Bekannte Heilpflanze

Goldrute: Schützt die Blase und bekämpft Entzündungen

Goldrute gilt als eine der bewährtesten Heilpflanzen gegen Probleme mit der Blase. Doch sie kann mehr, wird in der Volksmedizin etwa zur Behandlung von Gicht und Rheuma eingesetzt.

goldrute kraut
Das Kraut der Goldrute mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen wird in der Phytotherapie gegen Blasenentzündung einegesetzt.
© iStock.com/Copit

Sie blüht leuchtend gelb-golden und heißt deshalb Goldrute. Solidago, so die botanische Bezeichnung der Gattung, setzt sich aus den lateinischen Wörtern solidus (fest) und agere (wirken) zusammen. Goldrute wächst in Europa und gehört zur Familie der Korbblütler, genau wie Astern oder die bekannten Gänseblümchen. In der Phytomedizin spielt vor allem die Echte Goldrute (Solidago virgaurea) eine Rolle. Weit verbreitet ist inzwischen auch die Kanadische Goldrute, die ursprünglich aus Nordamerika stammt.

Im Überblick:

Kurzinfo Goldrute

Stammpflanzen: In der modernen Therapie der Blasenentzündung kommen die folgenden drei Stammpflanzen zum Einsatz: Solidago virgaurea L., Solidago canadensis L. und Solidago gigantea Ait.

Geschichte: Goldrute findet seit dem Mittelalter Verwendung in der Behandlung von Blasen- und Nierenerkrankungen, bei Hautleiden und zur Wundheilung. Im 20. Jahrhundert konnten systematische Untersuchungen von Tinkturen aus Goldrutenkraut die Beobachtungen der Erfahrungsheilkunde bestätigen.

Inhaltsstoffe: Die Inhaltsstoffe der Goldrute sind ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Saponine und Flavonoide.

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Pharmazeutische Wirkungen: Goldrutenkraut treibt die Wasserausscheidung des Körpers an, löst die Verkrampfung der Muskulatur, hemmt entzündliche Prozesse und wirkt der Vermehrung von Bakterien in den ableitenden Harnwegen entgegen.

Volkstümliche Namen und Anwendungsgebiete: Landläufig ist die Goldrute auch unter den Bezeichnungen Himmelsbrand, Goldene Jungfrau, Wundkraut, Schoßkraut oder Ochsenbrot bekannt. Sie gilt als entzündungshemmend und dient als Urologikum.

Inhaltsstoffe von Goldrutenkraut

Die Echte Goldrute wird bis zu einen Meter hoch und wächst auf kargen, trockenen Böden. Ihre Blütezeit fällt in den Spätsommer bis Herbst. Für Heilzwecke benutzt man das Kraut der blühenden Pflanze, wobei die gesamten oberirdischen Pflanzenteile verwendet werden. Medizinisch bedeutsam sind folgende Inhaltsstoffe:

  • Gerbstoffe
  • Saponine
  • Bitterstoffe
  • Inulin
  • Quercetin
  • Rutin/Rutosid
  • ätherisches Öl
  • Kaffeesäureverbindungen

Wirkungen der Goldrute

Die Inhaltsstoffe der Goldrute wirken unterschiedlich und zwar:

  • adstringierend
  • antibakteriell
  • blutreinigend
  • entzündungshemmend
  • harntreibend
  • krampflösend
  • schmerzlindernd

In der Volksmedizin wird Goldrutenkraut in Form von Tee oder Kapseln deshalb traditionell gegen folgende Krankheiten und Gesundheitsprobleme eingesetzt:

Diskutiert wird darüber hinaus, ob die Wirkstoffe der Goldrute auch Krebszellen bremsen könnten. Wissenschaftliche Studien, die eine Wirkung von Goldrutenkraut vor allem gegen letztere Krankheiten belegen, existieren allerdings noch nicht.

In Zusammenhang mit Blasenentzündung, Harnsteinen und Nierengrieß gibt es jedoch einige Untersuchungen, die auf einen deutlichen Nutzen der Goldrute hinweisen. Besonders bewährt hat sich bei diesen Indikationen eine Kombination von Goldrutenextrakt mit weiteren Heilpflanzen für die Blase, wie zum Beispiel Orthosiphon (Katzenbart) und Hauhechel.

Drohen bei Goldrute Wechsel- und Nebenwirkungen?

Goldrute wird in der Regel gut vertragen. Nur selten tritt durch die Einnahme Sodbrennen auf. Doch nicht jeder sollte die Heilpflanze ohne Rat des Arztes nutzen. Das gilt etwa für alle, die eine der folgenden Krankheiten haben:

Auch Schwangere und Frauen, die stillen, sollten zur Sicherheit auf Goldrute verzichten. Bekannt sind außerdem Wechselwirkungen von Goldrute mit bestimmten Medikamenten. So sollten Sie vorsichtig sein, wenn Sie einen der folgenden Arzneistoffe einnehmen und zusätzlich Goldrutentee oder andere Produkte mit Goldrute nutzen möchten:

  • Diuretika (Entwässerungsmittel, oft Bestandteil von Blutdrucksenkern)
  • Lithium (enthalten in manchen Medikamenten gegen Depressionen oder psychische Störungen)

Sprechen Sie in diesen Fällen unbedingt mit Ihrem Arzt, bevor Sie Goldrute einnehmen.

Häufig tritt auch die Frage auf, ob Goldrute giftig sei. Wird Goldrute gemäß den Empfehlungen angewendet, besteht diese Gefahr nicht. Das bedeutet, dass Sie die Dosierungsempfehlungen, die auf den Arzneiprodukten und Medikamenten wie Blasentee sowie Tabletten oder Kapseln mit Goldrute angegeben sind, in jedem Fall einhalten sollten.

Als Richtlinie für die Einnahme von Goldrute gilt: Die Tagesdosis sollte niemals 1.600 Milligramm Trockenextrakt oder zwölf Gramm Goldrutenkraut überschreiten. Überdosierungen können unter anderem die Niere belasten und den Wasserhaushalt des Körpers beeinflussen. Außerdem entscheidend bei der Anwendung von Goldrute ist es aus diesem Grund, währenddessen viel zu trinken. Sonst werden die Nieren ebenfalls belastet.

Goldrutentee zubereiten

Ganz einfach geht die Behandlung mit Fertigarzneimitteln, etwa Tabletten mit Goldrute. In pflanzlichen Arzneimitteln gegen Blasenleiden werden – im Gegensatz zu traditionellen Zubereitungen oder Tees – Extrakte aus Goldrutenkraut verarbeitet, welche die wertvollen Inhaltsstoffe höher konzentriert enthalten als das Kraut.

Sie können Goldrutenkraut für einen Blasentee aber auch selbst sammeln. Dazu am besten im Spätsommer zur Blütezeit intakte Blätter, wenige Stängel und Blüten abschneiden und zum Trocknen aufhängen. Daraus können Sie einen Tee zubereiten, der bei Problemen mit der Blase hilft, indem er zur Durchspülung der Harnwege beiträgt:

  • Einen Teelöffel getrocknetes Goldrutenkraut in 150 Milliliter kaltes Wasser geben. Das Ganze erwärmen, bis der Siedepunkt erreicht ist. Vom Herd nehmen und fünf Minuten ziehen lassen, danach abseihen. Trinken Sie dreimal täglich eine Tasse und sparen Sie nicht an zusätzlicher Flüssigkeit wie Saftschorle oder Wasser.
Neun natürliche Hilfen für eine starke Blase
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Beratender Experte
Frau Dr. med. Jessica Männel

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