Die richtige Hautpflege

Basistherapie bei Psoriasis - Überblick

Für die optimale Behandlung der Psoriasis ist auch eine gute Hautpflege entscheidend. Sie bessert den Hautzustand ganz allgemein und unterstützt die Wirkung antientzündlicher Mittel.

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Young woman holding tube of cream in front of young girl (6-8)
(c) Stockbyte

Neben der Anwendung von Wirkstoffen, die die bei der Schuppenflechte ablaufenden entzündlichen Prozesse hemmen, ist eine gute Hautpflege für die optimale Behandlung der Psoriasis von entscheidender Bedeutung. Sie verbessert die Hautsituation ganz allgemein, unterstützt die Wirkung der antientzündlichen Mittel und beugt dadurch auch neuen Entzündungen vor. Eingesetzt werden vor allem Substanzen, die – bei regelmäßiger Anwendung - die für die Psoriasis typischen Verhornungsstörungen beseitigen.

Ein großes Problem bei Psoriasis: Trockene Haut

Psoriasis-Patienten leiden oftmals besonders stark unter trockener Haut – eine abgestimmte Hautpflege ist daher wichtig. Zum einen kommt es bei der Erkrankung zu einer übermäßigen Vermehrung der Hornzellen in der obersten Hautschicht und zu Verhornungsstörungen. Zum anderen sind bei vielen Patienten die Anzahl und Qualität der Hautfette und natürlichen Feuchthaltefaktoren in der Haut herabgesetzt. Bestimmte Hornschichtfette wie die Ceramide liegen in verminderter Konzentration vor oder können sogar gänzlich fehlen. Dadurch funktioniert die normale Barrierefunktion der Haut gegen Wasserverdunstung nicht mehr ausreichend. Feuchtigkeit entweicht der Haut in größerem Maße, und die Haut trocknet aus. Sie wird spröde, reißt leicht ein und fühlt sich rau an.

Basis der Pflegemittel: „Fettliebende“ Salben

Trägersubstanz der Hautpflege bei Psoriasis sind lipophile („fettliebende“) Salben, die aus einem Gemisch aus Kohlenwasserstoffen und Fetten, sogenannten Triglyceriden, bestehen. Hierzu zählt in erster Linie Vaseline. Sie eignet sich als Decksalbe ebenso wie als Grundlage zur Herstellung lipophiler Cremes. Auch die sogenannte Wollwachsalkoholsalbe zählt zu den lipophilen Salben. Sie enthält unter anderem weiße Vaseline und Wollwachsalkohole. Darüber hinaus eignen sich natürliche und synthetische Triglyceride (sogenannte Lipogele) sowie Wasser-in-Öl-(W/O)-Cremes.Lipophile Salben sollten mehrmals täglich zu jeweils festgelegten Zeiten aufgetragen werden.

Zusatzstoffe für die Hautpflege: Verschiedene Wirkungsweisen

Die Wirksamkeit der lipophilen Salben lässt sich durch bestimmte Zusatzstoffe in der Hautpflege steigern. Eingesetzt werden bei Psoriasis beispielsweise verhornungsauflösende Substanzen, Stoffe, die das Eindringen von Krankheitserregern in die Haut behindern, sowie Substanzen, die den Juckreiz lindern.

Verhornungsauflösend: Salizylsäure und Harnstoff

Salizylsäure und Harnstoff zählen zu den verhornungsauflösenden Wirkstoffen bei Psoriasis. Harnstoff beugt zudem neuen Verhornungsstörungen vor und wirkt juckreizlindernd.

Hindert den Eintritt von Krankheitserregern: Panthenol

Panthenol verbessert die Barrierefunktion der Haut gegen Krankheitserreger und Umweltgifte. Diese natürliche Schranke ist bei Psoriasis oft gestört, so dass schädliche Substanzen eindringen und entzündliche Reaktionen hervorrufen bzw. verstärken können. Bewährt hat sich darüber hinaus in der Hautpflege der Einsatz antiseptischer Wirkstoffe, die Krankheitserreger abtöten können, wie Chlorhexidin und Triclosan.

Juckreizlindernd: Polidocanol und Bisabolol

Neben Harnstoff gibt es weitere Zusatzstoffe, die die Haut beruhigen und den bei der Schuppenflechte oft quälenden Juckreiz lindern können. Beispiele sind Polidocanol und Bisabolol.

Reinigung der Haut: Nicht mit Seife

Trockene Haut auf herkömmliche Weise mit Seife zu reinigen, entfettet die Haut oft zusätzlich, so dass sich das Problem noch verschärft. Stattdessen sollten bei trockener Haut die Hautbarriere gestärkt und die fehlenden Fette und Feuchtigkeitsfaktoren ersetzt werden. Häufiges, langes und heißes Waschen, Duschen oder Baden reizen die Haut und sollten deshalb bei der Hautpflege vermieden werden. Statt herkömmlicher Seife wird bei Psoriasis die Anwendung einer Öl-in-Wasser-Emulsion mit einem hautphysiologischen pH-Wert von 5,5 oder darunter (saurer Bereich) empfohlen. Eine solche Emulsion wirkt durch ihren Gehalt an natürlichen Ölen rückfettend und stärkt die Hautbarriere. Ein angenehmes Hautgefühl verschaffen auch rückfettende Badezusätze, die Milch oder Sahne in Kombination mit pflanzlichen Ölen wie Avocado-, Jojoba-, Kokos- oder Olivenöl enthalten. Beim Abtrocknen ist darauf zu achten, dass die Haut nicht zu intensiv abgerieben wird.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 06. Juli 2010
Quellen: Wohlrab, J.: Basistherapie der Psoriasis vulgaris. In: Der Hautarzt 57(8), (2006), S. 661-665; Püttmann-Cyrus, S.: Effizienz moderner Wirkstoffe und Galenik in der Hautpflege. In: HAUT 1, (2008), S. 16-18; Fluhr, J. et al.: Emollients, moisturizers, and keratolytic agents in psoriasis. In: Clinics in Dermatology 26, (2008), S.380-386

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