Durchblutungsfördernde Blätter

Ginkgo: Wie die Heilpflanze Demenzpatienten helfen kann

Dank seiner durchblutungsfördernden Wirkung kommt Ginkgo bei Demenzerkrankungen wie Alzheimer zum Einsatz. Aber auch mildere Gedächtnisprobleme wie Vergesslichkeit und Konzentrationsschwäche sowie Venenleiden kann ein Extrakt aus den exotischen Blättern lindern.

Ginkgo
Ginkgobäume sind lebende Fossilien und werden bis zu tausend Jahre alt. Sie waren ursprünglich – vor vielen Millionen Jahren! – auch in Europa heimisch. Wiederentdeckt und -eingeführt wurde der Ginkgo, als im 17. Jahrhundert exotische Bäume als Parkbepflanzung in Mode kamen. Ginkgo verträgt Luftschadstoffe sehr gut, was zusätzlich zu seiner Verbreitung in Städten beigetragen hat.
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Ihre fächerförmigen Blätter und die leuchtend-gelbe Herbstfärbung machen Ginkgo zum Hingucker in öffentlichen Grünanlagen. In den Bäumen, die manche Kulturen Asiens als heilig verehren, schlummern sogar Heilkräfte: Die Flavonglykoside und Terpenlactone im Ginkgolaub entfalten unter anderem im Gehirn durchblutungsfördernde Wirkung und bessern so die Energieversorgung unserer Denkzentrale.

Das macht Ginkgo zu einem pflanzlichen Helfer gegen Demenz-Symptome wie Vergesslichkeit, bei Ohrgeräuschen (Tinnitus), Schwindel und Konzentrationsschwierigkeiten. Darüber hinaus kommen Extrakte daraus gegen Venenleiden zum Einsatz. Die Traditionelle Chinesische Medizin nennt als weitere Einsatzgebiete Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, arterielle Durchblutungsstörungen und Asthma.

Bewährte Heilpflanzen: Die helfen natürlich!

Langzeitstudie bestätigt Ginkgo-Wirkung bei Demenz

Am besten wissenschaftlich belegt ist aber der positive Effekt von Ginkgo auf die Gehirndurchblutung. Eine Untersuchung über 20 Jahre hinweg etwa ergab, dass die langfristige Gabe von hochdosiertem Ginkgo-Extrakt die Verschlechterung der Gedächtnisleistung bei Demenz abbremsen kann. Anderen Studien zufolge fiel den Betroffenen der Umgang mit alltäglichen Problemen leichter und ihr Sozialverhalten profitierte von den pflanzlichen Medikamenten.

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Aufgrunddessen bescheinigt die 2015 aktualisierte S3-Leitlinie zur Demenz-Behandlung, dass Arzneien mit dem Wirkstoff Ginkgo Biloba EGb 761 bei milden bis mittelschweren Formen verschiedener Demenzerkrankungen einen Versuch wert seien. Präparate mit EGb 761 gibt es freiverkäuflich in der Apotheke. Zur Vorbeugung sind die enthaltenen Pflanzenstoffe laut Leitlinie aber nicht geeignet.

Wer darf keine Ginkgo-Tabletten oder -Tropfen einnehmen?

In Arzneimitteln finden vor allem Trockenextrakte Verwendung, welche die Ginkgo-Wirkstoffe in hoher Konzentration enthalten. Um eine gleichbleibende Wirkung zu garantieren, müssen standardisierte Ginkgo-Extrakte eine ganz bestimmte Inhaltsstoffkonzentration vorweisen. In Apotheken werden Tropfen und Tabletten aus Ginkgo-Trockenextrakt verkauft.

Eine Besonderheit gibt es bei diesen Arzneimitteln: Aufgrund der gut belegten Wirkung übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für Ginkgo-Medikamente, obwohl diese nicht rezeptpflichtig sind. Kinder sowie schwangere und stillende Frauen sollten jedoch sicherheitshalber auf Ginkgo-Arzneimittel verzichten, da hierzu keine ausreichenden Studiendaten vorliegen.

Zu Nebenwirkungen durch Ginkgo-Präparate kommt es selten. Möglich sind Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme sowie allergische Hautreaktionen. Wer Medikamente einnimmt, welche die Blutgerinnung hemmen, sollte vor der Anwendung von Ginkgo-Arzneimitteln Rücksprache mit dem Arzt halten!

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