Tückischer Knochenschwund

Osteoporose: Symptome, Diagnose und Behandlung

Osteoporose ist eine unterschätze Krankheit. Über einen längeren Zeitraum nimmt die Knochendichte ab, bemerkbar macht sie sich jedoch oft erst mit einem Bruch. Die gute Nachricht: Mit gesunder Ernährung, Bewegung und Medikamenten kann der Knochenschwund behandelt werden. Und damit sich erst gar keine Osteoporose entwickelt, lässt sich gezielt und alltagstauglich vorbeugen.

Ältere Frau mit Osteoporose hat Schmerzen im unteren Rücken
Das Leitsymptom bei einer Osteoporose sind heftige Rückenschmerzen.
© iStock.com/georgeclerk

Osteoporose (Knochenschwund) ist eine chronische Knochenerkrankung, die das gesamte Skelett betrifft. Sie tritt vor allem in der zweiten Lebenshälfte auf und zeichnet sich durch eine erniedrigte Knochenmasse und Veränderungen des Knochengewebes aus. In der Folge werden die Knochen instabiler und neigen zu Brüchen. Diese treten dann schon bei alltäglichen Belastungen oder "einfachen" Stürzen auf.  

Tückisch an der Osteoporose ist, dass sich lange keinerlei Beschwerden zeigen. So wird sie oftmals überhaupt erst nach einem Knochenbruch diagnostiziert. Nach einem ersten Bruch steigt das Risiko für erneute Frakturen deutlich an.

Artikelinhalte auf einen Blick:

Je nach Ursache unterscheidet man zwei Formen von Osteoporose

Grundsätzlich werden die primäre und die sekundäre Osteoporose unterschieden. Eine primäre Osteoporose liegt dann vor, wenn der Knochenschwund nicht durch andere Krankheiten verursacht wird. Die genauen Ursachen für diese Form sind noch nicht vollständig geklärt. Bereits bekannt ist jedoch, dass das Risiko, an Osteoporose zu erkranken mit zunehmendem Alter deutlich steigt. Häufig liegt der Verlust der Knochensubstanz an weniger Bewegung und Aufenthalten in der Sonne sowie einer mangelnden Zufuhr Kalzium und Vitamin D, die wichtig für den Knochen sind. 

Außerdem erhöht sich bei Frauen das Risiko besonders nach der Menopause: In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel, wodurch in der Folge die Knochensubstanz abnimmt. In diesem Fall spricht man von einer postmenopausale Osteoporose. Doch auch Männer mit sehr niedrigem Testosteronspiegel entwickeln häufiger eine Osteoporose. Denn Geschlechtshormone unterstützen den Knochenaufbau und wirken sich daher schützend aus.

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Die sekundäre Osteoporose wird durch andere Krankheiten oder bestimmte Medikamente ausgelöst. Einen sekundären Knochenschwund hervorrufen können

  • entzündlich-rheumatische Krankheiten wie eine rheumatoide Arthritis,
  • Magen-Darmkrankheiten, darunter Laktoseinteroleranz, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa,
  • Stoffwechselerkrankungen, zum Beispiel eine Überfunktion der Schilddrüse, Nebenniere oder Nebenschilddrüse,
  • eine längerfristige Therapie mit Medikamenten, die den Knochenstoffwechsel negativ beeinflussen.

Häufigste Form der sekundären Osteoporose ist die kortisonbedingte Osteoporose. Sie betrifft überwiegend jüngere Menschen sowie Männer häufiger als Frauen und führt zu Brüchen von Rippen, Oberschenkelhals und Wirbeln.

Manche Risikofaktoren der Osteoporose sind beeinflussbar

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Es gibt bestimmte Faktoren, die das Risiko für einen Knochenschwund erhöhen. Einige Der Arzt kann die Risikofaktoren exakt abklären und gegebenenfalls durch die Messung der Knochendichte feststellen, ob bereits eine krankhafte Veränderung vorliegt.

  • Alter: Nach einer Faustregel verdoppelt sich das Bruchrisiko mit jedem Lebensjahrzehnt.

  • Geschlecht: Frauen haben ein vierfach höheres Risiko für eine Osteoporose als Männer: Ihr Knochenbau ist meist leichter und mit dem Eintritt der Wechseljahre nimmt die Östrogenproduktion deutlich ab. Dadurch verändert sich auch die Knochenstruktur, sodass die Knochendichte abnimmt.

  • Gewicht: Sehr schlanke oder untergewichtige Frauen mit leichtem Knochenbau sind anfälliger für Osteoporose.

  • Vererbung: Litt bereits die Mutter, Großmutter oder eine andere Blutsverwandte an Osteoporose, ist das persönliche Risiko stark erhöht.

  • Lebensstilfaktoren: Wenig Bewegung, eine unausgewogene Ernährung, Rauchen und Alkohol können die Knochengesundheit beeinträchtigen und die Entwicklung einer Osteoporose begünstigen.

  • Krankheiten: Bestimmte Erkrankungen können sich negativ auf die Knochengesundheit auswirken. Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie begünstigen die Entstehung einer Osteoporose ebenso wie chronisch-entzündliche Erkrankungen (rheumatoide Arthritis, Morbus Crohn) oder Störungen der Hormonproduktion von Schilddrüse, Nebenschilddrüse oder Nebenniere.

  • Kortison: Der Wirkstoff und seine Abkömmlinge gefährden die Knochenstabilität, wenn für drei bis sechs Monate täglich eine Dosis von mindestens 7,5 Milligramm eingenommen wird.

  • Kalzium-Mangel: Knochen bestehen zum großen Teil aus Kalzium. Eine zu geringe Aufnahme durch die Nahrung erhöht das Risiko für eine Osteoporose deutlich, denn durch Kalziummangel nimmt die Knochenmasse ab.

  • Vitamin-D-Mangel: Dieses Vitamin ist nicht nur für den Einbau von Kalzium in den Knochen erforderlich, sondern fördert auch das Zusammenspiel von Nerven und Muskeln und senkt somit die Sturzneigung.

Rückenschmerzen als Hauptsymptom

Lange Zeit bleibt der Knochenschwund unbemerkt. Spürbare Symptome sind meist Schmerzen oder Brüche infolge der abnehmenden Knochendichte. Von einem Bruch ist zunächst häufig ein Wirbelkörper betroffen – diese Fraktur äußert sich durch akute Rückenschmerzen, die plötzlich auftreten und heftig sind. Nach einigen Wochen klingt der Schmerz von allein ab und kann ganz verschwinden. Die zugrunde liegende Osteoporose bleibt dennoch oft unerkannt, weil der Rückenschmerz einer anderen Ursache, beispielsweise einer Verspannung oder Bandscheibenproblemen, zugeordnet wird. Ab einem Alter von 50 Jahren sollte deshalb immer auch an eine Osteoporose gedacht werden, wenn plötzlich einsetzende, heftige Rückenschmerzen auftreten.

Eine andere Schmerzqualität wird durch rasch aufeinander folgende Wirbelkörperfakturen bei schnell fortschreitendem Knochenschwund ausgelöst – Mediziner nennen das "high-turnover-Osteoporose". Hier kann es zu Einblutungen kommen, die einen intensiven Knochenschmerz durch Dehnung der Knochenhaut auslösen. Schmerzen können zudem auftreten, wenn sich benachbarte Dornfortsätze von Wirbeln berühren, nachdem die Wirbelkörper als Folge eines oder mehrerer Brüche "einsinken".

Durch Einbrüche von Wirbelkörpern, meist der horizontal verlaufenden Deckplatten des Wirbels, nimmt die Körpergröße ab. Hat sie im Vergleich zu der im Pass eingetragenen Größe zu Beginn des Erwachsenenalters um mehr als vier Zentimeter abgenommen, kann dies ein Hinweis auf eine Osteoporose sein.

"Witwenbuckel" ist Zeichen für Knochenschwund

Durch die Bildung von sogenannten Keilwirbeln kommt im weiteren Verlauf oft eine Verkrümmung der Wirbelsäule (Kyphose) hinzu. Es entsteht der sogenannte "Witwenbuckel" als äußerlich sichtbares Symptom der fortgeschrittenen Osteoporose. Das Pendant zum nach hinten gewölbten Rücken ist ein nach vorne gewölbtes Bäuchlein in Folge der verkürzten Wirbelsäule. Die untersten Rippen nähern sich dem Beckenkamm an. Diese Veränderungen schränken nicht nur die Lebensqualität stark ein, sondern behindern auch die Atmung und Funktion der inneren Organe.

Ein weiteres äußerlich sichtbares Zeichen eines fortgeschrittenen Knochenschwundes das sogenannte Tannenbaumphänomen. Es ist am entkleideten Oberkörper des Patienten zu sehen, wenn man ihn von hinten betrachtet. Es zeichnen sich Hautfalten ab, die wie die Zweige eines Tannenbaums von der Wirbelsäule nach links und rechts zu den Flanken verlaufen. Sie entstehen, weil die Haut nicht einschrumpft, wenn die Körpergröße abnimmt.

Erste Schritte zur Diagnose der Osteoporose

Im Rahmen der Basisdiagnostik erhebt der Arzt die Krankengeschichte (Anamnese), die zum Beispiel Fragen zu vorangegangenen Stürzen und Knochenbrüchen, Krankheiten oder Medikamenteneinnahme, Schmerzen oder Funktionseinschränkungen umfasst. Zudem prüft der Arzt mithilfe von speziellen Tests die Muskelkraft und Koordination und gewinnt damit einen Eindruck, wie es um die Sturzneigung bestellt ist. Der Vergleich der aktuellen Körpergröße mit der im Pass eingetragenen gibt zudem einen guten Hinweis darauf, ob bereits Wirbelkörpereinbrüche aufgetreten sind. Wer mehr als vier Zentimeter seiner ursprünglichen Körpergröße eingebüßt hat, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit osteoporosebedingte Wirbelfrakturen.

Knochendichtemessung steht im Zentrum der Diagnostik

Die zentrale Methode zur Diagnose einer Osteoporose ist eine spezielle Röntgenuntersuchung, die strahlungsarme Knochendichtemessung. Die Messung erfolgt an der Lendenwirbelsäule und an der Hüfte. Das Diagnosekriterium für den Knochenschwund ist der sogenannte T-Wert. Er gibt die Abweichung der gemessenen Knochendichte eines Patienten vom statistischen Mittelwert der Knochendichte von jungen Erwachsenen an. Beträgt der T-Wert mindestens - 2,5, gilt dies als Osteoporose. Kommen zu einer um mehr als 2,5 Standardabweichungen reduzierten Knochendichte eine oder mehrere Frakturen ohne adäquaten Auslöser (sogenannte Fragilitätsfrakturen) hinzu, sprechen Mediziner von einer manifesten Osteoporose.

In bestimmten Ausnahmesituationen können zur Bestimmung der Knochendichte auch andere Verfahren, zum Beispiel Ultraschalluntersuchungen eingesetzt werden. Zum Nachweis von Wirbelkörpereinbrüchen ist zusätzlich eine normale Röntgenaufnahme der Wirbelsäule sinnvoll. Bei einer sehr niedrigen Knochendichte veranlasst der Arzt auch eine Blutuntersuchung, um anhand bestimmter Laborwerte wie Kalzium, Phosphat und bestimmter Enzyme andere Erkrankungen auszuschließen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Osteoporose?

Spezielle Osteoporose-Medikamente sind erforderlich, wenn das Risiko für Knochenbrüche hoch ist. Die Berechnung des Frakturrisikos und die Knochendichtemessung bilden die Eckpfeiler für die ärztliche Therapieentscheidung. Liegt das 10-Jahres-Risiko für eine Fraktur über 30 Prozent und ist die Knochendichte nachweislich reduziert, wird der Arzt in der Regel eine medikamentöse Therapie zusätzlich zu Basismaßnahmen empfehlen. Bei Personen, die zwar eine erniedrigte Knochendichte, aber keine zusätzlichen Risikofaktoren aufweisen, muss der Knochenschwund sehr ausgeprägt sein, damit eine medikamentöse Therapie gerechtfertigt ist.

Auch wenn die Krankheit schon fortgeschritten ist und eine erste Wirbelkörperfraktur vorliegt, kann durch eine konsequente Therapie noch viel erreicht werden. So erreichen Medikamente innerhalb weniger Monate oftmals eine deutliche Verringerung der Gefahr eines Knochenbruchs. Da in den ersten Monaten nach einer Fraktur die Wahrscheinlichkeit für weitere Brüche am höchsten ist, sollte umgehend mit der Therapie begonnen werden.

Medikamentöse Therapie bei Osteoporose

Die verfügbaren Osteoporose-Medikamente unterscheiden sich vor allem in ihrer Wirkung auf den Knochenaufbau und -abbau. Zur Behandlung des Knochenschwunds werden am häufigsten Bisphosphonate eingesetzt, die primär den Knochenabbau reduzieren. Andere Substanzen bis zu einem gewissen Grad den Knochenaufbau fördern und damit einen Zuwachs an Knochenmasse bewirken.

Für Frauen nach der Menopause kommen verschiedene Substanzen zur Senkung des Frakturrisikos infrage. Dazu gehören Bisphosphonate, Östrogen und Abkömmlinge eines körpereigenen Hormons (Parathormon) sowie Strontiumranelat, das zumindest in Versuchen auch die Neubildung von Knochen fördert.

Bei Männern ist die Auswahl etwas geringer. Sie können mit Bisphosphonaten oder einem Parathormon-Abkömmling behandelt werden. Gleiches gilt für Patienten mit einer Kortison-bedingten Osteoporose.

Sind bereits Wirbelkörperbrüche eingetreten, ist meist eine zusätzliche Schmerztherapie erforderlich. Welche Medikamente im Einzelfall geeignet sind, wird mit dem behandelnden Arzt abgeklärt.

Muskeltraining, Ernährung, Sturzprävention – weitere Therapiebausteine

Unabhängig von der medikamentösen Behandlung werden zur Senkung des Frakturrisikos spezielle Basismaßnahmen empfohlen.

  • Krafttraining und Gleichgewicht: Mit zunehmendem Alter ist es wichtig, den natürlichen Verlust an Muskelkraft auszugleichen und den Gleichgewichtssinn zu trainieren. Dazu eignen sich Krafttraining und Therabändern, Seilspringen oder Gleichgewichtsübungen (Tai Chi oder Übungen wie der Einbeinstand).

  • Stürzen vorbeugen: Gefahrenquellen für einen Sturz sollten so weit wie möglich aus dem häuslichen Umfeld verbannt werden. Zu vermeiden sind lose Lampenkabel, hochstehende Teppichkanten oder Gegenstände, die den Bewegungsspielraum einengen.

  • Höhere Gangsicherheit: Eine gute Beleuchtung, festes Schuhwerk und eine der Sehkraft regelmäßig angepasste und geputzte Brille sorgen für mehr Gangsicherheit. Ein Funktionstraining in Osteoporose-Selbsthilfegruppen kann ebenfalls helfen.

  • Ernährungsumstellung: Für starke Knochen auf eine ausreichende Kalziumzufuhr achten und für ausreichend Bewegung an der Sonne sorgen, damit die Produktion von Vitamin-D angekurbelt wird.

Osteoporose: Knochen stärken mit Kalzium, Vitamin D & Co.

Kalzium: Das Knochenmineral

Kalzium ist der wichtigste Baustoff für unsere Knochen. Im fortgeschrittenen Erwachsenenalter und insbesondere im Rahmen der Osteoporose-Behandlung ist eine ausreichende Kalziumzufuhr (1.000 Milligramm täglich) erforderlich, um die Knochenabbaurate zu reduzieren. Die Kalziumversorgung kann normalerweise über die Ernährung gedeckt werden – zwei Scheiben Käse und ein Glas Milch pro Tag sind in der Regel ausreichend.

Erwachsene, die Milch weniger gut vertragen, können ihren Kalziumbedarf alternativ mit Milchprodukten wie Joghurt, Buttermilch oder Käse decken. Auch in grünem Gemüse steckt das Knochenmineral: Gute Kalziumquellen sind Brokkoli, grüne Bohnen, Kohlrabi, Grünkohl oder Lauch. Daneben kann kalziumreiches Mineralwasser den Bedarf decken.

Vitamin D ist wichtig bei Knochenschwund

Vitamin D steigert die Kalzium-Aufnahme im Darm und sorgt dafür, dass der Mineralstoff in die Knochen eingelagert wird. Auch für die muskuläre Balance und Koordination spielt das Vitamin eine wichtige Rolle. Daher ist eine optimale Versorgung mit Vitamin D zur Vermeidung von Stürzen und Frakturen wichtig. Und das Gute: Der Körper kann das Vitamin mit Hilfe der Sonne selbst produzieren. Dazu wandelt der Körper es in mehreren Schritten aus inaktiven Vorstufen in seine aktive Form (Calcitriol) um. Für den ersten Aktivierungsschritt in der Haut wird UV-Strahlung benötigt. Um den Bedarf zu decken, reicht daher im Sommer normalerweise ein täglicher, 30 Minuten langer Aufenthalt im Freien. Denken Sie dabei an einen ausreichenden Sonnenschutz.

Zusätzlich lässt sich der Vitamin-D-Spiegel durch den Verzehr von Vitamin-D-haltigen Nahrungsmitteln wie Hering, Makrele, Eigelb und Leber verbessern. Dies ist insbesondere im Winter wichtig, wenn die körpereigene Produktion oft nicht ausreicht oder bei älteren Menschen im Alten- und Pflegewohnheim, die sich seltener draußen in der Sonne aufhalten. In solchen Fällen kann eine zusätzliche Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln mit Vitamin D sinnvoll sein.

Osteoporose durch Krafttraining vorbeugen

Die durch Gewichte hervorgerufenen Kompressionskräfte drücken das Knochengebälk zusammen. Dieser Reiz vermittelt die Information, dass der Knochen verstärkt werden sollte, um standhalten zu können. Zudem muss der Knochen, die durch die Muskeln ausgeübten Zug- und Biegekräfte aushalten können. Daher wird der Bautrupp der Osteoblasten herangerufen und fügt Knochensubstanz ein, während die Osteoklasten, die für Knochenabbau und -reparatur verantwortlich sind, tendenziell weniger aktiv sind. Die Knochenmasse nimmt zu. Krafttraining sollte dauerhaft zweimal pro Woche erfolgen und idealerweise durch Ausdauersportarten wie Walking sowie Gleichgewichtsübungen ergänzt werden.

Richtige Ernährung gegen Knochenschwund

Mit einer ausgewogenen Ernährung lässt sich der Bedarf an Kalzium und durch regelmäßige Bewegung draußen in der Sonne der Bedarf an Vitamin D gut decken. So sollten reichlich pflanzliche Nahrungsmittel, täglich Obst und Vollkornprodukte, Milch und Milchprodukte, Fisch und Geflügel, ein- bis zweimal pro Woche Fleisch und als Getränk überwiegend Mineralwasser auf den Tisch kommen. Gleichzeitig sorgen Sie damit für eine ausreichende Zufuhr an weiteren wichtigen Nährstoffen wie Phosphor, Vitamin B12, Folsäure und Eiweißbestandteilen.

Vermeiden Sie dagegen Nikotin, Alkohol, Kaffee, Fett, Zucker und Salz in größeren Mengen, da sie die Kalziumausscheidung aus dem Körper fördern. Ungünstig für die Knochengesundheit sind zudem oxalsäurehaltige Nahrungsmittel, weil sie die Kalzium-Aufnahme aus der Nahrung bremsen. Oxalsäure kommt zum Beispiel in Erdbeeren, Rhabarber, Auberginen, Spinat und Schokolade vor – genießen Sie diese Lebensmittel am besten nur in Maßen und wenn möglich immer in Kombination mit einer Kalziumquelle. So können Sie Erdbeeren oder Rhabarberkuchen zum Beispiel mit einem Klecks Sahne oder Joghurt essen. Einen niedrigen Oxalsäuregehalt haben übrigens Kirschen, Aprikosen und Birnen.

Ernährungsregeln: So essen Sie sich gesund und fit

Checkliste: Für starke Knochen

  • Vermeiden Sie Untergewicht. Allzu schlanke Frauen haben ein höheres Risiko für Knochenschwund.

  • Nehmen Sie täglich etwa 1.000 Milligramm Kalzium zu sich, maximal jedoch 1.500 Milligramm pro Tag. Milch und Milchprodukte sind besonders kalziumreich. Auch kalziumreiches Mineralwasser leistet einen wichtigen Beitrag. Wer keine Milch mag: Auch Hülsenfrüchte, Nüsse, Kerne und viele Gemüsesorten sind gute Kalziumlieferanten.

  • Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B12 (in tierischen Produkten oder als Nahrungsergänzungsmittel für Vegetarier und Veganer) und Folsäure (in grünem Blattgemüse und Vollkornprodukten).

  • Verzichten Sie auf Nikotin.

  • Trainieren Sie Muskelkraft, Koordination und Balance. So können Sie Ihre Stand- und Gangsicherheit verbessern sowie Ihre Knochen stärken.

  • Vermeiden Sie Stürze. Achten Sie auf gutes Schuhwerk und beseitigen Sie Stolperfallen in der Wohnung.

  • Bewegen Sie sich jeden Tag mindestens eine halbe Stunde im Freien. Sorgen Sie dafür, dass Sonnenlicht auf Gesicht und Arme gelangt – denn mithilfe von Sonnenlicht kann in der Haut Vitamin D gebildet werden. Das Vitamin ist wichtig für die Einlagerung von Kalzium in die Knochen.

  • Überprüfen Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt die Einnahme und Dosierung von Medikamenten, die Osteoporose und/oder Stürze begünstigen können und bei Depressionen, Diabetes, Epilepsie, erhöhter Magensäureproduktion und einigen weiteren Erkrankungen eingesetzt werden.

Zusammenfassung

Die Knochenerkrankung Osteoporose betrifft das gesamte Skelett und tritt vor allem im Alter auf. Durch Veränderungen in ihrer Struktur werden die Knochen instabil und brechen leichter. Leitsymptom der Osteoporose sind Rückenschmerzen. Muskeltraining, eine kalziumreiche Ernährung und regelmäßige Aufenthalte in der Sonne zur Bildung von Vitamin D können einem Knochenschwund vorbeugen.

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