Körpergewicht liegt. Haben Kinder mehr zu sich genommen, besteht die Gefahr von Krämpfen. In diesem Fall sollte es für einige Stunden in einer Klinik überwacht werden. Als hoch toxisch gelten Campher-, Eukalyptus- und Pfefferminzöl sowie australisches Teebaumöl. Bei mindertoxischen Substanzen, wie beispielsweise Orangen-, Nelken-, Lavendel- oder Zimtöl haben die Mainzer Experten die Grenze bei 50 Milligramm festgelegt.

Eine weitere, oft übersehene Gefahrenquelle für Kinder stellen Vergiftungen durch Zimmerpflanzen dar. Besonders Kinder im Krabbelalter, stecken sich gerne Blätter und Blüten in den Mund. Stark reizende Pflanzen wie die Dieffenbachie können Schleimhauthautentzündungen, Bauchschmerzen, Erbrechen und Blasenbildung im Mund auslösen.

Im Ernstfall bei Vergiftungen: Wasser trinken – kein Erbrechen herbeiführen

Haben sich Kinder trotz aller Vorsicht der Eltern etwas in den Mund gesteckt oder es getrunken, ist es wichtig bei Vergiftungen besonnen vorzugehen.

  • Dem Kind Tee, Wasser oder Saft zu trinken geben, keinesfalls jedoch Milch, da sie die Aufnahme des Gifts in die Blutbahn beschleunigt.
  • Kein Erbrechen herbeiführen. Bei Vergiftungen mit Waschmitteln könnte Schaum in die Lunge der Kinder gelangen. Bei ätzenden Substanzen würden diese die Speiseröhre ein zweites Mal schädigen.
  • Telefonisch ärztliche Hilfe anfordern oder sich an den regionalen Giftnotruf wenden.
  • Einen Rest der eingenommenen Substanz aufbewahren, um sie dem behandelnden Arzt zeigen zu können.

Die Giftnotrufzentrale in Berlin empfiehlt allen Eltern, die ihre Wohnung kleinkindsicher machen wollen, sich auf allen Vieren durch die Räume zu bewegen. So sind sie besser in der Lage, gefährliche Substanzen und Gegenstände zu entdecken, die sich in Reichweite ihres Sprösslings befinden.

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