Topische Therapie

Psoriasis - lokale Behandlung mit Vitamin D3

Vitamin D3-Analoga wie Calcipotriol und Tacalcitol hemmen die übermäßige Zellteilung und fördern die normale Reifung der Hautzellen. Die Wirksamkeit ist mit der von Glukokortikoiden vergleichbar, allerdings kommt es häufiger zu Hautreizungen. Sie können dafür längerfristig bei Psoriasis eingesetzt werden und sind im Gegensatz zu Dithranol problemlos anzuwenden.

Psoriasis -  lokale Behandlung mit Vitamin D3
Vitamin D3-Analoga hilft bei Psoriasis
Getty Images/Hemera

Unter Vitamin D3-Analoga versteht man Abkömmlinge des körpereigenen Vitamin-D3-Hormons (Dihydroxycholecalciferol). Zu dieser Substanzklasse zählen unter anderem die Stoffe Calcipotriol und Tacalcitol. Ähnlich wie Dithranol vermindern sie die Teilungsaktivität der Oberhautzellen. Außerdem fördern sie deren Differenzierung (= Reifung), welche bei der Psoriasis gestört ist.

Vitamin D3-Analoga sind im Gegensatz zu den Glukokortikoiden sehr gut für die Langzeittherapie der Psoriasis geeignet. Anders als Dithranol können sie dabei auch vom Patienten selbst problemlos angewandt werden und zeigen eine deutlich höhere kosmetische Akzeptanz. Behandlungserfolge sind in der Regel nach zwei Wochen zu sehen, die maximale Wirkung tritt aber häufig erst nach vier bis acht Wochen ein.

Kombination von Vitamin D3-Analoga mit weiteren Therapeutika

Eine Kombination mit Glukokortikoiden kann sinnvoll sein, so können diese die Hautirritationen durch die Vitamin D3-Analoga abmildern. Auch eine Kombination mit innerlich anzuwendenden Medikamenten oder einer UV-Behandlung zeigt gute Ergebnisse. Hier sollten die Vitamin D3-Analoga erst nach der Bestrahlung aufgetragen werden, da sie sonst möglicherweise deaktiviert werden und die Reaktion der Haut auf das UV-Licht beeinflussen können. Bei der gleichzeitigen Anwendung von Vitamin D3 und Harnstoff oder Salicylsäure besteht die Gefahr der Inaktivierung von Vitamin D3 Derivaten und zusätzlich die Gefahr einer Beeinträchtigung des Kalziumstoffwechsels. Eine gleichzeitige Therapie sollte somit nicht durchgeführt werden.

Mögliche unerwünschte Wirkungen

Die am häufigsten beobachtete Nebenwirkung bei Vitamin D3-Analoga ist eine Reizung der Haut. Diese kann so stark sein, dass die Behandlung unterbrochen werden sollte. Hat sich die Irritation zurückgebildet, kann die Therapie an gleicher Stelle fortgesetzt werden. Kontaktallergische Reaktionen wurden in Einzelfällen beschrieben und sind oft schwer von einer Hautirritation abzugrenzen.

Bei der Anwendung beachten!

Um einer Aufnahme dieser hormonähnlichen Substanzen in den Blutkreislauf und einer möglicherweise dadurch ausgelösten Störung des Kalziumstoffwechsels vorzubeugen, dürfen Vitamin D3-Analoga nur äußerlich angewandt und auf einen begrenzten Anteil der Körperoberfläche aufgetragen werden. Für Calcipotriol sind das nach Herstellerangaben bis zu 30%, für Tacalcitol bis zu 20 %. In der Kurzzeittherapie ist jedoch nicht mit einer nennenswerten Aufnahme der Substanz zu rechnen. Wird eine Psoriasis mehr als acht Wochen behandelt, sollte vor allem bei höherer Dosierung der Kalziumspiegel überwacht werden, was am einfachsten über den Urin gemessen wird.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 26. März 2009
Quellen: H. Gollnick; B. Bonnekoh: Psoriasis - Pathogenese, Klinik und Therapie; UNI-MED Verlag Prof. Dr. H. Meffert: Schuppenflechte; Verlag Gesundheit (Medicus) Dr. D. Burkhardt, Prof. Dr. K. Degitz: Rat und Hilfe bei Schuppenflechte; Südwest Verlag J.-H. Blume: Therapieoptionen bei der Psoriasis vulgaris; in: Haut - Dermatologie, Phlebologie, Allergologie 1/2005 (Viavital Verlag)

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