Behandeln mit Gold und Silber

Wie die Medizin Edelmetalle zur Therapie nutzt

Bei Gold und Silber denkt man als erstes an edlen Schmuck, Goldbarren, Silbertaler, Reichtum und gegebenenfalls auch noch an Sportmedaillen. Doch nicht nur um den Hals getragen oder im Geldbeutel machen sich diese Edelmetalle gut. Auch die Medizin setzt auf Gold und Silber – und das hat sogar eine sehr lange Tradition.

Arzt gibt Spritze ins Knie
Gegen chronische Arthritis können Injektionen mit gelösten Goldsalzen helfen
©iStock.com/Jun

Schon im Altertum (4000 v. Chr. - 600 n. Chr.) wurde Gold große Heilkraft zugeschrieben. Damals schätzte man es als herzstärkend und lebensverlängernd. Meist wurde es in Form von Blattgold oder Goldpuder Flüssigkeiten zugesetzt. Bei den ägyptischen Pharaonen galt Gold gar als Mittel, um Unsterblichkeit zu erlangen – daher der Brauch, verstorbene Herrscher und ihre Grabkammern mit viel Gold zu umhüllen bzw. auszustatten. Die Römer nutzten Silber nicht nur als Zahlungsmittel, sondern warfen die Münzen auch in Behälter, um kostbares Trinkwasser keimfrei zu halten. All dieses Wissen wurde lange Zeit dann nur noch selten angewendet, bis die moderne Medizin diese Edelmetalle zur Behandlung unterschiedlichster Krankheiten wiederentdeckte.

Gelöste Goldsalze gegen Rheuma

Die älteste Arznei der Menschheitsgeschichte wird seit 1929 erfolgreich gegen entzündliches Rheuma – genauer chronische Polyarthritis – eingesetzt: Gelöste Goldsalze per Spritze in einen Muskel injiziert, führen bei vielen Patienten dazu, dass die rheumatische Entzündung, sowie die dadurch bedingten Schmerzen, zurückgehen. Warum das Metall tatsächlich heilen kann, entschlüsselten Wissenschaftler jedoch erst vor kurzem. In winzigen Dosen verabreicht verhindert Gold, dass aus dem Zellkern von Immunzellen ein Protein austritt, welches Entzündungsreaktionen auslöst. Somit hat Gold einen regulierenden Einfluss auf das bei Rheuma gestörte Immunsystem.

Als Zahnfüllung kennen die meisten Menschen Gold bereits: Wer es sich leisten kann, füllt Lücken und Löcher im Mund mit diesem Edelmetall. Denn es stellt den beschädigten Zahn in Funktion und Form sehr gut wieder her und besitzt zudem eine hohe Belastbarkeit und Haltbarkeit.

Besonders beliebt ist Gold auch in der Anthroposophischen Medizin und Homöopathie – hier als „Aurum metallicum“ bezeichnet: Als Globuli innerlich oder in Cremes äußerlich angewendet, soll es bei Stress, Depressionen, Angst- und Erschöpfungszuständen sowie Herzleiden helfen.

Silber gegen Bakterien

Auf die keimabtötende Wirkung von Silber, die schon die Römer nutzten, setzt die moderne Medizin große Hoffnung. Vor allem deshalb, weil Antibiotika zunehmend  machtlos gegen Bakterien werden (Resistenzen). Hier könnte Silber eine Alternative werden, weitere Forschungen sind jedoch notwendig! Dennoch wird Silber in kleinsten Teilchen (kolloidales Silber) zur innerlichen Anwendung besonders im Internet bereits als „natürliches Antibiotikum“ beworben. Dort wird es als Allheilmittel zum Kauf angepriesen.

Experten befürchten jedoch – insbesondere bei längerfristiger Verwendung – irreversible Silberablagerungen im Körper, die unter andem neurologische Folgen, wie Gangstörungen, Schwindel- oder Krampfanfälle haben können!

Äußerlich jedoch wird kolloidales Silber bereits erfolgreich in der Schulmedizin angewendet: Zur Abwehr gegen Viren, Bakterien und Pilzen findet es sich in Wundauflagen, Plastern, Wäsche, Seifen, Cremes und Lotionen. Hautverletzungen und -erkrankungen (zum Beispiel Neurodermitis, Ekzeme, Infektionen) sollen aufgrund der antimikrobiellen Wirkung des kolloidalen Silbers den Juckreiz stillen und die Heilung begünstigen.

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