Operative Therapien

Neurostimulation

Die Neurostimulation ist eine operatives Therapieverfahren bei chronischen Schmerzen. Dabei hemmen elektrische Impulse eines implantierten Neurostimulators die Weiterleitung von Schmerzsignalen.

Neurostimulation
Die Neurostimulation kann zum Beispiel bei starker Migräne helfen, wenn medikamentöse oder ander Alternativen keine ausreichende Linderung bringen.
(c) Adam Gault

Neurostimulation oder Spinal Cord Stimulation (SCS) ist ein Verfahren zur Bekämpfung chronischer Schmerzen. Chronische Schmerzen sind ein eigenständiges Krankheitsbild, das mindestens sechs Wochen lang schubweise oder dauerhaft auftritt. Die Ursachen sind vielfältig: entzündliche Krankheiten, Migräne, Arthrose oder auch Angina Pectoris (Herzenge) können für die Entstehung chronischer Schmerzen verantwortlich sein.

Alternative zu Medikamenten bei Nebenwirkungen

Neben der Medikation durch Schmerzmittel ist die Neurostimulation vor allem für Patienten, die unter den Nebenwirkungen der Medikamente oder sehr starken Schmerzen leiden, eine Alternative.

Die Neurostimulation wirkt im Zentralen Nervensystem (ZNS) durch einen Neurostimulator: Schwache, elektrische Impulse des Neurostimulators hemmen die Weiterleitung des Schmerzsignals, das vom Rückenmark zum Gehirn wandert. Statt Schmerzen tritt ein "Kribbelgefühl" auf, das meist als angenehm empfunden wird.

Implantation des Neurostimulators ambulant möglich

Für die Neurostimulation wird ein Neurostimulator unter die Haut implantiert (eingepflanzt). Dafür werden zunächst kleine Elektroden unter die Haut in die Nähe des Rückenmarks eingesetzt. Dies geschieht in der Regel unter lokaler Betäubung während einer ambulanten Operation. Ein Impulsgeber für die Elektroden am Rückenmark wird zusätzlich im Bauchbereich implantiert. Die Operation dauert meist nicht länger als eine Stunde.

Um zu gewährleisten, dass die Implantate "richtig sitzen" und den Schmerzreiz ausreichend hemmen, wird während der Operation bereits eine Neurostimulation durchgeführt.

Steuerung über eine Fernbedienung

Die Neurostimulation wirkt direkt im Körper. Von außen sind die implantierten Geräte nicht sichtbar. Die Stärke der elektrischen Impulse lassen sich über eine Fernbedienung von außen steuern. So wird gewährleistet, dass die Schmerzweiterleitung ausreichend gehemmt wird. Die Elektroden geben einen schwachen elektrischen Impuls ab, der den Schmerz überlagert und als Kribbeln wahrgenommen wird.

Die Neurostimulation eignet sich besonders bei chronischen, weitgehend therapieresistenten Schmerzen. Chronische Schmerzen sind Symptome dauerhafter Erkrankungen, zum Beispiel Migräne. Aber auch Herzprobleme wie Angina pectoris können chronische Schmerzen verursachen. Nicht immer lassen sich jedoch Ursachen finden - dann liegt der Schwerpunkt der Behandlung besonders auf der Linderung der Symptome.

Schmerzstillende Medikamente können eine Reihe von Nebenwirkungen auslösen. Im Zentralen Nervensystem (ZNS) wirkende Schmerzmittel unterliegen zudem dem Betäubungsmittelgesetz, weil sie abhängig machen können. Die Neurostimulation ist daher besonders angebracht, wenn die Nebenwirkungen von Medikamenten zu stark sind oder nicht zufrieden stellend wirken.

Magnetfelder können Funktion des Neurostimulators stören

Die elektrischen Impulse bei der Neurostimulation wirken direkt im Zentralen Nervensystem (ZNS), indem sie die Weiterleitung des Schmerzsignals an das Gehirn hemmen. Kleine Elektroden müssen dafür unter die Haut in die Nähe des Rückenmarks implantiert werden, außerdem wird der Impulsgeber im Bauchbereich positioniert. Obwohl dabei lediglich eine lokale Betäubung verwendet wird, kann es bei oder nach der Operation zu Wundinfektionen, Blutungen oder Kreislaufprobleme kommen. Ähnlich wie bei einem Herzschrittmacher können Magnetfelder oder starke elektronische Felder dazu führen, dass der Neurostimulator nicht mehr richtig funktioniert. Deshalb ist es ratsam, sich von ihnen fernzuhalten.

Nach fünf Jahren neue Geräte

Die volle Wirksamkeit der Neurostimulation hält üblicherweise etwa fünf Jahre an. Dann werden die implantierten Geräte erneuert.

Chronische Schmerzen werden meist zunächst mit Schmerzmitteln ode alternativen Therapiemethoden wie Akupunktur behandelt. Wenn diese Behandlungen nicht oder nur ungenügend anschlagen, ist die Neurostimulation eine gute Möglichkeit, die Lebensqualität bei chronischen Schmerzen zu erhöhen.

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Letzte Aktualisierung:07. September 2016
Quellen: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Diagnostik und Therapie komplexer regionaler Schmerzsyndrome (CRPS). AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/116 (Stand: Oktober 2008) Online-Informationen des Klinikum Bremen: www.klinikum-bremen-ldw.de (Stand: September 2009) Online-Informationen der Medizinischen Klinik und Poliklinik für Kardiologie und Angiologie: www.charite.de/herz (Stand: März 2009) Produktinformationen der Medtronic GmbH, Düsseldorf

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