Schuppenflechte

Genaue Psoriasis-Diagnose durch Facharzt

Für eine Psoriasis-vulgaris-Diagnose mit den typischen Hauterscheinungen sind in der Regel keine speziellen hautärztlichen Kenntnisse erforderlich, daher kann oft auch Haus- oder Kinderarzt die Verdachtsdiagnose stellen. Mögliche weiterführende Diagnostik und die Behandlung der Erkrankung gehören jedoch immer in die Hand eines erfahrenen Hautarztes.

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female doctor listening to an elderly man
(c) Stockbyte

Die optimale Behandlung der Erkrankung beim einzelnen Betroffenen erfordert spezielle Erfahrung. Der Hautarzt kennt die vielfältigen Möglichkeiten der Psoriasis-Therapie und kann daher das beste Verfahren oder diejenige Kombination aus zwei oder mehreren Verfahren auswählen, die für den einzelnen Patienten die beste ist. Bei speziellen Erscheinungsformen der Erkrankung wie der Psoriasis arthropathica (Psoriasis-Arthritis), der mit entzündlichen Gelenkveränderungen einhergehenden Form der Schuppenflechte, arbeitet der Hautarzt in der Regel mit einem auf die Behandlung entzündlicher Gelenkerkrankungen spezialisierten Internisten (Rheumatologen) zusammen. Besonders wenn keine Hautsymptomatik besteht, ist die Psoriasis-Arthritis leicht mit einer rheumatoiden Arthritis oder auch einer Gicht zu verwechseln. Eine gezielte weiterführende Psoriasis-Diagnose und Diagnostik durch den Facharzt ist deshalb häufig unerlässlich.

Wenn außerordentliche seelische Belastungen zu einer Verschlechterung des Hautzustandes führen, kann zusätzlich eine Mitbehandlung durch einen Arzt für psychosomatische Medizin oder durch einen ärztlichen bzw. nichtärztlichen Psychotherapeuten (z. B. einen Psychologen) erwogen werden. Die genannten Berufsgruppen können auch helfen, wenn aufgrund der Hauterkrankung Konflikte in der Familie oder in der Partnerschaft auftreten.

Wie wird die Psoriasis Diagnose gestellt?

Im Mittelpunkt der Psoriasis-Diagnose bei einem Verdacht auf Schuppenflechte steht die Befragung des Patienten (Anamnese) und die körperliche Untersuchung durch den Hautarzt. In unklaren Fällen kann die feingewebliche Untersuchung einer entnommenen Hautprobe notwendig sein.

Bei der Befragung des Patienten ist die Erhebung der genauen Symptome, die Forschung nach möglichen Ursachen und Provokationsfaktoren und auch die Familienanamnese, also die Suche nach Schuppenflechte-Patienten unter den Angehörigen, von besonderer Bedeutung.

Für die körperliche Untersuchung bittet der Hautarzt seinen Patienten in der Regel, sich ganz auszukleiden. Bei der Untersuchung achtet er nicht nur auf diejenigen Psoriasis-Herde, die den Patienten subjektiv stören, sondern auch auf Hautveränderungen, die dem Patienten womöglich gar nicht aufgefallen sind. Sie können unter Umständen aber gerade den Verdacht einer Psoriasis-Diagnose weiter erhärten. Dies trifft insbesondere auf Rötung oder Schuppung an den für Psoriasis typischen Stellen wie Ellenbogen, Knie, Steißbeinregion, Gesäßfalte, Kopfhaut, Ohrmuscheln und das Hautareal unmittelbar hinter den Ohren zu. Außerdem achtet der Hautarzt auf – unter Umständen minimale – Veränderungen von Finger- und Zehennägeln.

Bei der klinischen Untersuchung gibt es drei charakteristische Zeichen, auf die der Arzt achtet: das "Kerzenfleckphänomen", das "Phänomen des letzten Häutchens" und der "blutige Tau". Der Arzt kratzt dafür mit einem Holzspatel vorsichtig an einem der Psoriasis-Herde. Dabei stellt sich in der Schuppenschicht eine helle Kratzspur dar, wie sie auch beim Kratzen auf einem Wachsfleck entsteht. Beim weiteren Abtragen der Schuppenschicht stößt der Untersucher dann auf ein empfindliches, glänzendes "letztes Häutchen", welches bei weiterem Kratzen punktförmig zu Bluten anfängt ("blutiger Tau").

Feingewebliche Untersuchung

In der Regel kann eine Psoriasis-Diagnose allein durch Anamnese und körperliche Untersuchung gestellt werden. In unklaren Fällen kann es erforderlich sein, in örtlicher Betäubung mit dem Skalpell eine kleine Hautprobe zu entnehmen. Nur durch die feingewebliche Untersuchung der Gewebeprobe unter dem Mikroskop ist die Diagnose Psoriasis endgültig zu beweisen. Außerdem kann man so das Vorliegen einer anderen Hauterkrankung sicher ausschließen, welche unter Umständen eine abweichende Behandlung erforderlich machen würde.

Weiterführende Diagnostik

Zur Abklärung einer Psoriasis-Arthritis werden oft weitere Untersuchungen wie Blutuntersuchungen auf Rheumafaktoren und andere charakteristische Merkmale (HLA-Marker) notwendig. Ergänzend werden bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Computertomografie eingesetzt. Auch die Szintigrafie, bei der krankhafte Veränderungen mit Hilfe von radioaktiven Substanzen sichtbar gemacht werden, kann für die Diagnosesicherung eingesetzt werden.

Schuppenflechte: Psychotherapie sinnvoll

Die psychologische Betreuung kann Betroffenen helfen, mit der Krankheit besser umzugehen und die Krankheitssymptome zu lindern, so der Deutsche Psoriasis-Bund (DPB) in Hamburg. Gerade wenn man sich besonders unwohl fühlt und die Psoriasis-Diagnose bestätigt wurde, können therapeutische Gespräche hilfreich sein.

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