Gesund wohnen

Wo sich Bakterien und Keime am liebsten tummeln

Hygienisch sauber soll es sein und so verkneift sich manch einer schon mal den Gang aufs öffentliche WC. Doch die meisten Keime lauern in der heimischen Küche.

Krankenhauskeim MRSA
Krank machende Keime wie diese Staphylokokken sind in vielen Bereich unseres Lebens zu finden.
iStock

Bei vielen Menschen löst der Gedanke an die öffentliche Toilette regelrechte Angstzustände aus. Für das menschliche Auge unsichtbar, so meint man, tummeln sich dort die meisten Keime, die nur darauf warten, sich über den arglosen Besucher herzumachen. So verwundert es auch nicht, dass einer Umfrage zufolge jede zweite Frau und jeder dritte Mann versuchen, sich den Gang auf das öffentliche WC zu ersparen.

Und auch die eigene Toilette scheint nicht mit dem besten Image behaftet zu sein und so wird sie geschrubbt, desinfiziert und gewienert, um auch dem letzten Keim den Garaus zu machen. Anders verhält es sich mit der Küche. Bei all der Sorgfalt, die das heimische WC erlebt, wird es hier mit dem Putzen häufig nicht so genau genommen. Die Ungleichbehandlung ist nicht gerechtfertigt, wie Untersuchungen zeigen, denn tatsächlich befinden sich die meisten Keime eben nicht auf dem WC, sondern in der Küche.

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Alltagskeime in der Küche

Ein beliebter Tummelplatz für Bakterien ist das Spülbecken. Auf einem Quadratzentimeter in der Spüle lassen sich bis zu 10.000 Bakterien finden. Mit einem herkömmlichen Reinigungsmittel tötet man die unerwünschten Mitbewohner ab. Ganz wichtig: Nach dem Putzen den Spülschwamm gut ausspülen und trocknen lassen oder bei mindestens 60 Grad Celsius waschen, denn Erreger fühlen sich in Putzlappen und Geschirrschwämmen besonders wohl.

Auch älteren Küchenbrettchen sind viele Keime nicht abgeneigt. Laut einer Studie der University of Arizona, USA, sammeln sich hier im Schnitt 62.000 Bakterien pro drei Quadratzentimetern. Viele dieser Bakterien sind harmlos, gefährlich wird es jedoch, wenn rohes Geflügel auf dem Brettchen geschnitten wurde. Daher das Brettchen am besten bei hohen Temperaturen in der Geschirrspülmaschine reinigen.

Ein Spitzenreiter in Sachen Keimvielfalt ist der Kühlschrank. Wissenschaftler der University of Arizona haben in normalen Haushaltskühlschränken durchschnittlich 11,4 Millionen Keime pro Quadratzentimeter entdeckt. Zum Vergleich: Auf der Toilette waren es nur 100! Vor allem auf der Rückwand des Kühlschrankes machen es sich die Keime bequem, denn das Kondenswasser tut ihnen besonders gut. Am besten reinigt man den Kühlschrank mehrmals monatlich mit Essigwasser, denn die Säure tötet die Erreger sicher ab.

Alltagskeime in der Toilette und im Badezimmer

Die wenigsten Keime im Haushalt finden sich im Bad. Das stille Örtchen ist also nicht so schlimm wie gedacht. Auch hier reicht ein einfaches Putzmittel völlig aus, um die Keime verschwinden zu lassen. Doch wie sieht es mit den öffentlichen Toiletten aus? Der ADAC untersuchte im Jahr 2005 die Toiletten von 95 Raststätten und fand dabei heraus, dass nur 30% von ihnen hygienisch einwandfrei waren. Die Toiletten an sich wären jedoch das geringste Problem, wenn 31% der Männer und 17 Prozent der Frauen nach dem Toilettengang nicht auf das Händewaschen verzichten und die Erreger an den Waschbecken und Türklinken hinterlassen würden.

Das Auftreten von Keimen bedeutet nicht gleich eine Gefahr

Fakt ist, unsere Umgebung gestaltet sich nicht eben keimfrei. Einen Grund zur Panik gibt es aber trotzdem nicht, denn längst nicht alle Keime stellen eine Gesundheitsgefahr dar. Ob sie gefährlich sind, hängt vielmehr von der Art, der Menge sowie dem Weg der Aufnahme ab.

Für den Umgang mit Alltagskeimen reichen einfache Maßnahmen aus. Das Händewaschen steht an erster Stelle. Desinfektionsmittel haben im Haushalt nichts verloren. Ausnahme: Wenn jemand in der Familie an einem schweren grippalen Infekt oder einer Brechdurchfallerkrankung leidet, ist mit einer hohen Verunreinigung mit Krankheitserregern zu rechnen. In diesem Fall kann ein Desinfektionsmittel sehr sinnvoll sein.

Das Who is Who der Ungeziefer im Haus

 

Autor:
Letzte Aktualisierung: 22. Januar 2012
Quellen: Nach Informationen des Focus

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