Erste Anzeichen und Symptome von Schwerhörigkeit

Schwerhörigkeit zeigt sich dadurch, dass bestimmte Tonlautstärken oder Frequenzen (zum Beispiel hohe oder tiefe Töne) schlecht oder gar nicht mehr gehört werden. Dabei ist es nicht immer einfach, ein Hörproblem, das sich langsam einstellt, frühzeitig zu bemerken.

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Das Nachlassen des Hörvermögens macht sich in den meisten Fällen schleichend bemerkbar.
Getty Images/Hemera

Hörschäden zu erkennen ist meist nicht einfach, weil sich ein Nachlassen des Hörvermögens in den meisten Fällen schleichend bemerkbar macht. Menschen, die schlecht hören, sind oftmals schneller erschöpft, weil für sie der Hörprozess sehr anstrengend ist und viel Konzentration erfordert.

Erste Anzeichen, die auf eine beginnende Schwerhörigkeit hindeuten:

  • Naturgeräusche wie Vogelgezwitscher, Blätter- oder Meeresrauschen werden nicht mehr wahrgenommen.
  • Geräusche im Haushalt (zum Beispiel Summen des Kühlschranks, Ticken des Weckers) sowie Telefon und Türklingel sind nicht mehr hörbar.
  • Gespräche werden als sehr anstrengend empfunden, Gesprächspartner häufig missverstanden und häufiges Nachfragen ist erforderlich ist
  • Eine Geräuschkulisse (zum Beispiel andere Gesprächen im Hintergrund, Musik) erschwert es, Unterhaltungen zu folgen.
  • Fernseher oder Radio können nur noch sehr laut gehört werden.
  • Geräusche, die früher nicht gestört haben, erscheinen auf einmal übermäßig laut oder belästigend.
  • Fernsehsendungen, Konzerte, Parties oder andere Freizeitaktivitäten machen keine Freude mehr, weil man nicht mehr genug hört. 
Vorsicht, Tinnitus: Die größten Gefahren für unser Gehör

Schwerhörige erfassen Informationen langsamer und inhaltlich nicht vollständig. Eine veränderte Auffassungsgabe macht sich zu Beginn meist für den Betroffenen bemerkbar. Der Warnmechanismus funktioniert nicht mehr ausreichend, "Schrecksekunden" werden länger. Hören wird außerdem in Verbindung mit einer anderen Betätigung schwer möglich - wie beim Fernsehen zu essen oder einem Vortrag folgen und gleichzeitig Notizen zu machen.

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Bei solchen Anzeichen sollte ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt eine genaue Diagnose mit verschiedenen Hörtest durchführen. Ob zusätzlich weitere Beschwerden wie Tinnitus, Drehschwindel oder Ohrgeräusche auftreten, hängt davon ab, wie ausgeprägt die Schwerhörigkeit ist und welche Ursache hinter den Hörproblemen steckt.

Bei Kleinkindern ist das Hören Voraussetzung für die weitere sprachliche und geistige Entwicklung. Eltern sollten deshalb aufmerksam auf mögliche Anzeichen von Schwerhörigkeit bei ihrem Baby achten. Wenn es nicht auf Stimmen und Geräusche reagiert, die Sprachentwicklung langsam verläuft oder auch an häufigen Ohrinfektionen leidet, sind das Gründe für eine Vorstellung beim Kinder- oder HNO-Arzt.

Soziale Isolierung droht

Wichtig ist, bei Verdacht auf Schwerhörigkeit nicht zu lange mit dem Arztbesuch zu warten. Denn wer schlecht hört, kann mit der Zeit das Hören verlernen.  Eine Behandlung mit einem Hörgerät ist dann am aussichtsreichsten, wenn sie früh einsetzt.

Zudem geht eine Hörminderung oft mit einer Minderung des Selbstvertrauens einher: Menschen mit einem Schleier über der akustischen Wahrnehmung werden unsicher, können ihr Leben nicht mehr wie bisher selbst gestalten. Der Philosoph Immanuel Kant erkannte bereits "Nicht sehen können trennt von den Dingen, nicht hören können von den Menschen" - und beschreibt damit ein Hauptproblem der Schwerhörigen. Vertrauensverlust, Identitätsprobleme, Entmutigung und Verlust an sozialer Kompetenz können die Folgen von Schwerhörigkeit sein.

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Letzte Aktualisierung: 31. Mai 2017
Durch: es
Quellen: Informationen der „HNO-Ärzte im Netz“ – Herausgegeben vom Dt. Bundesverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte e. V.

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