Gefahr für das Kind

Kinder: Vergiftungen durch Badezusätze

Sie sind bunt, sie sind rund, sie riechen gut. Mutters Badetabletten und -perlen sehen für kleine Kinder verlockend aus. Haben Kinder einmal die Relax-Tabs mit Bonbons verwechselt und gegessen, besteht meistens kein Anlass zur Sorge. Anders liegt der Fall, wenn Badezusätze mit Salz vernascht wurden. Hier kann es zu lebensbedrohlichen Vergiftungen kommen.

Kinder- Vergiftungen durch Badezusaetze
Badezusätze können für Kinder gefährlich sein und Vergiftungen hervorrufen

Kleine Kinder sind neugierig. Sichten sie bunte bonbonartige Gegenstände, ist die Verlockung groß: Schmeckt das auch so gut wie es aussieht? Und schon wandert das verheißungsvolle Etwas in den Mund. Etwa 100.000 Mal pro Jahr verschlucken Kinder in Deutschland Dinge, die nicht in Kindermünder gehören. In 90 Prozent der Fälle bleibt das folgenlos und die Eltern können erleichtert aufatmen. Bei weniger als einem Prozent der Vergiftungen treten bei Kleinkindern lebensgefährliche Verletzungen auf – das kann etwas bei Badezusätzen mit Salz passieren. Tödliche Vergiftungen sind mit 20 bis 40 Fällen pro Jahr selten.

Schäumende Tenside sind meistens ungefährlich

Etwa ein Drittel der Vergiftungen passieren in deutschen Haushalten mit waschaktiven Substanzen, so genannten Tensiden, die in Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Kosmetika wie Badezusätzen enthalten sind. Diese Fälle gehen in der Regel glimpflich aus. Auch Badetabletten und -perlen bestehen überwiegend aus Tensiden. Zusätzlich sind unterschiedliche Duftstoffe wie ätherische Öle und wirkaktive Substanzen wie Mineralsalze, Algen, Kohlenhydrate oder andere Stoffe beigemischt. Die zugesetzten Stoffe sind in der Regel in kleinen Mengen enthalten, sodass es unwahrscheinlich ist, dass selbst an sich problematische Substanzen zu Vergiftungen führen. Laut Dr. Walter Sterzel, Toxikologe der Firma Henkel, "ist bisher nichts Gravierendes passiert", wenn Kinder Badeperlen oder -tabletten verschluckt haben.

Achtung bei Vergiftungen mit salzhaltigen Badezusätzen!

Vorsicht: Hat das Kind salzhaltige Badezusätze verschluckt, besteht womöglich Lebensgefahr durch diese Vergiftungen. Diese Badezusätze können Kochsalz enthalten. Das kann bei Kleinkindern schon ab der Menge von drei bis sieben Gramm – etwa ein Teelöffel – zu einer lebensbedrohlichen Vergiftung führen. In einem solchen Fall muss das Kind umgehend per Notarzt in eine Klinik gebracht werden.

Der Giftnotruf hilft weiter

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte ein Giftnotruf bei Vergiftungen gefragt werden, wenn das Kind Badezusätze verschluckt hat. Die Berater des Giftnotrufs können dann entscheiden, ob die Menge des jeweiligen Produkts Schaden anrichten kann und wie im Einzelfall weiter zu verfahren ist. Gegen die Blähungen und Bauchschmerzen, die Tenside verursachen, können dem Kind Entschäumer gegeben werden. Diese Mittel gibt es rezeptfrei in Apotheken. Auf keinen Fall sollte das Kind zum Erbrechen gebracht werden, wenn es Badeperlen oder -tabletten geschluckt hat. Dadurch könnte etwas von der schäumenden Substanz in die Lunge geraten.

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Letzte Aktualisierung: 30. Januar 2002

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