Keine Männerkrankheit

Herzinfarkt: Frauen nach den Wechseljahren besonders gefährdet

Das männliche Geschlecht gilt nach wie vor als Risikofaktor für das Auftreten von Herzerkrankungen. Das stimmt jedoch streng genommen nur für jüngere, nicht für ältere Männer. Denn Frauen entwickeln nach den Wechseljahren mindestens ebenso häufig, wenn nicht sogar häufiger als Männer einen Herzinfarkt.

Herzinfarkt: Frauen nach den Wechseljahren besonders gefährdet
Der Herzinfarkt galt lange Zeit quasi als „Männerkrankheit“.
(c) Darrin Klimek

Herzerkrankungen verlaufen bei Frauen aber offenbar etwas anders als bei Männern. So scheint sich eine Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) bei der Frau rascher zu entwickeln als beim Mann und der Herzinfarkt macht sich meist mit etwas anderen Beschwerden bemerkbar: Während Männer vor allem über Brustschmerzen, die bis in den linken Arm ausstrahlen, und über Engegefühle in der Brust klagen, stehen bei Frauen eher eine Kurzatmigkeit, Übelkeit und Beschwerden im Oberbauch im Vordergrund.

So äußert sich ein Herzinfarkt bei Frauen

Lifeline/Wochit

Rauchen und Bluthochdruck sind für Frauen besonders gefährlich

Auch scheinen bestimmte Risikofaktoren bei Frauen stärker auf die Herzgesundheit zu schlagen als bei Männern: So steigert das Rauchen bei Frauen das Herzinfarkt-Risiko stärker als bei Männern. Es gibt sogar Schätzungen, wonach mehr als 50 Prozent der Herzinfarkte bei Frauen im mittleren Alter auf das Rauchen zurückzuführen sind. In ganz besonderer Weise belasten dabei junge Frauen, die zur Schwangerschaftsverhütung die Pille einnehmen, ihr Herz durch Nikotin. Auch ein Bluthochdrucksowie zu hohe Blutfettwerte sind bei Frauen mit einem deutlich stärkeren Risikoanstieg behaftet als bei Männern.

Die größten Risikofaktoren für Herzinfarkt

Schutz vor Herzinfarkt dank der Östrogene

Der Grund für die Unterschiede in puncto Herzgesundheit liegt offenbar in den weiblichen Geschlechtshormonen. Vor allem das Hormon Östrogen scheint vor den Wechseljahren die Blutgefäße von Frauen vor der gefürchteten Arteriosklerose zu schützen. Es kommt dadurch bei Frauen seltener zu Gefäßverengungen und damit auch seltener zum Herzinfarkt. Lässt aber nach den Wechseljahren die Hormonproduktion in den Eierstöcken nach, so steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steil an.

Die schützende Wirkung der Östrogene beruht auf drei Prinzipien:

  • Östrogene beeinflussen den Cholesteringehalt im Blut. Sie senken das "schlechte" LDL-Cholesterin und steigern die Konzentration des "guten" HDL-Cholesterins
  • Östrogene haben eine entspannende Wirkung auf die Blutgefäße. Sie sorgen dafür, dass die Arterienwände glatt und dehnbar sind
  • Östrogene erhöhen die Empfindlichkeit der Körperzellen auf den Botenstoff Insulin, tragen damit zur Blutzuckersenkung bei und wirken so einem Diabetesentgegen

Mit den Wechseljahren endet der natürliche Schutz

In den Wechseljahren kommt die Östrogenproduktion zum Erliegen. Fast immer kommt es dann zu einem Blutdruckanstieg und ungünstigen Veränderungen des Fettstoffwechsels. Auch die Schutzwirkung der Hormone auf das Gefäßsystem lässt nach. Mit den Jahren nimmt deshalb das Risiko für einen Herzinfarkt bei Frauen deutlich zu, was sich leider auch durch eine „künstliche Gabe“ in Form einer Hormonersatztherapie nicht ändern lässt.

Herzerkrankungen bei Frauen: Das ist anders

Lifeline/Dr. Heart

Weitere Videos von Dr. Heart finden Sie auf seinem Youtube-Kanal, sonstige Informationen über das Projekt auf seiner Website.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 03. November 2010
Quellen: Deutsche Herzstiftung: Herzinfarkt: Was müssen Frauen wissen?;URL: http://www.herzstiftung.de/Herzinfarkt-bei-Frauen.html (Download vom 03.11.2010) Anita Rieder, Brigitte Lohff (Hrsg.), Gender Medizin - Geschlechtsspezifische Aspekte für die klinische Praxis, 2. Auflage, Springer Verlag Wien/New York 2008

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Letzte Aktualisierung: 03. November 2010
Quellen: Deutsche Herzstiftung: Herzinfarkt: Was müssen Frauen wissen?;URL: http://www.herzstiftung.de/Herzinfarkt-bei-Frauen.html (Download vom 03.11.2010) Anita Rieder, Brigitte Lohff (Hrsg.), Gender Medizin - Geschlechtsspezifische Aspekte für die klinische Praxis, 2. Auflage, Springer Verlag Wien/New York 2008

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