Knochenschützer

Kalzium und Vitamin D gegen Osteoporose

Kalzium und Vitamin D stellen seit Langem die Basistherapie für Patienten mit Osteoporose dar. Während früher eine ausreichende Versorgung mit Kalzium im Vordergrund stand, gilt das Augenmerk heute verstärkt dem Vitamin D-Status, um die Knochen zu schützen.

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Wer sich mindestens eine halbe Stunde täglich im Freien bewegt, kann zumindest in den Sommermonaten seinen Vitamin D3-Bedarf decken.
(Thinkstock)

Kalzium und Vitamin D stellen seit Langem die Basistherapie für Patienten mit Osteoporose dar. Während früher eine ausreichende Versorgung mit Kalzium im Vordergrund stand, gilt das Augenmerk heute verstärkt dem Vitamin D-Status.

Die richtige Kombination verschiedener Nährstoffe aus der Nahrung und eine ausreichende Muskelkraft bilden die Eckpfeiler der Knochengesundheit. Dabei sind die Mineralien das Ausgangsmaterial, das nach Plan der Muskeln, sozusagen der Bauleitung, in den Knochen eingebaut wird. Denn sie geben mit ihren Zug- und Druckreizen die Information vor, wo Knochen an- bzw. abgebaut werden soll.

Knochenhärter Kalzium

Von herausragender Bedeutung für den Knochen ist das Mineral Kalzium. Denn es wird in den Knochen eingelagert und härtet ihn. Deshalb ist eine ausreichende Zufuhr über die Nahrung wichtig. In der Lebensmitte liegt der Bedarf bei 1000 Milligramm (mg) am Tag. Insbesondere in der Jugend, während einer Schwangerschaft und in der Stillzeit, aber auch im fortgeschrittenen Alter ist der Bedarf erhöht; es sollten täglich ca. 1500 mg mit der Nahrung aufgenommen werden. Wenn irgend möglich sollte der tägliche Bedarf an Kalzium durch die Nahrung gedeckt werden. Gelingt dies nicht, können Kalziumtabletten eingenommen werden. Dies ist allerdings nur die zweitbeste Lösung, da durch die Zufuhr von Kalzium in Tablettenform (Substitution) das Gleichgewicht zwischen Kalzium und Phosphat, einem anderen wichtigen Baustein der Knochen, gestört werden kann. Aus diesem Grund können - gerade bei untergewichtigen Senioren - kalziumhaltige Nahrungsergänzungsmittel (Supplemente) dem Knochen mehr schaden als nützen. Der Spruch „Viel hilft viel“ gilt für Kalzium nicht, wie erst seit Kurzem klar ist. Daher sollte die Gesamttagesdosis 1500 mg am Tag nicht überschreiten. Sonst kann u.a. das Herz Schaden nehmen.

Multitalent Vitamin D

In den letzten Jahren ist das Wissen um die Bedeutung von Vitamin D, genauer Vitamin D3 (Cholecalciferol), gewachsen. Für den Knochen ist es nicht nur wichtig, weil es die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung und den Einbau in den Knochen unterstützt, sondern auch, weil es die Zusammenarbeit von Nerven und Muskeln verbessert und somit vor Stürzen schützt. Steht nicht genügend Vitamin D3 zur Verfügung, bekommen Kinder eine Rachitis, Erwachsene eine Osteomalazie.

Wer sich täglich mindestens eine halbe Stunde im Freien bewegt, kann zumindest in den Sommermonaten seinen Vitamin D3-Bedarf decken. Denn durch das UV-Licht der Sonne wird in der Haut die erste einer Reihe von inaktiven Vorstufen von Vitamin D in die nächste umgewandelt; es entsteht Prävitamin D3. Allerdings sollten für diesen Effekt Arme und Gesicht frei und nicht mit Sonnenschutzmittel eingecremt sein. Von Oktober bis März reicht die Sonnenkraft nicht aus, um in Kombination mit der Aufnahme aus der Nahrung für genügend Vitamin D3 zu sorgen. Daher sollte Vitamin D3 in Tablettenform zugeführt werden. Früher wurde eine Substitution mit 400-800 Internationalen Einheiten (I.E.) als ausreichend angesehen. Heute geht man davon aus, dass 800-2000 I.E. pro Tag erforderlich sind, zumal bei Älteren und Pflegebedürftigen, deren Haut weniger effizient Prävitamin D3 synthetisiert und bei denen Leber und Niere die weiteren Aktivierungsschritte zu Calcitriol weniger effizient durchführen. Sie haben daher häufiger einen Vitamin D-Mangel. Im Einzelfall sollte die Dosis anhand von einigen Blutparametern und der Nierenfunktion vom Arzt festgelegt werden. Vitamin D3 kann als tägliche Tablette oder höher dosiert mehrwöchentlich eingenommen werden. Nach einigen Wochen ist es sinnvoll, den Vitamin D3-Spiegel im Blut erneut zu bestimmen. Denn ein Effekt auf die Gangsicherheit und Sturzrate, wichtigen Risikofaktoren für einen Knochenbruch bei Osteoporose, ist erst ab Spiegeln von 75 Nanomol pro Milliliter (nmol/ml) 25-Hydroxy-Vitamin D3 belegt – allerdings nur, wenn mindestens einmal wöchentlich zusätzlich ein halbstündiges Bewegungsprogramm absolviert wird.

Glossar

Osteomalazie: Eine schmerzhafte Knochenerweichung bei Erwachsenen, meist durch einen Vitamin D-Mangel ausgelöst.

Rachitis: Eine Störung des wachsenden Knochens mit gestörter Mineralisation und Desorganisation der Wachstumsfugen, verursacht durch eine Unterversorgung mit Kalzium über die Nahrung oder eine Vitamin D-Stoffwechselstörung.

Essen gegen Osteoporose

Autor:
Letzte Aktualisierung: 29. Januar 2011
Quellen: DVO-Leitlinie Physiotherapie und Bewegungstherapie bei Osteoporose (2009): http://www.dv-osteologie.org/dvo_leitlinien/leitlinie-physiotherapie-osteoporose; Download vom 16.12.2010 DVO-Leitlinie zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei Erwachsenen (2009): http://www.dv-osteologie.org/uploads/leitlinien/DVO-Leitlinie 2009 Langfassung_Druck.pdf; Download vom 16.12.2010 Burckhardt P. Ernährung und Knochengesundheit – Wissenschaft, Mythen und Realität. Osteologie 2010; 2: 167-171

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