Biologics bei Schuppenflechte

Psoriasis - Behandlung mit Etanercept

Der Tumornekrosefaktor-alpha-Blocker (TNF-α-Antagonist) Etanercept gehört zur Gruppe der sogenannten Biologics. Er blockiert den Botenstoff TNF-alpha und greift damit gezielt und effektiv in den entzündlichen Krankheitsprozess ein.

Spritze
Etanercept hilft bei Shuppenflechte
© iStock.com/FreezeFrameStudio

Einsatzgebiete von Etanercept

Etanercept ist seit 2002 zur Behandlung der aktiven und progressiven Psoriasis-Arthritis zugelassen, seit September 2004 auch für die Behandlung von mittelschweren und schweren Verläufen der Plaque-Psoriasis. Verordnen darf es der Arzt, wenn andere systemische – im ganzen Körper wirkende – Therapien mit beispielsweise Methotrexat, Ciclosporin oder PUVA bei der Schuppenflechte oder zwei sogenannten Basismitteln bei der Psoriasis-Arthritis nicht ausreichend erfolgreich wirksam waren, nicht vertragen wurden oder kontraindiziert sind, also aus gesundheitlichen Gründen nicht angewendet werden dürfen.

Wie wird Etanercept angewendet?

Der Wirkstoff wird subkutan (unter die Haut) injiziert. Es ist als Fertigspritze oder als Pulver, welches mit einem Lösungsmittel zu einer Injektionslösung gemischt werden kann (Lyophilisat), erhältlich. Die empfohlene Dosis beträgt bei Psoriasis 50 mg pro Woche. Alternativ kann 12 Wochen lang die Behandlung mit Etanercept in einer Dosierung von 50 mg zweimal wöchentlich begonnen werden. Bei Psoriasis-Arthritis wird mit 50 mg Etanercept wöchentlich behandelt.

Kombination mit anderen Medikamenten

Eine Kombination von Etanercept mit anderen das Immunsystem dämpfenden oder beeinflussenden Medikamenten (z. B. Methotrexat) ist möglich. Auch örtlich (topisch) anzuwendende Wirkstoffe zur Behandlung der Schuppenflechte können mit Etanercept kombiniert werden.

Dauer der Psoriasis Behandlung

Bei der Psoriasis-Arthritis ist die Therapie mit Etanercept als kontinuierliche Langzeittherapie angelegt. Bei der Schuppenflechte ist eine intermittierende Langzeittherapie möglich. Die Behandlung sollte bis zum Erreichen der Remission durchgeführt werden, bis zu 24 Wochen. Bei erneutem Auftreten der Symptome kann die Therapie mit Etanercept fortgesetzt werden, ohne dass man mit einem Wirkverlust rechnen muss.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Etanercept wird im Allgemeinen gut vertragen. Die häufigste Nebenwirkung ist eine Reaktion der Haut an der Einspritzstelle. Sie tritt in Form einer Rötung mit oder ohne Juckreiz, Schmerzen und Schwellung in Erscheinung. In der Regel klingen diese Erscheinungen nach wenigen Tagen von allein ab, nur selten muss eine antientzündliche Behandlung durchgeführt werden.

Darüber hinaus können unter der Behandlung mit Etanercept Infektionen auftreten. Am häufigsten sind Infektionen der oberen Luftwege einschließlich der Nasennebenhöhlen. Besonders anfällig für Infektionen sind Patienten, die zusätzlich Medikamente zur Hemmung des Immunsystems (Immunsuppressiva) einnehmen müssen oder an Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus leiden.

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