Missbrauch vorbeugen

Selbstverteidigung für Frauen

Polizeiliche Untersuchungen haben gezeigt, dass ein selbstbewusstes Auftreten verhindern kann, dass Frauen als Opfer in Frage kommen. In 70 Prozent der Überfälle konnte Selbstverteidigung wie kräftiges um sich Schlagen und Schreien eine Vergewaltigung verhindern. In sonstigen Fällen sexualisierter Gewalt ließen sogar 95 Prozent der Täter von ihren Opfern ab.

Selbstverteidigung fuer Frauen
Selbstverteidigung hilft Frauen, sich gegen Angreifer behaupten zu können
(c) Medioimages/Photodisc

Selbstbewusstes Auftreten von Frauen und das Wissen um die eigenen physischen und psychischen Stärken in der Selbstverteidigung bieten den besten Schutz vor Vergewaltigung und sexuellen Übergriffen. Den potenziellen Täter zieht gerade ängstliches Verhalten und Unsicherheit an: Sexuelle Gewalt ist ein Macht-"Spiel".

Das Polizeifortbildungsinstitut Neuss nennt folgende hilfreiche präventive Verhaltensweisen als Selbstverteidigung für Frauen:

  • Grundsätzlich: Solidarisch sein, Hilfe leisten oder Hilfe holen!
     
  • Lassen Sie sich in einsamen Gegenden nicht auf ein Gespräch ein. Gehen Sie zügig und selbstbewusst weiter und steuern Sie das nächste beleuchtete Haus an. Wechseln Sie konsequent die Straßenseite. Bei vermuteter Verfolgung kreuzen Sie die Straße in einem 90-Grad-Winkel, halten Sie nach beleuchteten Hauseingängen Ausschau, gehen Sie zielstrebig auf ein Objekt zu und klingeln Sie.
     
  • Wenn möglich, suchen Sie die nächste Telefonzelle auf und wählen Sie 110. Stehen Sie mit dem Rücken zur Wählscheibe und hängen Sie nicht wieder auf bis Hilfe kommt. So vermitteln Sie dem Täter das Gefühl ein längeres Gespräch zu führen.
     
  • Gehen Sie immer in die Richtung, wo Menschen sind. Steuern Sie nicht ihre eigene Wohnung an, wenn Sie hierbei abgelegene Örtlichkeiten passieren müssen.
     
  • Sprechen Sie Frauen an, die auch alleine in Ihre Richtung gehen und gehen Sie zusammen.
     
  • Sollte die Bedrohung und Verfolgung konkret werden, rufen Sie zur Selbstverteidigung laut "Feuer, Feuer", da durch das Wort Feuer sich andere Menschen selber bedroht fühlen und eher Hilfe holen.
     
  • Sorgen Sie in Ihrer Wohnung für geeignete Tür- und Fenstersicherungen, eine kostenlose Beratung erhalten sie in jeder kriminalpolizeilichen Beratungsstelle.
     
  • Sollten sie in der Wohnung von einem Mann bedrängt oder bedroht werden, so werfen Sie Gegenstände wie Vasen, Aschenbecher, Blumentöpfe oder ähnliches durchs Fenster und schreien Sie laut "Feuer", weil sich dadurch die Nachbarn selbst bedroht fühlen und eher zu Hilfe kommen.
     
  • Nehmen Sie grundsätzlich Kontakt zu ihren Nachbarn auf. Wenn man sich kennt, ist die Hilfsbereitschaft größer.
     
  • Exhibitionistische Handlungen: Nehmen sie von diesen Männern keine Notiz, gehen Sie zügig weiter und verständigen Sie die Polizei.

Technische Hilfsmittel für Frauen zur Selbstverteidigung

Zuallererst ist wichtig, dass sich Frauen von technischen Mitteln zur Selbstverteidigung nicht abhängig machen, sondern ihren eigenen Körper als Waffe einsetzen können. Selbstverteidigungskurse, in denen offensives Verhalten eingeübt werden kann, sind das allererste Mittel zur Selbstverteidigung.

Zusätzlich gibt es folgende im Handel frei erhältliche Waffen, die Frauen zur Selbstverteidigung einsetzen können:

Reizgase in Spraydosen, Schreckschusswaffen mit Tränengaspatronen, eingebaute Sprühgeräte in Taschenlampen und Schlagstöcke/Elektroschlagstöcke. Vorsicht bei der Verwendung von Reizgas! Die Reizgasmenge ist oft nicht ausreichend, Windrichtung und -stärke spielen eine nicht unerhebliche Rolle. Zum einen gefährden sich Frauen so selbst und zum anderen sind auch Vergewaltigungen registriert, in denen der Täter dem Opfer das Reizgas abgenommen und gegen die Frau eingesetzt hat. Für geschlossene Räume und Pkw ist Reizgas ungeeignet. Auch die Verwendung von Elektroschlagstöcken zur Selbstverteidigung kann in sich in einer Angriffssituation gegen das Opfer selbst richten.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 28. August 2006
Quellen: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

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