Erfrischend gesund

Pfefferminze: Wirkung bei Erkältung, Reizdarm und Co.

Die Pfefferminze verleiht Salaten und Cocktails nicht nur ihre einzigartige Frische. Dank ihrer wertvollen ätherischen Öle wird die Heilpflanze unter anderem auch bei der Behandlung von Kopfschmerzen und Verdauungsproblemen geschätzt. Mehr über Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen der Pfefferminze!

Frau trinkt Pfefferminztee
© Getty Images/Roos Koole

Ob als Tee, in Kaugummis oder Bonbons: Den Geschmack der Pfefferminze kennt so ziemlich jeder. Aber auch als Heilpflanze wird die Mentha x piperita – so die botanische Bezeichnung – schon seit Jahrhunderten genutzt. 2004 wurde das bekannte Kraut als "Arzneipflanze des Jahres" ausgezeichnet.

Artikelinhalte im Überblick:

Zehn Heilpflanzen für Magen und Darm: Verdauungsprobleme natürlich behandeln

Herkunft und Vorkommen der Pfefferminze

Die Pfefferminze, die zu der Familie der Lippenblütler gehört, wurde Ende des 17. Jahrhunderts entdeckt. Sie entstand zufällig aus einer Kreuzung der Wasserminze und der Ährigen Minze. Ab etwa 1750 wurde die Teepflanze dann nachweislich in England angebaut. Heute ist die Pfefferminze, die halbschattige und feuchte Standorte bevorzugt, in vielen Kräutergärten zu finden.

Die Pfefferminze ist eine mehrjährige, winterharte Pflanze, die eine Wuchshöhe von bis zu 100 Zentimeter erreichen kann und rosa- bis lilafarbene Blüten ausbildet. Durch Züchtungen sind verschiedene Unterarten und Varianten der Pfefferminze entstanden. Je nach Sorte können die Blätter hell- bis dunkelgrün sein. Meist haben sie jedoch eine längliche Form mit leicht gesägten Blatträndern. Ein eindeutiges Merkmal der Pfefferminze ist der würzige Duft, der bei Zerreiben der Blätter entsteht.

Menthol und weitere Inhaltsstoffe der Pfefferminze

Die Blätter der Mentha x piperita sind reich an ätherischem Öl (0,5 bis 4 Prozent). Unter den vielen Komponenten ragt vor allem Menthol (35 bis 45 Prozent) heraus, dass der Pfefferminze auch ihren charakteristischen Geruch verleiht. Weitere Inhaltsstoffe, die in dem ätherischen Öl stecken, sind:

  • Menthon (16 bis 20 Prozent)
  • Menthylacetat (3 bis 5 Prozent)
  • 1,8-Cineol (6 bis 8 Prozent)
  • Menthofuran (2 bis 7 Prozent)
  • Neomenthol (2,5 bis 3,5 Prozent)

Daneben beinhalten Pfefferminzblätter zahlreiche Flavonoide, Gerbstoffe (wie beispielsweise Rosmarinsäure) und Triterpene. Um in Arzneimitteln verwendet werden zu können, müssen die Blätter der Pfefferminze nach Vorgabe des Europäischen Arzneibuchs (PhEur) mindestens 1,2 Prozent ätherische Öle aufweisen.

Wirkweise und Anwendungsgebiet der Pfefferminze

Die Pfefferminze verfügt über eine Vielzahl an gesundheitsfördernden Eigenschaften. Unter anderem wirken die Inhaltsstoffe der Mentha x piperita:

  • appetitanregend
  • verdauungsfördernd
  • krampflösend
  • schmerzstillend
  • antimikrobiell
  • antiviral

Aus diesem Grund kommt die Pfefferminze in verschiedenen Bereichen der Medizin, beispielsweise bei der Behandlung von Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen oder Erkältungsbeschwerden zum Einsatz.

Pfefferminze bei Magen-Darm-Beschwerden

Die Extrakte der Pfefferminzblätter regen die Gallenproduktion an und wirken schmerzlindernd, beruhigend sowie entblähend. Daher haben sie sich vor allem zur Linderung von verschiedenen Verdauungsproblemen bewährt. Innerlich angewendet, beispielsweise in Form eines Kräuter-Aufgusses, kann Pfefferminze bei Blähungen, Übelkeit oder Bauchschmerzen helfen. Darüber hinaus besitzt die Pfefferminze entzündungshemmende und schleimhautschützende Eigenschaften. Die ätherischen Öle tragen dazu bei, die Säureproduktion im Magen zu regulieren und Krämpfe zu lösen. Studien konnten zudem zeigen, dass insbesondere Menschen, die an einem Reizdarmsyndrom leiden, von Pfefferminzöl profitieren können.

Pfefferminzöl bei Kopfschmerzen

Darüber hinaus kann Pfefferminzöl auch bei Kopfschmerzen äußerlich auf die Haut aufgetragen werden. 10-prozentiges Pfefferminzöl in ethanolischer Lösung ist für die Behandlung des Kopfschmerzes vom Spannungstyp zugelassen. Studien zufolge kann eine äußerliche Anwendung mit dem Öl eine ähnlich gute Reduktion der Kopfschmerzen wie Paracetamol bewirken. Im Vergleich zu Schmerzmitteln hat Pfefferminzöl darüber hinaus den Vorteil, dass nicht die Gefahr eines Medikamentenübergebrauchs besteht.

Pfefferminze bei Erkältungsbeschwerden

Aufgrund ihrer antibakteriellen und schleimlösenden Eigenschaften findet die Pfefferminze auch Verwendung bei Schnupfen, Erkältung und Grippe. Klassischerweise wird die Heilpflanze als Pfefferminztee eingenommen. Zur intensiveren Behandlung der Atemwege können aber auch ein paar Tropfen der Minze in eine Schüssel heißes Wasser gegeben und die Dämpfe inhaliert werden. Aber Achtung: Kinder reagieren oft äußerst sensibel auf die ätherischen Öle. Im schlimmsten Fall kann dies sogar zu einer lebensbedrohlichen Atemnot führen, weshalb vor der Anwendung immer Rücksprache mit dem*der Kinderarzt*Kinderärztin gehalten werden sollte.

Anwendungsformen von Pfefferminze

Die Pfefferminze kann in verschiedenen Formen eingesetzt werden:


Innere Anwendung:

  • Teeaufgüsse (frisch zubereitet oder aus getrockneten Blättern)
  • Magensaftresistente Kapseln (Fertigpräparate aus der Apotheke)
  • Tropfen

Äußere Anwendung:

  • Salben oder Öl zum Einreiben

Aromatherapie:

  • Inhalation
  • Badezusatz

Für eine medizinische Anwendung sind vor allem Pfefferminzprodukte aus der Apotheke zu empfehlen. Denn der Wirkstoffgehalt der Pfefferminze kann je nach Anbaugebiet, Sorte oder Erntezeitpunkt stark variieren. Bei Arzneimitteln werden die verwendeten Pflanzen streng kontrolliert.

Das gilt es bei Pfefferminze zu beachten

Da Pfefferminze den Gallenfluss fördert, sollten Menschen mit Gallensteinen, Gallenleiden und Leberschäden die Heilpflanze nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden. Pfefferminzöl darf nicht auf verletzte Haut und Schleimhäute aufgetragen werden und sollte auch nicht in die Augen gelangen. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Anwendung von Pfefferminzöl grundsätzlich nicht geeignet, da es zu Verkrampfungen des Kehlkopfes und im schlimmstenfalls zu Atemstillstand kommen kann.

Auch bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegenüber Pfefferminzöl oder Menthol sollte auf die Heilpflanze verzichtet werden. Es kann zu allergischen Reaktionen sowie Übelkeit und Magenbeschwerden kommen.

Tipps: Pfefferminztee selbst zubereiten

Für eine wohltuende Tasse Pfefferminztee benötigen Sie 1 Esslöffel geschnittene Pfefferminzblätter (etwa 1,5 Gramm). Sie können sowohl frische als auch getrocknete Blätter verwenden. Geben Sie diese in eine Tasse und übergießen die Blätter mit 150 Milliliter heißem Wasser (nicht kochend!). Nun lassen Sie den Aufguss 5 bis 10 Minuten zugedeckt ziehen und seihen anschließend die Blätter ab.

Tipp: Noch erfrischender schmeckt der Tee, wenn Sie etwas Saft einer frisch gepressten Zitrone hinzugeben. Dieser sollte jedoch erst zugegeben werden, wenn der Tee Trinktemperatur erreicht hat. Wer möchte, kann auch etwas Honig zum Süßen hinzugeben.

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Beratender Experte
Frau Dr. med. Jessica Männel

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