Nomen est omen

Beinwell: Was die Heilpflanze in Creme und Co. bewirkt

Ob Beinwell, Soldatenkraut oder Beinheil – diese Namen verraten schon das Haupteinsatzgebiet der Heilpflanze Symphytum officinale. Mehr über ihre Inhaltsstoffe, Wirkung und Darreichungsformen lesen Sie hier!

beinwell
Für pflanzliche Arzneimittel mit Beinwell werden in erster Linie die Wurzeln der bei uns verbreiteten Art genutzt.
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Auch die aus dem Griechischen stammende Gattungsbezeichnung "Symphytum" ("zusammenwachsen") weist auf die wichtigsten Anwendungsgebiete des Beinwells hin: Das sind stumpfe Sport- oder Unfallverletzungen wie Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen und Verrenkungen, außerdem Brüche ohne äußere Verletzungen.

13 bewährte Heilpflanzen: Die helfen natürlich!

Es gibt aber noch weitere Indikationen, bei denen Sie es mit einer Beinwell-Salbe versuchen können:

  • Arthrose (Gelenkverschleiß)
  • Blutergüsse
  • akute Rückenschmerzen
  • leichte bis mittelschwere Muskel-, Gelenk- und Bänderschmerzen
  • Sehnenscheidenentzündungen wie der "Handydaumen"
  • Sehnenreizungen wie der sogenannte Golfer- oder Tennisarm

Alternative Trivialnamen wie Schmerz- oder Beinwurz wiederum lassen darauf schließen, welcher Pflanzenteil in erster Linie für medizinische Zwecke infrage kommt: Hauptsächlich verwendet man für Beinwell-Arzneimittel die Wurzeln, seltener auch die Blätter der Heilpflanze. In einer Studie zeigte sich, dass Beinwell-Creme bei einem verstauchten Knöchel ebenso gut hilft wie chemische Schmerzmittel mit Diclofenac.

Die schmerzlindernde und wundheilende Wirkung des Beinwells beruht in erster Linie auf dem Inhaltsstoff Allantoin, der sich isoliert in vielen Cremes und Salben findet. Allantoin fungiert in der Pflanzenwurzel als Speicherstoff. Darüber hinaus gehören zu den Wirksubstanzen unter anderem entzündungshemmende Gerbstoffe und Rosmarinsäure.

Krebserregende Stoffe: wilden Beinwell nur äußerlich anwenden!

Doch Vorsicht: Wild wachsender Beinwell enthält Pyrrolizidinalkaloide (PA), deren Abbauprodukte als krebserregend und leberschädigend gelten. Deshalb sollten Sie Beinwell, obwohl er fast überall wächst, lieber nicht selbst sammeln beziehungsweise nur äußerlich anwenden und niemals auf offene Wunden auflegen. Außerdem sollte die Anwendungsdauer in diesem Fall sechs Wochen pro Jahr nicht überschreiten.

Der Gehalt an Pyrrolizidinalkaloiden in eigens gezüchtetem, pharmazeutisch genutztem Beinwell ist jedoch äußerst niedrig, es gibt in Drogerien und Apotheken auch PA-freie Fertigarzneimittel zu kaufen. Diese unterliegen natürlich keiner Beschränkung in der Anwendungsdauer.

Neben Salben und Cremes lassen sich aus der Heilpflanze zum Beispiel Tinkturen, Einreibungen oder Umschläge für die betroffenen Gliedmaßen herstellen. Außerdem spielt Symphytum eine Rolle in der homöopathischen Heilkunde.

Gegenanzeigen und Nebenwirkungen von Beinwell-Salben

Globuli auf Beinwell-Basis eignen sich auch während der Schwangerschaft. Was andere pflanzliche Arzneimittel mit Beinwell angeht, sollten Sie während der Stillzeit und Schwangerschaft vorsichtshalber Ihren Arzt um Rat fragen.

Nebenwirkungen sind durch Beinwell-Salben kaum zu befürchten, aufgrund der durchblutungsfördernden Wirkung kann es aber in manchen Fällen zu Hautrötungen kommen.

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