Winzige Hautpartie, große Probleme

Wenn die Glabella zum Sorgenkind wird: Zornesfalte entfernen

Die meist unbehaarte Stelle zwischen den Augenbrauen wird Glabella genannt. Dieses an sich winzige Stück des Körpers bereitet vielen Männern und Frauen Probleme: Mit zunehmendem Alter gräbt sich die Glabellafalte, besser als Zornesfalte bekannt, tief über der Nasenwurzel ein und lässt sich meist nur durch Botox oder Hyaluronsäure entfernen.

Frau bei Botox-Behandlung für Falten
Glabellafalten zeichnen sich mit zunehmendem Alter immer stärker ab.
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Die Glabella befindet sich über der Nasenwurzel zwischen den Augenbrauen und ist meist haarlos. Daher auch ihr Name: Er leitet sich von dem lateinischen Wort glaber ab, das glatt, unbehaart oder kahl bedeutet.

Glabella dient zum Testen der Reflexe bei Babys

Medizinisch relevant ist der Glabellareflex, ein frühkindlicher Reflex, der bei Neugeborenen getestet wird: Wird die Glabella wiederholt leicht beklopft, blinzelt der Säugling. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass statt des Glabellareflexes nicht versehentlich der Lidschlussreflex (Orbicularis-oculi-Reflex) ausgelöst wird.

Findet der Glabellareflex bei Babys nicht statt, deutet das auf zum Beispiel auf neurodegenerative Erkrankungen hin. Kommt es hingegen auch im Erwachsenenalter noch zu dieser Reflexantwort, kann dies ebenfalls ein Zeichen für Störungen im Gehirn sein.

Furchen in der Glabella: Zornesfalten

Zornesfalten zählen zu den häufigsten Alterserscheinungen der Haut. Meist handelt es sich um zwei Falten, die parallel nebeneinander senkrecht zwischen den Augen verlaufen. Sie können durch kleine horizontale Fältchen auf der Nasenwurzel begleitet sein.

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Der Begriff Zornesfalte lässt vermuten, dass sich diese tief eingegrabenen Falten durch ständigen Ärger bilden. Eher ist jedoch konzentriertes, angestrengtes Schauen auf den Computerbildschirm, während des Lesens oder durch Nachlassen der Sehkraft für Glabellafalten verantwortlich. Beim Zusammenziehen der Augenbrauen, die sich dadurch schützend über die Augen legen (ein unbewusster Vorgang), werden drei Muskeln in der Augen- und Stirnpartie angespannt. In der Jugend ist die Haut elastischer und kann dieses Mimikspiel mühelos ausgleichen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität ab, Falten entstehen.

Glabellafalte entfernen: Botox ist die erste Wahl

Viele Betroffene empfinden gerade die Glabellafalte als unschön, weil sie ihrem Ausdruck etwas Grimmiges oder Sorgenvolles verleiht. Dem versucht die ästhetische Medizin beizukommen. Gängig sind zwei Methoden:

Botox (kurz für Botulinumtoxin) wird in diejenigen Muskeln injiziert, die die Falten hervorgerufen haben, und entspannt sie durch Hemmung der Nervenimpulse. Durch die reduzierte Muskeltätigkeit bildet sich die Glabellafalte in den kommenden Wochen von selbst zurück. Ziah Taufig, Präsident der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland (GÄCD), erklärt: "Erst muss man die Muskeln lahmlegen. Nach etwa drei Monaten hat sich die Falte erholt." Der Effekt der Muskelerschlaffung durch Botox hält laut Taufig drei bis sechs Monate an. Die Faltenbehandlung wirke aber darüber hinaus, weil sich die Falte erst wieder neu bilden muss. Sei die Zornesfalte drei Monate nach der ersten Botox-Spritze immer noch tief, folge eine zweite Behandlung mit Botox, in sehr hartnäckigen Fällen auch mit Hyaluronsäure, bei der die Falte unterspritzt wird.

Das Unterspritzen mit Hyaluronsäure ist nach Erfahrung des Facharzts für Plastische Chirurgie jedoch komplikationsreicher als die Botox-Behandlung: Im Bereich der Glabella verläuft eine Arterie über dem Muskel in Richtung Auge. Wird der Filler versehentlich in das Gefäß gespritzt, kommt es zur Embolie. Zu viel Hyaluronsäure führt außerdem zu Druck auf der Arterie. Manche Anbieter empfehlen mehrere Behandlungen mit kleinen Dosierungen, um eine Überkorrektur zu verhindern. Das Ergebnis hält nach ihren Angaben mehrere Jahre.

"Ein operativer Eingriff zur Entfernung der Glabellafalte kommt nur in Frage, wenn sie sehr tief ist und gleichzeitig eine Oberlidstraffung durchgeführt wird", erklärt Taufig. Dann könne der Muskel, der die Falte verursacht, besser entfernt werden. Ansonsten sei das Risiko groß, einen wichtigen Nerv zu verletzen, was zu Taubheit führen könne.

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