Was bei Hangover wirklich hilft

Anti-Kater-Tipps: Das macht Sie schnell wieder fit

Die Stimmung kommt auf Touren, der Alkoholkonsum steigt – doch am nächsten Tag, da zeigt der Kater seine Krallen: Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel sind das Ergebnis einer solchen Nacht. Was Sie bei einem Hangover tun können, damit der Kater wieder schnurrt.

Anti-Kater-Tipps: Das macht Sie schnell wieder fit!
Ein Frühstück mit Ei, Brot, Wasser, Müsli und frischem Obst - das beste Anti-Kater-Rezept.
© iStock.com/LightFieldStudios

Wer zu tief ins Glas geschaut hat, bei dem schlägt er am nächsten Morgen meist gnadenlos zu: der berüchtigte Kater. Typische Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und nicht selten ein leises Stöhnen "Nie wieder Alkohol!". Doch wie entsteht so ein Kater überhaupt, kann man ihm vorzubeugen und wie sagt man dem Katzenjammer den Kampf an, wenn er sich dann doch nicht vermeiden ließ?

In diesem Artikel:

Verkatert durch Alkohol – warum eigentlich?

Alkohol ist ein Zellgift und vermindert unter anderem die Ausschüttung von ADH, dem antidiuretischen Hormon. Dieser Stoff sorgt normalerweise dafür, dass Wasser im Körper gehalten wird. Wird weniger ADH produziert, scheiden wir vermehrt Flüssigkeit aus. Der abnehmende Wassergehalt des Körpers und die daraus folgende Austrocknung verursachen einen Flüssigkeitsmangel im Gehirn. Die Folge: Es entstehen die gefürchteten Kopfschmerzen.

Eine vermehrte Wasserausscheidung führt zudem zu einem Verlust von Mineralstoffen. Der Körper versucht, diese Veränderungen des Stoffwechsels auszugleichen: Hormone werden ausgeschüttet, die zu einer Umverteilung der Körperflüssigkeit in Richtung Gehirn führen sollen. Das wiederum verursacht Schwindelgefühle.

13 Anti Kater Tipps – was hilft gegen Kater?

Außerdem gibt es noch weitere Faktoren, die für den morgendlichen Kater verantwortlich sind: Damit die Leberzellen Alkohol abbauen können, benötigen sie Energie. Und die gewinnen sie durch den Verbrauch von Zucker. Doch genau der wird eigentlich im Gehirn benötigt. Fehlt er dort, kommt es zu Kopfschmerzen. Auch Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Stimmungsschwankungen sind die unangenehmen Folgen einer durchzechten Nacht. Beim Abbau des Zellgifts Ethanol entsteht zudem als Zwischenprodukt sogenanntes Acetaldehyd. Der ebenfalls giftige Stoff ist ein Garant für Kopfschmerzen am nächsten Morgen.

Kater vorbeugen: So vermeiden Sie den Hangover

Konsumieren Sie Alkohol niemals auf nüchternen Magen, sondern schaffen Sie vorher eine gute Grundlage. Ein gefüllter Magen verhindert zwar den Kater nicht, führt aber zu einer verlangsamten Alkoholaufnahme. Am besten essen Sie fettreich etwa Buletten aus Hackfleisch mit Kartoffelbrei, fetten Fisch oder Braten. Zwischendurch können Sie etwas Salziges snacken. Nüsse, Käse und Salzgebäck erschweren den Übergang von Alkohol ins Blut und bremsen den alkoholbedingten Mineralstoffabbau.

Von Süßem sollten Sie hingegen die Finger lassen: Zucker verstärkt die Wirkung von Alkohol. Gleichzeitig unterstützt Zucker die Bildung von Alkohol-Abbauprodukten, die Kopfschmerzen verursachen. Aus diesem Grund sollten Sie auch keine süßen Drinks wählen: Durch den Zucker wird im Körper der Abbau von Acetaldehyd gehemmt, deshalb ist der Kater nach dem Genuss von Bowle oder Glühwein oft besonders schlimm. Bleiben Sie immer bei einer Getränkesorte und mischen Sie den Alkohol nicht. Spirituosen enthalten nämlich unterschiedliche Fuselalkohole, die beim Mischen noch giftiger wirken.

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Trinken Sie vor dem Alkoholkonsum ausreichend Mineralwasser. Das füllt den Magen und beugt dem Mineral- und Flüssigkeitsverlust vor. Auch zwischendurch kann wahre Wunder wirken: Es sorgt dafür, dass der Körper nicht zu stark dehydriert. Denn durch Alkohol scheidet er vermehrt Flüssigkeit und Natrium aus - es kommt zu einer Austrocknung des Körpers (Dehydratation). Darauf reagiert vor allem das Gehirn empfindlich und protestiert mit heftigen Kopfschmerzen. Vor dem Schlafengehen ist es ebenfalls sinnvoll, ein großes Glas Wasser zu trinken, selbst wenn Sie dadurch nachts mal raus müssen. Das Wasser verzögert die Alkoholaufnahme im Blut und beugt damit dem Kater vor.

Außerdem gilt: Rauchen Sie nicht, wenn Sie Alkohol trinken. Nikotin senkt den Alkoholspiegel im Blut und erweckt in uns das Gefühl, noch mehr trinken zu können. Der erhöhte Alkoholkonsum sorgt wiederum für stärkere Kopfschmerzen.

Bevor Sie sich in die Federn fallen lassen, sollten Sie eins nicht vergessen: Schlafzimmerfenster öffnen! So können Sie beim Schlafen mehr Sauerstoff tanken. Das hilft ebenfalls beim Alkoholabbau. Das Auto müssen Sie aber trotzdem nicht nur nachts, sondern auch am nächsten Morgen noch stehen lassen. Blutalkohol wird nämlich nur langsam abgebaut: pro Stunde nur 0,1 bis 0,15 Promille.

Auf einen Blick: Zehn Anti-Kater-Tipps zur Vorbeugung

  1. Behalten Sie Ihr persönliches Alkohollimit im Hinterkopf.
  2. Essen Sie vor dem Alkoholkonsum fettreiche Speisen.
  3. Naschen Sie zwischendurch salzige Partysnacks.
  4. Lassen Sie die Finger von Süßigkeiten.
  5. Wählen Sie keine süßen Getränke und keinen Schnaps.
  6. Konsumieren Sie hochwertigen Alkohol.
  7. Bleiben Sie bei einer Alkoholsorte.
  8. Trinken Sie vor, während und nach dem Alkoholkonsum Wasser.
  9. Verzichten Sie auf Nikotin.
  10. Schlafen Sie in einem gut belüfteten Raum.

Anti-Kater-Mittel: Brummschädel & Co. loswerden

Die Kehle ausgedörrt, der Schädel pocht und der Magen rebelliert. Für alle, die unter diesen Symptomen leiden, haben wir eine schlechte Nachricht: Allen Vorbeugemaßnahmen zum Trotz hat Sie der Kater erwischt. Wer ihn jetzt schnell wieder loswerden möchte, versucht es mit Hausmitteln wie Hering, Kopfschmerztabletten oder sauren Gurken. Besonders Hartgesottene schenken sich gar ein "Konterbier" ein. Welche (antialkoholischen!) Getränke wirklich gegen den Hangover helfen, wollten chinesische Wissenschaftler herausfinden.

Als Grundlage diente ihren Untersuchungen der Umstand, dass die Leber sich dem Zellgift Alkohol in zwei Schritten entledigt: Das erste Enzym dieses Stoffwechselwegs zerlegt Ethanol in Acetaldehyd. Dieser giftige Stoff ist vermutlich unter anderem für die Katersymptome nach dem Alkoholgenuss verantwortlich. Ein zweites Enzym, die Acetaldehyddehydrogenase (kurz ALDH), macht den Giftstoff unschädlich.

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In ihren Laborexperimenten verglichen die Wissenschaftler 57 Getränke hinsichtlich ihrer Fähigkeit, den Alkoholabbau zu beschleunigen, indem sie die Produktion eines Enzyms oder beider Substanzen ankurbeln. Der größte Teil davon waren verschiedene Teesorten. Vier Getränke regten beide Enzyme zu vermehrter Arbeit an, darunter auch Zitronenlimonade. Greifen Sie also beim nächsten feucht-fröhlichen Abend ruhig einmal auf die Limo zurück – behalten Sie dabei aber den Zuckergehalt im Blick! Andere Getränke hingegen wirkten sich negativ auf den Alkoholabbau aus – an sich gesunder Grüntee etwa bremste die beiden enzymatischen Schritte aus. Demzufolge sollten Partygänger schon beim Alkoholkonsum zu Zitronenlimo greifen, um dem Kater aus dem Weg zu gehen.

Alkohol: Gesund oder ungesund?

Dr. Heart / Expertenteam

Katerfrühstück: Dieses Essen bringt Sie in Form

Immer wieder tauchen Meldungen über Anti-Kater-Pillen auf, doch bisher ist die Wirkungsweise solcher Tabletten wissenschaftlich nicht erwiesen. Das gute alte Katerfrühstück hat hingegen schon so manch einem über seine Beschwerden hinweggeholfen.

Starten Sie am besten mit Obst- oder Gemüsesaft, denn die Mineralstoffe unterstützen den Entgiftungsprozess. Trinken Sie außerdem viel Mineralwasser, um den Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen. Ein kleines, deftiges Frühstück aus Rührei, Schinken und Brot bringt den Mineralstoffhaushalt wieder ins Gleichgewicht. Auch Heringe, Oliven und Essiggurken tun gut. Wem dafür zu schlecht ist, der sollte erstmal eine klare Gemüsebrühe trinken. Sowohl die heiße Boullion als auch Heringe oder Rollmöpse sorgen für Nachschub an Salz. Greifen Sie bei Obstsorten am besten zu Banane, Orange oder Kiwi. Der Fruchtzucker fördert den Alkoholabbau übrigens im Gegensatz zum Haushaltszucker.

Neben einem Katerfrühstück hilft auch Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen: Durch den Geruch des Öls entspannt sich die Muskulatur und die Kopfhaut wird besser durchblutet und zwar, ohne dass Magen oder Leber belastet werden. Dazu ein paar Tropfen Pfefferminzöl auf die Stirn und die Schläfen geben und leicht einmassieren. Die Wirkung des Öls setzt etwa 15 Minuten nach der Anwendung ein.

Und sobald Sie dazu in der Lage sind: Tanken Sie Sauerstoff. Ein Spaziergang an der frischen Luft tut dem strapazierten Körper gut und lindert Kater-Beschwerden.

Was hilft gegen Kater? Zehn Tipps im Überblick:

  1. Stehen Sie aus dem Bett auf und gehen Sie duschen, auch wenn es schwerfällt – so kommt der Kreislauf in Schwung.

  2. Trinken Sie Obst-, Gemüsesaft und viel Wasser.

  3. Bereiten Sie sich einen Espresso mit einem Schuss Zitronensaft gegen die Kopfschmerzen zu.

  4. Essen Sie Deftiges: Rührei, Schinken, Brot, Heringe, Rollmops, Oliven, Essiggurken.

  5. Trinken Sie eine klare Brühe, wenn Ihnen nicht nach Frühstück zumute ist.

  6. Kochen Sie sich einen Ingwertee: Die Wunderknolle ist ein effektives Mittel gegen Übelkeit.

  7. Greifen Sie zu Obstsorten wie Bananen, Orangen oder Kiwis.

  8. Massieren Sie Pfefferminzöl in Schläfen und Stirn ein.

  9. Legen Sie sich gegen Kopfschmerzen einen kalten Lappen auf die Stirn.

  10. Gehen Sie an die frische Luft.

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Zusammenfassung

Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel – das sind die typischen Symptome eines Katers. Er entsteht, wenn der Körper nach dem Alkoholkonsum versucht, das Zellgift wieder abzubauen. Wer solchen Beschwerden vorbeugen will, sollte Alkohol nur in Maßen trinken, Sorten nicht mischen und auf süße Drinks verzichten. Außerdem ist es empfehlenswert, für eine gute Grundlage in Form von fettreichen Speisen zu sorgen, zwischendurch Salziges zu snacken und immer wieder Wasser zu trinken. Hat der Kater dennoch zugeschlagen, hilft ein deftiges Katerfrühstück mit Ei, Brot, Schinken, Rollmops, Hering, Obst- und Gemüsesäften oder klarer Brühe. Auch ein Spaziergang an der frischen Luft kann zur Linderung wahre Wunder vollbringen.

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