Anti-Aging für jede Zelle

Mit gesundem Lebensstil das Alter aufhalten

Fleischverzicht, Sport und Entspannung halten nicht nur die Zellalterung auf, sondern verjüngen die Zellen sogar. Die Umstellung der Lebensweise verlängert nämlich die Telomere. Diese Schutzkappen der Chromosomen geben Aufschluss über das biologische Alter eines Menschen und verkürzen sich im Laufe des Lebens, bis die Zelle abstirbt.

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Vegetarisch essen verlängert nicht nur das Leben, sondern verjüngt sogar die Zellen.
Getty Images/Hemera

Manche Menschen sind mit 50 Jahren fit und sehen kaum älter aus als 40, andere wirken bereits alt. Alter ist nicht unbedingt an das Geburtsdatum gebunden, viel aussagekräftiger ist das sogenannte biologische Alter. Wissenschaftler lesen es an unserem Erbgut ab. Die Endkappen der Chromosomen, die Telomere, schützen das Erbgut. Im Laufe des Lebens verkürzen sie sich mit jeder Zellteilung – vergleichbar mit dem Docht einer brennenden Kerze. Bis jetzt galt die Lehrmeinung, dass Telemore im Laufe des Lebens immer kürzer werden und sich dieser Prozess nicht umkehren lässt.

Vegetarisch essen mit nur zehn Prozent Fett pro Tag

Experten der Universität Kalifornien in San Francisco haben jetzt Hinweise gefunden, dass das Gegenteil möglich ist. Damit ließe sich der Alterungsprozess aufhalten und sogar bis zu einem gewissen Maß umkehren. Die Forscher unter der Leitung von Dean Ornish untersuchten das Erbgut von einer Gruppe älterer Männer, bei denen ein langsam wachsender Prostatakrebs diagnostiziert worden war, und nahmen ihre Gesundheitsdaten auf.

Ein Teil der Probanden ernährte sich vegetarisch, nur zehn Prozent der täglichen Kalorienmenge stammten aus Fett. Zusätzlich trainierten sie täglich 30 Minuten und führten Entspannungsübungen durch. Die andere Gruppe behielt ihren gewohnten Lebensstil bei. Nach fünf Jahren wurden alle Daten erneut erhoben und das Erbgut unter die Lupe genommen.

Telomere verlängerten sich – Zellen wurden jünger

Eigentlich wollten die Wissenschaftler mit ihrer Studie feststellen, ob sich der Lebensstil auf die Entwicklung der Krebserkrankung auswirkt. Doch bei der Untersuchung der Chromosomen stießen sie auf eine Überraschung: Die Telomere hatten sich bei denen, die gesund lebten, um etwa zehn Prozent verlängert. Der Alterungsprozess war also nicht nur aufgehalten, sondern sogar umgekehrt: Die Zellen waren jünger statt älter geworden. In der Vergleichsgruppe waren die Telomere altersentsprechend drei Prozent kürzer geworden.

Das soziale Netz hält jung

"Das ist die erste kontrollierte Studie, die zeigt, dass eine Änderungen des Lebensstils die Telomere verlängert und auf zellulärer Ebene die Alterung umkehrt", sagt Ornish. Mit eine Rolle habe jedoch gespielt, dass die Männer in der Vegetarier-Gruppe zusätzlich gut vernetzt mit Freunden und anderen Patienten gewesen seien. Diese vierte Komponente – neben Fleisch- und Fettverzicht, Bewegung und Entspannung – stellte sich bereits in früheren Studien als lebensverlängernd heraus. "Wir konnten mit High-Tech-Wissenschaft zeigen", resümiert Ornish, "wie stark einfache Low-Tech-Maßnahmen wirken können."

Biologische Uhr auf Unsterblichkeit einstellen

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Unsterblichkeit programmierbar? Die Biologische Uhr sitzt auf den Enden unserer Chromosome.
(c) Thinkstock

An der Universität von Kalifornien in Los Angeles forscht Steve Horwarth an einer Möglichkeit, die biologische Uhr der Zellen zurückzudrehen. Sein Team am Lehrstuhl für Genetik und Biostatistik untersucht medikamentöse Einflussfaktoren auf die Endkappen der Chromosomen, die als interner Zeitmesser für die jeweilige Zelle fungieren. Ließen sich diese Telomere durch neue Arzneien verlängern, würde sich die Zelle genetisch betrachtet verjüngen und ihr Verfallsdatum, das mit dem programmierten Zelltod (Apoptose) endet, niemals erreichen. Altersbedingte Krankheiten wie eine Alzheimer-Demenz und Parkinson ließen sich so verhindern oder Krebs- und Tumorerkrankungen in Ihrer Entwicklung stark bremsen und vielleicht heilen.

Für diese Erkenntnisse wurden 2012 John Gurdon (Universität von Cambridge) und Shinya Yamanaka (Univeristät von Kyoto) mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Die Forscher um Horwarth gehen nun den Schritt weiter und beginnen mit der Entwicklung von Wirkstoffen, die uns der Unsterblichkeit tatsächlich näher bringen könnten.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 22. Oktober 2013
Durch: Andreas Gill / Lifeline
Quellen: Lancet Oncology The Guardian, (http://www.theguardian.com/science/2013/oct/21/dna-body-clock-ageing) - Abruf 22.10.2013

Beitrag zum Thema aus der Community
  • Expertenrat Ernährung, Diät und Abnehmen
    Richtige Ernähung
    21.03.2002 | 03:03 Uhr

    Vor einem Jahr mit sechzig übergewichtig und gesundheitlich fast ein Wrack...   mehr...

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