Erstattungsfähigkeit und Satzungsleistungen

Viele Krankenkassen bezahlen rezeptfreie Arzneimittel

Rezeptfreie Arzneien wie homöopathische Arzneimittel müssen Anwender aus eigener Tasche bezahlen? Nicht unbedingt: Viele Krankenkassen erstatten ihren Versicherten je nach Tarif Ausgaben für rezeptfreie Medikamente in Höhe von bis zu mehreren Hundert Euro.

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Viele Krankenkassen erstatten ihren Versicherten apothekenpflichtige Arzneimittel, darunter homöopathische Präparate.
© iStock.com/alvarez

Bereits seit 2004 sind rezeptfreie Arzneimittel nicht mehr Bestandteil des Leistungskatalogs gesetzlicher Krankenkassen. Mit dem rosaroten Kassenrezept können Ärzte Patienten, die über zwölf Jahre alt sind, seither nur noch verschreibungspflichtige Arzneimittel, zum Beispiel Antibiotika, verordnen. Seit 2010 können Krankenkassen nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel jedoch wieder als Satzungsleistung erstatten.

Arzt kann Homöopathika über grünes Rezept verordnen

Hält ein Mediziner die Gabe eines homöopathischen Arzneimittels für eine – die schulmedizinische Therapie begleitende – geeignete Behandlungsoption, notiert er dessen Namen und die richtige Dosierung auf einem grünen Rezept oder Privatrezept. Wer gegen seine Beschwerden ein rezeptfreies, sogenanntes OTC-Präparat ("over the counter" = "über den Ladentisch") verordnet bekommt, sollte sich davon aber keinesfalls entmutigen lassen, den Gang zur Apotheke anzutreten und die Behandlung einzuleiten.

In vielen Fällen können Patienten das Geld, das sie für OTC-Arzneimittel ausgegeben haben, zurückverlangen. Einige Krankenkassen erstatten ihren Versicherten freiwillig die Ausgaben für nicht rezept-, aber apothekenpflichtige Arzneimittel – auch aus den Bereichen Homöopathie, Phytotherapie und Anthroposophie – zumindest in einem festgelegten finanziellen Rahmen. Auch osteopathische Behandlungen kann diese Regelung je nach Krankenkassentarif betreffen.

Homöopathie: 15 häufige Beschwerden und welches Mittel hilft!

Diese Kassen kommen für rezeptfreie Arzneimittel auf

Ob und in welchem Umfang ein Krankenversicherer die Kosten für Komplementärmedizin übernimmt, legen die Satzungsleistungen fest, die sich von Kasse zu Kasse erheblich unterscheiden können. Vorrangig die AOKs und manche Innungskrankenkassen (IKK) tragen die Kosten für homöopathische Therapien und Arzneimittel bis zu einem gewissen Umfang – meist bis etwa 100 Euro pro Kalenderjahr und pro Versichertem. Die BKK ProVita etwa erstattet homöopathische und pflanzliche Arzneimittel sogar für bis zu 500 Euro im Jahr, sofern ein Arzt diese verordnet. Für Schwangere gilt sogar eine Erstattung ohne Budgetgrenze.

Viele weitere Krankenkassen wie zum Beispiel die AOK Nordwest unterstützen ebenfalls vor allem Schwangere finanziell, indem sie die Kosten für homöopathische Arzneimittel übernehmen. Bei der Techniker Krankenkasse (TK) gibt es pro Versichertem und Kalenderjahr maximal 100 Euro für rezeptfreie Arzneimittel zurück. Andere Krankenkassen wiederum erstatten die Ausgaben für OTC-Medikamente gegen bestimmte Beschwerden, etwa Allergien.

Bezahlt auch meine Krankenkasse Homöopathika?

Die aufgeführten Kassen sind lediglich Beispiele. Um mehr über die Satzungsleistungen Ihrer Kasse zu erfahren, können Sie sich mit Ihrem Ansprechpartner vor Ort in Verbindung setzen oder sich über das jeweilige Online-Angebot informieren. Hier finden Sie eine Zusammenfassung der Konditionen vieler Kassen.

Wichtig: Um Ihre Forderungen geltend zu machen, müssen Sie sowohl das ärztliche Rezept als auch den Kaufbeleg aus der (Versand-)Apotheke aufbewahren und der Krankenkasse im Original zusenden.

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