Lebensrettende Sofortmaßnahmen

Im Notfall richtig handeln

Im Notfall entscheiden die ersten Minuten darüber, ob ein Verletzter überlebt oder ein Erkrankter bleibende Schäden davontragen wird. Als Ersthelfer müssen Sie die richtigen Maßnahmen zur Ersten Hilfe nicht selbst erfinden. Ein Erste-Hilfe-Kurs bereitet Sie auf Notfälle vor.

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Ein Druckverband, der die Blutung stillt, ist leicht anzulegen - wenn der Ersthelfer in Ruhe üben konnte, wie es geht.
© Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

In einem Kurs für lebensrettende Sofortmaßnahmen können Sie bereits früher Erlerntes auffrischen. Bedenken Sie auch, dass sich die Erkenntnisse in der Medizin immer wieder erneuern und eine vor wenigen Jahren erlernte Technik zur Herz-Lungen-Wiederbelebung längst überholt ist!

Diese Maßnahmen sollten Sie unbedingt beherrschen:

Herz-Lungen-Wiederbelebung

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung kommt bei einem Atem- und Kreislaufstillstand zum Einsatz. Dabei werden Herzdruckmassage und Atemspende im steten Wechsel durchgeführt. Für die Herz-Lungen-Wiederbelebung bei Säuglingen und Kindern gibt es gesonderte Angaben zum Finden des richtigen Druckpunktes sowie zu Dauer und Wiederholungsfrequenz bei der Herzmassage und der Atemspende.

Atemspende

Die Atemspende kann entweder von Mund zu Mund oder von Mund zu Nase durchgeführt werden. Wichtig ist dabei, dass die Atemwege zuvor von möglichen Fremdkörpern befreit werden. Der Kopf des Betroffenen muss nach hinten geneigt und gleichzeitig das Kinn angehoben werden. Die Atemspende wirkt auf viele Ersthelfer abschreckend und führt dazu, dass auch mit der Herzdruckmassage nicht begonnen wird. Aktuelle Studien zeigen, dass eine Wiederbelebung ohne Atemspende auch Zeit gewinnen kann. Darum ist eine Atemspende zwar dringend zu empfehlen, aber soweit eine Unzumutbarkeit vorliegt, kann sie auch unterbleiben.

Blutstillung

Die Blutstillung ist besonders bei stark blutenden Wunden sehr wichtig, da für Erwachsene bereits ab einem Blutverlust von einem Liter Lebensgefahr besteht. Bei Kindern können bereits geringere Mengen lebensbedrohlich sein. Deshalb sollte die Blutstillung stets so schnell wie möglich erfolgen. Dabei sollten Betroffene immer liegen und die Wunden mit sterilem Verbandmaterial zum Beispiel aus dem Verbandkasten versorgt werden. Wenn kein steriles Verbandmaterial vorhanden sein sollte, ist auch eine Versorgung mit sauberen Tüchern möglich. Das Risiko einer Infektion muss dann in Kauf genommen werden.

Die meisten Blutungen lassen sich durch starken Druck mit Verbandmaterial auf die Wunde stoppen. In einigen Fällen ist es auch notwendig in die Wunde hinein zu drücken.

Schockbekämpfung

Die Schockbekämpfung ist von großer Bedeutung, da ein Schock bei fehlender Behandlung zum Tod durch Sauerstoffmangel führen kann. Betroffene sollten beruhigt und mit einer warmen Decke zugedeckt werden. Durch eine erhöhte Lage der Beine kann Blut zum Gehirn und anderen Organen fließen. Bei Bewusstlosigkeit aber noch vorhandener Atmung müssen Betroffene in die stabile Seitenlage gebracht werden.

Stabile Seitenlage

Die stabile Seitenlage sorgt dafür, dass sich der Mund von Verletzten am tiefsten Punkt des Körpers befindet. Dadurch ist sichergestellt, dass Blut un Erbrochenes abfließen können und nicht zum Ersticken führen. Für die Herstellung der stabilen Seitenlage wird das untere Bein des Betroffenen gerade ausgestreckt, das obere nach vorne abgewinkelt. Der obere Arm wird vor der Brust des Bewusstlosen gekreuzt und die Hand unter dessen Wange gelegt. Der untere Arm wird zur Abstützung nach vorne gebracht und am Ellbogen abgewinkelt. Der Kopf wird überstreckt und der Mund leicht geöffnet.

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