Veränderungen an Fuß- und Fingernägeln

Nagelkrankheiten erkennen

Fuß- und Fingernägel können sich in vielerlei Hinsicht verändern. Häufig steckt ein Ernährungsmangel oder falsche Nagelpflege hinter weißen Flecken, Quer- oder Längsrillen. Doch auch Infektionen wie Nagelpilz oder ernste Krankheiten können sich durch Nagelveränderungen äußern.

Schuppenflechte an den Fingern und Nägeln
Wenn sich Nägel verfärben oder verformen, sollte man der Ursache auf den Grund gehen. Manchmal stecken Krankheiten wie Nagelpilz, Schuppenflechte oder sogar Hautkrebs dahinter.
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Die genaue Diagnose und die Wahl der besten Behandlungsmöglichkeit kann nur ein Hautarzt treffen. Daher sollten Sie bei ersten Anzeichen von starken Nagelveränderungen auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Je schneller die Ursache festgestellt wird, desto effektiver ist oft die Behandlung. 

Nagelpilz oder bakterielle Infektion?

Bakterien im Bereich der Finger und Zehen können schmerzhafte Erkrankungen hervorrufen. Streptokokken, seltener auch Staphylokokken, sind die Verursacher des sogenannten Umlaufs (medizinischer Fachausdruck: Bulla repens). Dabei handelt es sich um eine oberflächliche Entzündung im Bereich der Fingerkuppen oder Zehen. Erkennbar ist der Umlauf an einer eitrigen Blase am Zeh oder Finger, die sich um die betroffene Fingerkuppe oder den Zeh herum legt und deren Umgebung gerötet ist. Je nachdem wie stark das Nagelbett betroffen ist, kann sich dabei sogar der Nagel ablösen.

Nagelkrankheiten erkennen: Was Längsrillen und Co. bedeuten

Bei einer Entzündung des Nagelwalls (Paronychie) ist dagegen meist eine Infektion mit Staphylokokken die Ursache. Wandert diese in die Tiefe des betroffenen Fingers oder Zehs, spricht der Arzt von einem Panaritium (tiefe Weichteilinfektion).

Häufig bilden Wunden die Eintrittspforte für Erreger. Wer beispielsweise im Garten mit Hacke und Spaten arbeitet und dabei nur leichte Sandalen trägt, läuft schnell Gefahr, sich zu verletzen. Auch bei der Nagelpflege können leicht Verletzungen entstehen.

Vorsicht: Diabetiker und Menschen, die im Beruf oder in der Freizeit geschlossene Schuhe mit einem hohen Anteil an Kunststoff oder Gummi tragen müssen, haben ein höheres Risiko für Infektionen durch Bakterien und natürlich auch Pilze. Die geröteten oder sogar mit Eiter angefüllten Blasen am Zeh oder Finger können starke Schmerzen verursachen und die Beweglichkeit einschränken. Wird die Infektion nicht schnellstmöglich behandelt, kann sie sich immer weiter in tiefer liegende Gewebeschichten ausbreiten.

Die größten Risikofaktoren für Nagelpilz

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Verdickung und Verfärbung durch Schuppenflechte und Nagelpilz

Gelbe, braune oder graue Verfärbungen an den Nägeln können nicht nur auf Nagelpilz hinweisen, sondern auch ein Symptom für Nagelpsoriasis (Schuppenflechte) sein.

Bei beiden Krankheiten bildet sich mitunter eine dicke Schicht aus bröckeligem Hornmaterial. Um die Fuß- oder Fingernägel richtig behandeln zu können, muss der Hautarzt mithilfe einer sogenannten Nagelbiopsie klären, worum es sich handelt. Dazu schabt der Arzt – wie bei der Nagelpilz-Diagnose – ein Stückchen des befallenen Nagelgewebes ab und untersucht es unter dem Mikroskop. Dieser Vorgang ist für den Patienten nicht mit Schmerzen vebunden.

Krankheiten an den Nägeln ablesen

Am Nagel lassen sich neben Erkrankungen der Nagelplatte sogar systemische Krankheiten wie Diabetes mellitus, Vergiftungen oder Durchblutungsstörungen ablesen. Andere Veränderungen von Form und Farbe des Nagels haben harmlose Ursachen. So trocknet beispielsweise zu häufiges Händewaschen die Fingernägel aus und macht sie brüchig.

Häufige Nagelveränderungen und ihre mögliche Bedeutung:

Gelbfärbung

Bei starken Rauchern färbt Nikotin nicht nur die Zähne, sondern auch Finger und Nägel gelb. Auch farbige kosmetische Nagellacke können zu solchen Verfärbungen führen, wenn etwa kein Unterlack verwendet wird. Bestimmte Atemwegserkrankungen wie zum Beispiel chronische Bronchitis und Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) gehen ebenfalls öfter mit gelben Nägel einher. Zudem ist die Gelb- bis Braunfärbung von Finger- oder Zehennägeln ein Symptom von Nagelpilz.

Trüb-weiße Nägel

Trüb-weiße Nägel, bei denen der Nagelmond nicht sichtbar ist ("Milchglasnägel"), können angeboren sein. Tritt eine vollständige Trübung jedoch bei einem Menschen auf, dessen Nägel früher ein normales, rosiges Aussehen hatten, so kann eine schwere Lebererkrankung (Leberzirrhose) die Ursache sein. Weiße Flecken, Punkte und Rillen (siehe unten) entstehen auch in Zusammenhang mit Nagelpilz. Außerdem führt eine falsche Nagelpflege mitunter zu solchen Schäden der Nagelplatte.

Graue Verfärbungen

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Grau verfärbte Nägel, die außerdem rau und brüchig sind, deuten meist auf einen Mangel an Vitaminen, Zink oder Eisen hin. Betroffene sollten neben einer ausgewogenen Ernährung eine Zeit lang entsprechende Vitamin- und Mineralstoffpräparate einnehmen. Für eine genaue Diagnose des Mangelnährstoffs empfiehlt sich ein Arztbesuch mit Laboruntersuchung des Bluts.

Weiße Punkte, Flecken, Längs- oder Querrillen

Hinter weißen Punkten auf den Nägeln kann ebenfalls eine Mangelerscheinung stecken. Meistens sind sie jedoch auf eine mechanische Belastung oder Verletzung zurückzuführen. Weiße Querstreifen dagegen können bei Eiweißmangel oder nach schweren Infektionen auftreten. Eine angeborene Verhornungsstörung ist manchmal an weißen Längsstreifen zu erkennen. Weiße Flecken werden auch durch Nagelpilz hervorgerufen.

Hellbraune bis schwärzliche Verfärbungen

Zu hellbraunen bis schwärzlichen Verfärbungen unter der Nagelplatte kommt es meist bei einem Bluterguss (Hämatom), etwa durch eine Quetschung. Allerdings kann sich hinter solchen Verfärbungen auch eine Schuppenflechte ("Ölfleck-Nägel") oder sogar bösartiger Hautkrebs (malignes Melanom) verbergen. Kann eine Verletzung ausgeschlossen werden, sollte daher eine gründliche Diagnose durch einen Dermatologen erfolgen.

Verdickung, Krümmung (Uhrglas-Nagel)

Einige schwerwiegende innere Erkrankungen hinterlassen ihre Spuren auch an den Finger- und Zehennägeln. So beobachtet man beispielsweise Nagelveränderungen wie stark verdickte, gekrümmte Nägel ("Uhrglasnägel") bei schweren Herz-, Leber- und Lungenerkrankungen. Zusätzlich haben die Betroffenen kolbenförmig aufgetriebene Fingerenden ("Trommelschlegelfinger").

Eingedellte Nageloberflächen (Löffelnagel)

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Sogenannte "Löffelnägel", das heißt eingedellte Nageloberflächen, werden durch Vitamin- und Eisenmangel hervorgerufen. Auch eine Erkrankung mit verminderter Durchblutung der Finger und Zehen, die als Raynaud-Syndrom bezeichnet wird, kann die Ursache sein.

Kleine Grübchen (Tüpfelnagel)

Als Tüpfelnägel (Onychia punctata) werden Nägel mit kleinen Grübchen auf einer oder mehreren Nagelplatten bezeichnet. Diese Nagelveränderungen bilden sich vor allem bei Schuppenflechte (Psoriasis). Weitere Ursachen können Ekzeme oder Alopecia areata sein.

Querrillen

Querrillen in der Nageloberfläche treten bei Hormonschwankungen, bestimmten Infektionen oder als Nebenwirkungen bei der Einnahme von Anti-Krebs-Medikamenten auf. Auch andere Arzneimittel können zur Schädigung oder sogar zum Ablösen des Nagels führen, beispielsweise Antibiotika. Neurodermitis-Patienten haben manchmal Querrillen an einzelnen Nägeln.

Längsrillen

Längsrillen in der Nageloberfläche sind in der Regel nicht auf krankhafte Ursachen zurückzuführen, sondern gelten als normale Alterserscheinung. Die Symptome treten manchmal bereits ab dem 35. Lebensjahr auf.

Abgesplitterter Nagelrand, gespaltene Fingernägel

Abgesplitterte und aufgespaltene Nagelränder entstehen zumeist durch äußere Einflüsse wie Aufweichung, entfettende Seifen, aggressive Reinigungsmittel, kosmetischer Nagellack oder Nagellackentferner. Es empfiehlt sich, auf häufiges Händewaschen zu verzichten, beim Putzen und Geschirrspülen immer Handschuhe zu tragen und den Nägeln regelmäßig Pausen vom Lackieren zu gönnen.

Die optimale Nagelpflege: So gehts

Lifeline/Wochit

Auch mechanische Belastungen,zum Beispiel das Spielen eines Instruments oder berufliche Beanspruchungen, können zu Nagelsplitterung führen. Aus medizinischer Sicht kann auch ein Eisenmangel dahinter stecken.

Brüchige oder weiche Nägel

Äußere Ursachen sind häufiges Waschen, der Kontakt mit entfettenden Substanzen und Haushalts-Chemikalien sowie häufige Verwendung von Nagellack und -entferner (siehe oben). Ein Mangel an verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen – zum Beispiel Vitamin A, B-Vitaminen wie Biotin, Kalzium und Eisen – ist ebenfalls denkbar. Darüber hinaus führt auch eine Schilddrüsenerkrankung zu brüchigen oder weichen Nägeln.

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Ablösen der Nagelplatte

Der Nagel löst sich bei der Onycholyse vom Rand her von der Fingerkuppe ab, wobei der abgelöste Bereich weiß erscheint. Äußere Ursachen sind vor allem langer Kontakt mit Wasser und Seife oder Waschmittellösungen. Auch zu starke Beanspruchung oder zu intensive Nagelreinigung unter dem Rand und Krankheiten können hinter einer Nagelplattenablösung stecken. Dazu gehören verschiedene Schilddrüsenleiden, Diabetes sowie verschiedene Hautkrankheiten und Nagelpilz. Im Rahmen einer Schwangerschaft kommt es ebenfalls ab und zu zur Ablösung des Nagels.

Charakteristische Veränderungen bei Nagelpilz

Viele der oben genannten Nagelveränderungen treten in Zusammenhang mit einer Nagelpilzinfektion auf. Je schneller sie diagnostiziert wird, desto effektiver und einfacher die Behandlung. Checken Sie Ihr Risiko im Selbsttest oder klicken Sie sich durch die Übersicht der Symptome:

Nagelpilz erkennen

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