Verhütung mit geringer Hormondosis

Hormonspirale: Für wen sie sich eignet

Die Hormonspirale zählt zu den hormonellen Verhütungsmethoden und gilt als sehr sicher. Sie wird für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren vom Arzt eingesetzt. Die Kosten fallen auf den Monat gerechnet damit eher gering aus. Trotzdem wird sie jüngeren Frauen nicht uneingeschränkt empfohlen.

Hormonspirale
Die Hormonspirale – hier dargestellt mit einer Einführhilfe – kann bis zu fünf Jahre lang getragen werden. Ihr Sitz sollte in der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt überprüft werden.
© JPC-PROD/Shutterstock

Die Hormonspirale besteht aus elastischem, latexfreiem Kunststoff in Form eines "T" und ist 32 Millimeter lang und 32 Millimeter breit. In ihrem Inneren enthält sie einen Zylinder, in dem sich ein Hormondepot mit Levonorgestrel, einem Gestagen, befindet. Sie wird vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingelegt und je nach Präparat nach drei bis fünf Jahren wieder entfernt.

Über diesen Zeitraum setzt das Hormondepot langsam und gleichmäßig geringe Mengen Levonorgestrel frei. Im Unterschied zur Mikropille, der beliebtesten Sorte der Antibabypille, enthält sie nur dieses eine Hormon und kein Östrogen.

Hormonspirale – häufige Fragen

Zudem wirkt das Hormon der Spirale vorwiegend "lokal" in der Gebärmutter. Dadurch ist dieses Verhütungsmittel weniger risikobehaftet als andere hormonelle Methoden und führt seltener zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Die Hormonspirale ist übrigens nicht mit der Kupferspirale zu verwechseln, die eine Schwangerschaft nicht hormonell, sondern über das abgegebene Kupfer verhindert.

Artikelinhalte auf einen Blick:

Kann jede Frau eine Hormonspirale anwenden?

Prinzipiell eignet sich die Hormonspirale für jede Frau. Voraussetzung ist, dass der Frauenarzt keine Gründe feststellt, die gegen ihren Einsatz sprechen (Kontraindikationen). Dazu zählen zum Beispiel

  • bestimmte Fehlbildungen der Gebärmutter,
  • eine zu kleine Gebärmutter,
  • Infektionen und Entzündungen im Genital- oder Beckenbereich oder
  • Zustände und Erkrankungen, die mit einem erhöhten Infektionsrisiko verbunden sind.

Um solche Kontraindikationen auszuschließen, wird der Frauenarzt die Frau vorab befragen (Anamnese) und verschiedene Untersuchungen durchführen, zum Beispiel eine Tast- und Ultraschalluntersuchung.

Die Hormonspirale als Verhütungsmethode wird in erster Linie Frauen empfohlen, die sich bereits ihren Kinderwunsch erfüllt haben. Grundsätzlich können aber auch junge Frauen die Hormonspirale anwenden. Hier gilt sie allerdings in der Regel nicht als Verhütungsmittel der ersten Wahl, weil man bei jungen Frauen ein höheres Infektionsrisiko vermutet. Die Hormonspirale wird in solchen Fällen vor allem dann in Betracht gezogen, wenn andere sichere Verhütungsmethoden zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen nicht eingesetzt werden können.

Frauen, die sich vorstellen können, innerhalb der nächsten Jahre ein Kind zu bekommen, sollten den Einsatz der Hormonspirale überdenken. Der Aufwand des Einlegens lohnt sich finanziell erst dann, wenn die Spirale mindestens zwei bis drei Jahre liegen bleibt (gleich zu den Kosten springen).

Der Einsatz der Hormonspirale kann außerdem sinnvoll sein, wenn einer der folgenden Faktoren vorliegt:

  • starke Blutungen: Die Regelblutung fällt unter Einfluss der Hormonspirale meistens schwächer, kürzer und weniger schmerzhaft aus.

  • Studienergebnissen zufolge scheint sie auch gut für Patientinnen geeignet zu sein, die an einer Endometriose (Ansiedlung von Gebärmutterschleimhautinseln außerhalb der Gebärmutter) oder einer Adenomyosis (gutartige Wucherung der Gebärmuttermuskulatur) erkrankt sind.

  • erhöhtes Thromboserisiko: Dieses steigt ab einem Alter von 35 Jahren an und wird zudem durch starkes Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes begünstigt.

Alternativen zur Pille

Wirkung und Nebenwirkungen der Hormonspirale

Das von der Spirale abgegebene Hormon Levonorgestrel sorgt dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut nicht aufbaut und sich eine Eizelle nicht einnisten kann. So wird eine Schwangerschaft mit hoher Sicherheit verhindert.

Gleichzeitig verändert sich das Blutungsverhalten: Die Monatsblutung wird meistens schwächer und kürzer oder entfällt bei einigen Anwenderinnen sogar ganz.

Der Eisprung selbst und damit der natürliche Zyklus werden anders als bei der Pille und anderen hormonellen Verhütungsmethoden nicht beeinflusst. Grund dafür ist die vorwiegend örtliche Wirkung der Hormonspirale in der Gebärmutter, der Hormonhaushalt des Körpers an sich bleibt nahezu unverändert.

Die Hormonspirale gilt daher als gut verträglich, jedoch können trotzdem Nebenwirkungen auftreten. Vor allem in der Eingewöhnungsphase kommen mitunter Zwischenblutungen, Stimmungsschwankungen oder Schmerzen vor, die meist als harmlos einzustufen sind. Ausführliche Informationen und bei welchen Nebenwirkungen Sie einen Arzt aufsuchen sollten, erfahren Sie in einem eigenen Artikel zum Thema.

Wie sicher ist die Hormonspirale?

Mit dem Pearl-Index wird die Sicherheit einer Verhütungsmethode bewertet. Je niedriger er ist, desto sicherer ist die jeweilige Anwendung. Bei der Hormonspirale beträgt der Pearl-Index 0,2 im ersten Jahr der Anwendung. Das heißt, zwei von 1.000 Frauen werden bei Anwendung der Hormonspirale innerhalb des ersten Anwendungsjahres ungewollt schwanger. Für die Gesamtliegedauer von fünf Jahren wurde ein Pearl-Index von 0,7 (sieben unerwünschte Schwangerschaften pro 1.000 Frauen über fünf Jahre) ermittelt. Damit gehört die Hormonspirale zu den sichersten Verhütungsmethoden.

Selbsttest
Welches Verhütungsmittel passt zu mir?

Verhütung ist eine höchst individuelle Sache und kommt stark auf die eigenen Vorlieben, den Charakter und die Lebensumstände an. Dieser Test kann daher nur als grobe Einschätzung dienen, welches Verhütungsmittel für Sie geeignet sein könnte. Ob es im Einzelfall sinnvoll ist, bewerten Sie am besten mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin und gegebenenfalls Ihrem Partner.

Was kostet die Hormonspirale?

Langfristig gesehen ist die Hormonspirale eine eher günstige Verhütungsmethode. Nur beim Einsetzen entstehen für die Frau Kosten, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden. Inklusive Beratung und Voruntersuchung beim Frauenarzt müssen Frauen mit rund 250 bis 400 Euro für das Einsetzen der Hormonspirale rechnen.

Wird sie tatsächlich, wie empfohlen, erst nach fünf Jahren gewechselt oder entfernt, entstehen der Anwenderin Kosten von rund vier bis knapp sechs Euro im Monat.

Die erste Nachkontrolle nach Einsetzen der Hormonspirale wird vom Frauenarzt mit Ultraschall gemacht. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse für gesetzlich Versicherte. Weitere Untersuchungen, die im Zusammenhang mit der Hormonspirale stehen, muss die Frau aber selbst bezahlen.

Für Frauen mit verstärkten Blutungen, die nicht in absehbarer Zeit schwanger werden wollen, ist die Hormonspirale mitunter die effektivste Therapie. Verordnet sie der Arzt zur Behandlung einer Menorrhagia und nicht als Verhütungsmittel, übernehmen die Krankenkassen in der Regel auch die Kosten.

Einsetzen der Spirale ist unkompliziert

Am besten wird die Hormonspirale während der Monatsblutung eingesetzt, weil der Gebärmutterhals zu diesem Zeitpunkt ohnehin leicht geöffnet ist. Mithilfe einer dünnen Einführhilfe wird ein Röhrchen, in dem sich die Spirale befindet, durch die Scheide und den Muttermund in die Gebärmutter eingeführt. Dort wird die Spirale aus dem Röhrchen freigesetzt, sodass sich die beiden "Ärmchen" öffnen und ihre T-Form entfalten können. Die Hormonspirale sitzt auf diese Weise sicher in der Gebärmutter und kann nicht einfach herausrutschen. Zum Schluss werden die Rückholfäden auf die passende Länge gekürzt.

Sitz der Spirale in der Gebärmutter
Die Spirale wird vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingelegt. Das Rückholbändchen schneidet er so zu, dass man es zwar ertasten, nicht jedoch damit aus Versehen die Spirale herausziehen kann.
© iStock.com/fruttipics

Gewöhnlich verläuft das Einlegen der Hormonspirale bis auf ein leichtes, einer Monatsblutung ähnelndes Ziehen im Unterbauch schmerzfrei. Die menstruationsähnlichen Beschwerden verschwinden jedoch in den meisten Fällen innerhalb weniger Tage. Dennoch können Sie, wenn Sie Angst vor Schmerzen haben sollten oder vor dem Einsetzen der Spirale sehr aufgeregt sind, Ihren Arzt um eine vorbeugende, schmerzstillende Behandlung bitten. Diese wird auch angewendet, wenn sich bei der gynäkologischen Untersuchung herausstellt, dass der Gebärmutterhalskanal eng ist und das Einlegen möglicherweise Schmerzen bereiten könnte. Diese Fälle treten allerdings nur sehr selten ein.

Sitzt die Hormonspirale richtig?

Unmittelbar nach dem Einlegen überprüft der Arzt die Lage der Spirale mithilfe von Ultraschall. Eine zweite Kontrolle findet nach der ersten Monatsblutung statt. Normalerweise liegt die Hormonspirale gut geschützt in der Gebärmutter und kann auch bei starker körperlicher Betätigung, etwa beim Sport, nicht verrutschen.

Dennoch sollte der Frauenarzt nach den ersten beiden Kontrollen vorsichtshalber mindestens einmal im Jahr den korrekten Sitz der Spirale überprüfen. Diese Untersuchung, die ebenfalls mit Ultraschall durchgeführt wird, lässt sich gut mit der jährlichen Vorsorgeuntersuchung verbinden. Treten unerwartete Beschwerden auf, sollte der Frauenarzt auch außerhalb der verabredeten Kontrolltermine aufgesucht werden.

Den Sitz der Spirale nach der Menstruation überprüfen

Frauen können nach Einsetzen einer Spirale ihre Gewohnheiten in Sachen Menstruationshygiene beibehalten. Die Spirale kommt durch ihren Sitz in der Gebärmutter gar nicht in Berührung mit Tampon oder Menstruationstasse, die in die Scheide eingeführt werden. Lediglich in den ersten 24 Stunden nach Einsetzen der Spirale ist Vorsicht geboten: Dann sollte auf diese Hilfsmittel verzichtet werden.

Um sicher zu gehen, dass eine Spirale nicht verrutscht oder abgegangen ist, empfiehlt es sich, die Rückholfäden nach jeder Menstruation zu überprüfen. Sind sie nicht mehr tastbar, sucht die Anwenderin besser umgehend den Gynäkologen auf. Dann ist die Spirale entweder nicht mehr da oder verrutscht.

Nach fünf Jahren ist ein Wechsel der Spirale fällig

Spätestens nach fünf Jahren ist es Zeit, die Hormonspirale entfernen oder wechseln zu lassen, weil dann das Hormondepot aufgebraucht ist und die Spirale ihre Wirksamkeit verliert. Ein spezieller Pass, in dem Einlege- und Entfernungsdatum vermerkt sind, kann Sie daran erinnern. Anders als beim Einlegen kann die Spirale unabhängig von der Menstruation entfernt werden. An den Rückholfäden wird die Spirale herausgezogen. Das Herausnehmen der Spirale ist unkompliziert und erfolgt durch den Frauenarzt.

Möchten Frauen auch nach fünf Jahren Tragezeit weiterhin mit der Hormonspirale verhüten, lässt sich nach Entfernen der alten sofort eine neue einlegen. Eine Pause ist nicht notwendig. Beim Wechsel der Hormonspirale ist die Frau vom ersten Tag an vor einer Schwangerschaft geschützt.

Nach dem Entfernen ist eine Schwangerschaft kein Problem

Bei Kinderwunsch kann der Frauenarzt die Hormonspirale jederzeit auf unkomplizierte Weise entfernen. Da der Hormonhaushalt des Körpers und der monatliche Zyklus durch die Hormonspirale nahezu unbeeinflusst bleiben, ist eine Schwangerschaft unmittelbar nach Entfernung der Spirale wieder möglich.

Mythen übers Verhüten

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