Pflanzlicher Helfer für Beine und Darm

Bellis perennis: Das Gänseblümchen in der Homöopathie

Tausendschön, Gänseblümchen – oder auch Wundwurz: Die weiß bis violett blühende Wiesenblume hat viele Namen und ebenso viele Anwendungsbereiche. Homöopathische Mittel mit Bellis perennis können etwa innerliche Verletzungen nach der Geburt lindern.

gänseblümchen bellis perennis
Gänseblümchen sind weit verbreitet. Die essbare Heilpflanze findet auch in homöopathischen Arzneimitteln Verwendung.
© iStock.com/TothGaborGyula

"Sie liebt mich, sie liebt mich nicht": Dieses Spiel mit den Blütenblättern von Bellis perennis, wie das Gänseblümchen botanisch heißt, kennt beinahe jeder. Nur wenige aber wissen, dass in der verbreiteten wie robusten Pflanze Heilkräfte schlummern. Das dürfte sich nun ändern: Das unscheinbare Blümchen wurde zur Heilpflanze des Jahres 2017 ernannt.

"Ihre Inhaltsstoffe fördern die Produktion von Verdauungssäften, sorgen für einen gesteigerten Blutdruck und hemmen Entzündungen", erklärt Phlebologe und Proktologe Professor Stefan Hillejan diese Wahl. So wird den Pflanzen nachgesagt, den Stoffwechsel anzuregen und Appetitlosigkeit zu vertreiben.

Das Gänseblümchen in der Pflanzenmedizin

In der traditionellen Volksheilkunde lindert das Wildkraut, beispielsweise in Teeform, Beschwerden bei Erkältung und Durchfall. "Die enthaltenen Gerbstoffe beruhigen das strapazierte Verdauungsorgan", weiß Professor Hillejan. Zudem unterstützen die frisch zerriebenen Blätter den Wundheilungsprozess, stillen den Schmerz bei Verstauchungen und den Juckreiz nach Insektenstichen.

Außerdem weisen Gänseblümchen antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung auf. Verantwortlich dafür sind die in Blüten, Blättern und Wurzeln enthaltenen Saponine. Diese Pflanzenstoffe lindern, als Tinktur oder Kräuteressenz verabreicht, zum Beispiel schwere Beine oder nächtliche Wadenkrämpfe.

Darreichungsformen in der Homöopathie

Anwendungsgebiete homöopathischer Mittel mit Bellis perennis

Auch in der Homöopathie macht man sich die vielfältigen Heilwirkungen des Gänseblümchens zunutze. So sieht der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) sie etwa bei Gebärmutterverletzungen nach der Geburt vor, aber auch gegen wiederholte Muskelzerrungen. Verletzungen der Brustdrüsen und Bauchorgane zählen ebenso zu den Einsatzgebieten.

Darüber hinaus soll Bellis perennis nach einer Entbindung den Wochenfluss (Lochien) anregen und die Gebärmutterrückbildung unterstützen. Man nennt den Wirkstoff aufgrund dieser Anwendungsbereiche auch "Arnica für die Gebärmutter".

Leitsymptome für Bellis-perennis-Arzneien

Folgende Beobachtungen sprechen in den Augen erfahrener Homöopathen für Mittel mit Gänseblümchen-Extrakten:

  • zusammenziehendes Gefühl im Bereich der Verletzung
  • Hauteinblutungen (Blutergüsse) mit Wundheitsgefühl
  • kleine, blaue Flecken durch Stöße     
  • wunder Schmerz
  • Bauchdeckenschmerz während der Schwangerschaft
  • schmerzhafte Kindsbewegungen
  • bleibende Knoten und Verhärtungen
  • Empfindung, als würde die Gebärmutter herausgedrückt

Verbesserung durch:

Verschlimmerung durch:

  • kaltes oder heißes Baden
  • kalter Wind
  • fette Speisen
  • Erhitzen und anschließendes Auskühlen des Körpers

Bellis perennis: Potenz- und Dosierungsvorschläge

Patienten, die zur Selbstbehandlung der genannten Probleme Globuli einsetzen möchten, empfiehlt der DZVhÄ die Potenz C12. Bei Bedarf nimmt man davon bis zu viermal täglich jeweils zwei bis drei Globuli ein, indem man sie im Mund zergehen lässt. Zwischen jeder Gabe sollten Anwender eine Wirkung des Arzneimittels auf die akuten Beschwerden abwarten.

Bei Schmerzen durch Kindsbewegungen oder Nachwehen können es werdende/frischgebackene Mütter mit dreimal täglich fünf Globuli der Potenz D6 versuchen.

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