Metastasen

Knochenmetastasen: Wie werden sie behandelt?

Einige Krebsarten breiten sich bevorzugt in die Knochen aus und siedeln dort Tochtergeschwülste ab. Um schmerzhafte Knochenbrüche zu verhindern, müssen diese Metastasen behandelt werden.

Skelette einer Familie
Metastasen am Knochen erfordern antiosteolytische Behandlung.

Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in den Knochen sind eine häufige Erscheinung bei vielen Krebserkrankungen. Obwohl sich theoretisch jeder bösartige Tumor in die Knochen ausbreiten kann, sind es nur fünf Krebsarten, die für neun von zehn Fällen von Knochenmetastasen verantwortlich sind: Brustkrebs, Prostatakrebs, Lungenkrebs, Nierenkrebs und Schilddrüsenkrebs.

Knochenmetastasen sind oftmals sehr schmerzhaft. Zudem bergen sie die Gefahr von Knochenbrüchen, weil sie den Knochen zerstören. Aus diesem Grund ist es notwendig, sie möglichst rechtzeitig effektiv zu behandeln. Dies kann den Patienten einen wesentlichen Teil ihrer Lebensqualität erhalten.

Welche Therapien kommen zum Einsatz?

Bei der Behandlung von Knochenmetastasen sind zwei Strategien möglich:

  • Maßnahmen, die lokal, also unmittelbar an der oder den Metastase(n) wirken: Strahlentherapie und Operation;
  • Systemische, also im gesamten Körper wirkende Therapien: Hormontherapie, Chemotherapie sowie die Therapie mit Bisphosphonaten, Antikörpern und Radionukliden.

Hormon-, Chemo- oder Antikörpertherapie wirken unmittelbar gegen das Tumorgewebe und bringen es zum Schrumpfen oder sogar Verschwinden. Welche Wirkstoffe dabei zum Einsatz kommen, hängt im Einzelfall davon ab, um welche Tumorart es sich handelt und wie empfindlich das Krebsgewebe jeweils reagiert.

Unabhängig von der zugrunde liegenden Krebsart hingegen wirken sogenannte antiosteolytische („gegen die Zerstörung des Knochens“) Therapien wie die Bisphosphonattherapie und die Radionuklidtherapie sowie die bislang nur in bestimmten Einzelfällen einsetzbare Therapie mit dem RANKL-Antikörper Denosumab.

Bisphosphonate

Ziel der Therapie mit Bisphosphonaten ist es, die Knochenzerstörung durch die Metastasen aufzuhalten und dadurch Knochenbrüche und Knochenschmerzen zu verhindern. Darüber hinaus werden durch diese Behandlung operative Eingriffe und Bestrahlungen der Metastasen seltener notwendig. All dies trägt zur Verbesserung der Lebensqualität und dem Erhalt der Leistungsfähigkeit der Patienten bei. Eingesetzte Bisphosphonate sind Clodronat, Pamidronat, Ibandronat und Zoledronat.

RANKL-Antikörper (Denosumab)

Denosumab ist ein menschlicher monoklonaler Antikörper, der in die Aktivierungsprozesse der knochenabbauenden Zellen, der sogenannten Osteoklasten, eingreift und deren Wirksamwerden behindert. Dadurch werden die infolge der Metastasen auftretenden Knochenabbauprozesse aufgehalten. Bislang darf Denosumab allerdings nur in begründeten Einzelfällen eingesetzt werden.

Radionuklidtherapie

Ein lange bewährtes Verfahren zur Behandlung von Knochenmetastasen ist die sogenannte Radionuklidtherapie. Sie eignet sich besonders dann, wenn bereits viele verstreut liegende Metastasen vorhanden sind. Außerdem kann sie nur dann angewendet werden, wenn in den befallenen Knochenabschnitten ein krankhaft gesteigerter Knochenstoffwechsel stattfindet. Bei der Radionuklidtherapie wird ein radioaktives Medikament in die Blutbahn gespritzt, das sich in den Knochenmetastasen anlagert. Die Behandlung führt zur Linderung der Knochenschmerzen. Eine wiederholte Anwendung ist möglich, allerdings kann es durch die radioaktive Strahlung zur Schädigung des Knochenmarks und der Blutbildung kommen.

Strahlentherapie

Auch eine Bestrahlung von Knochenmetastasen ist möglich. Sie wird eingesetzt, wenn ein auf einen bestimmten Bereich begrenzter Tumorschmerz auftritt, wenn eine Querschnittslähmung infolge eines Wirbelbruchs droht oder im Anschluss an die Operation eines Knochenschadens. Durch die Strahlentherapie können Schmerzen gelindert und das Fortschreiten von Knochenmetastasen vorübergehend aufgehalten werden.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 19. Januar 2011
Quellen: Diel, I.J. et al.: Knochenmetastasen. Pathophysiologie, Diagnostik und aktuelle Therapiekonzepte. In: best practice onkologie 3(5), (2010), S. 4-16

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