Form des weißen Hautkrebs

Plattenepithelkarzinom: Schuppende Stellen sind typisch für das Spinaliom

Das Plattenepithelkarzinom (spinozelluläres Karzinom) wird auch als Plattenepithelkrebs, Stachelzellkrebs oder Spinaliom bezeichnet. Nach dem Basalzellkarzinom ist das Plattenepithelkarzinom der Haut mit 25 bis 30 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern und pro Jahr die zweithäufigste maligne (bösartige) Hautkrebsform. Männer sind öfter betroffen als Frauen, ältere Menschen häufiger als jüngere. Plattenepithelkarzinome der Haut werden zusammen mit den Basalzellkarzinomen dem weißen Hautkrebs (oder: hellen Hautkrebs) zugeordnet, um davon das maligne Melanom – den schwarzen Hautkrebs – abzugrenzen.

weißer Hautkrebs
Das Plattenepithelkarzinom gehört zu den Formen des weißen Hautkrebs und kann sich als schuppende Rötung auf der Haut äußern, die sich zunehmend verhärtet.
© iStock.com/OGphoto

Ein Plattenepithelkarzinom, das auch Spinaliom oder Stachelzellkrebs genannt wird, kann grundsätzlich in den Körperregionen entstehen, die ein Plattenepithel (Deckgewebe aus platten Zellen) aufweisen oder die Gewebestrukturen besitzen, die sich in Plattenepithel umwandeln können (Plattenepithelmetaplasie). Zu diesen Körperstellen gehören neben der Haut auch die Schleimhäute (zum Beispiel in der Speiseröhre, im Rachen, am Gebärmutterhals) oder die Lunge.  

Ursachen: Sonnenstrahlung als Hauptrisikofaktor für das Plattenepithelkarzinom

Ein Plattenepithelkarzinom der Haut kann aus Wunden, Verbrennungsnarben oder spezifischen Grunderkrankungen der Haut entstehen. Meistens aber entwickelt es sich aus einer durch jahrelange Sonnenexposition verursachten chronischen Schädigung der Oberhaut – der aktinischen oder solaren Keratose. Deshalb treten Plattenepithelkarzinome auch hauptsächlich an denjenigen Körperstellen auf, die im Laufe eines Lebens am häufigsten und intensivsten der UV-Strahlung der Sonne ausgesetzt sind: am Dekolleté, Nacken, im Gesicht, an den Ohren und insbesondere bei Männern mit Glatze auch auf der Kopfhaut. Das Durchschnittsalter von Patienten mit Stachelzellkrebs liegt bei circa 70 Jahren.

Hautkrankheiten erkennen und behandeln

Erste Symptome des Spinalioms sind raue Rötungen 

Im Anfangsstadium der Erkrankung können sich schuppende Rötungen auf der Haut bilden, die nicht oder kaum erhaben sind. Im weiteren Verlauf verhärten diese sich zunehmend und entwickeln sich schließlich zu Knoten mit rauer, stark verhornter Oberfläche (solche Knoten können aber auch ohne vorherige sichtbare Anzeichen entstehen). Diese Hornschicht sitzt sehr fest und lässt sich mit Kratzen nur schwer ablösen. Die aufgebrochene Stelle beginnt dann zu bluten. 

Die Gefahr einer Metastasenbildung (Tochtergeschwülste in anderen Körperregionen) besteht beim Plattenepithelkrebs immer dann, wenn der Tumor von seinem Entstehungsort, der obersten Hautschicht (Epidermis), in tieferliegende Hautschichten vordringt. Anders als das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs) besitzt das Plattenepithelkarzinom aber keine ausgeprägte Neigung zur Metastasierung. Seine Metastasierungstendenz wird mit drei bis fünf Prozent beziffert. 

Diagnose: So wird ein Plattenepithelkarzinom festgestellt

Bei allen Formen von Hautkrebs gilt: Je früher sie erkannt werden, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten und desto günstiger ist die Heilungsprognose. Sehr gute Heilungschancen bestehen bei Plattenepithelkarzinomen, die im Durchmesser kleiner sind als ein Zentimeter und die noch keine Metastasen gebildet haben. Daher sollten sich insbesondere Menschen, die häufig draußen sind, oder sehr hellhäutige Menschen, die von Natur aus viele Pigmentflecken (Nävi oder Naevi) haben, regelmäßig zu Hause vor dem Spiegel auf Hautveränderungen untersuchen. Bei gesetzlich Versicherten ab 35 Jahren übernimmt die Krankenkasse alle zwei Jahre die Kosten für ein Hautkrebsscreening bei Hautärzten oder bei Hausärzten mit entsprechender Qualifikation.

Haut-Screening durch den Dermatologen 

Nach einer eingehenden Befragung des Patienten (Anamnese) zu dermatologischen Vorerkrankungen untersucht der Arzt beim Screening die Haut des gesamten Körpers mit bloßem Auge und bei Bedarf zusätzlich mit einem Auflicht-Mikroskop (Dermatoskop). Bei einem Verdacht auf Hautkrebs wird eine Gewebeprobe für die feingewebliche Untersuchung (Histologie) im Labor entnommen. Dort werden die Art des Tumors, dessen Durchmesser und dessen Ausdehnungsgrad in tieferliegende Hautschichten bestimmt.

Eine histologische Klassifizierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterteilt die Plattenepithelkarzinome in verschiedene Subtypen:  

  • Spindelzelliges Plattenepithelkarzinom (aggressiv) 
  • Akantholytisches Plattenepithelkarzinom (mit Auflösung verhornender Zellen) 
  • Verruköses (warzenartiges) Plattenepithelkarzinom (günstige Prognose) 
  • Lymphoepitheliomartiges Plattenepithelkarzinom 
  • Plattenepithelkarzinom mit Hornbildung

Weitere Diagnostik: Bildgebende Verfahren wie Ultraschall  

Wird ein Spinaliom festgestellt, sind weitere diagnostische Schritte notwendig. Ist der Tumor bereits mehr als zwei Millimeter in tiefere Hautschichten eingewachsen, sollte auch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) der Lymphknoten erfolgen, um eine eventuelle Bildung von Tochtergeschwülsten abzuklären. Werden dabei Hinweise auf Metastasen gefunden, müssen weitere bildgebende Untersuchungsverfahren durchgeführt werden, um den Ausbreitungsgrad der Tochtergeschwülste festzustellen. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf dem Brustraum und der Lunge.

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Standardtherapie: Operative Entfernung des Plattenepitheltumors

Das tatsächliche Metastasierungsrisiko kann mit der eben genannten histologischen WHO-Klassifizierung bislang noch nicht zufriedenstellend benannt werden. Deshalb empfiehlt die ärztliche Leitlinie bei Plattenepithelkarzinomen grundsätzlich eine chirurgische Entfernung des Tumors mit histologischer Kontrolle der Schnittränder, um die vollständige Entfernung sicherzustellen. Sollte das Metastasierungsrisiko des Plattenepithelkarzinoms als hoch eingeschätzt werden, können die behandelnden Ärzte zusätzlich die angrenzenden Lymphknoten entfernen. Je nach Ausdehnung und Beurteilung des Plattenepithelkrebses  können darüber hinaus noch weitere operative Eingriffe an metastasierten Organen sowie eine systemische Chemotherapie notwendig werden, die auf den gesamten Organismus einwirkt. 

Weitere Therapieverfahren 

Vor allem bei älteren Patienten ist eine Operation nicht immer möglich – etwa dann nicht, wenn zusätzliche Erkrankungen vorliegen, die den Patienten zu sehr schwächen (Multimorbidität). In diesen Fällen stehen für die Behandlung des Plattenepithelkarzinoms weitere Therapieverfahren wie die Bestrahlung (Strahlentherapie), die photodynamische Therapie (PDT), die Immuntherapie oder die Chemotherapie zur Verfügung. Diese Therapieverfahren können aber auch zusätzlich zu einer operativen Tumorentfernung durchgeführt werden, wenn es aus ärztlicher Sicht sinnvoll ist. So kann beispielsweise bei metastasierenden Plattenepithelkarzinomen im Anschluss an die Tumor-OP eine Chemotherapie angezeigt sein, sofern es der Allgemeinzustand des Patienten zulässt.  

Bei relativ oberflächlichen Plattenepithelkarzinomen kann auch eine Ausschabung (Kürettage) des Tumors vorgenommen werden. Ebenfalls möglich bei oberflächlicheren Tumoren ist die Kryotherapie: eine Kältetherapie, bei der die Tumorzellen mit flüssigem Stickstoff vereist und so mit einem "Kälteschock" zerstört werden.

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Nach der Therapie: Regelmäßige Kontrollen 

Genauso wichtig wie die Entfernung oder Zerstörung des Tumors ist die regelmäßige Kontrolle nach der Behandlung (Nachsorge). Denn trotz der unmittelbaren histologischen Kontrolle des operierten beziehungsweise behandelten Gewebes kann niemals komplett ausgeschlossen werden, dass sich dort noch Tumorzellen befinden. Diese können im Laufe der Zeit zu einem neuen Plattenepithelkarzinom heranwachsen (Rezidiv). Daher werden bei Patienten mit isolierten Plattenepithelkarzinomen nach der Tumor-Therapie halbjährliche Kontrolltermine für die Dauer von mindestens fünf Jahren empfohlen. Bei Patienten mit höherem Risiko für neue Tumoren sind es vierteljährliche Kontrolltermine in den ersten fünf Jahren nach der Therapie und danach gegebenenfalls eine lebenslange Nachsorge.  

UV-Schutz ist wichtige Maßnahme, um Stachelzellkrebs vorzubeugen

Ein Sonnenbrand ist gefährlich, auch wenn er meist rasch wieder vergeht: Viele Menschen unterschätzen das Ausmaß der dauerhaften Zellschädigungen, die von der UV-Strahlung der Sonne ausgehen können. Wer sich häufig und unzureichend geschützt der Sonne aussetzt, riskiert nicht nur wiederholt einen roten, sich schälenden Nacken, sondern bleibende Hautschäden, die sich viele Jahre später zu einer aktinischen Keratose und schließlich zu Hautkrebs entwickeln können. 

Entsprechend unverzichtbar ist umfassender Sonnenschutz bei Erwachsenen und ganz besonders bei Kindern. Zwar benutzen die meisten Menschen Sonnencreme, wenn sie an den Badesee oder ins Schwimmbad gehen. Doch ebenso wichtig ist es, die unbedeckten Körperstellen wie das Gesicht, das Dekolleté, den Nacken, die Kopfhaut und die Ohren auch beim Spaziergang in der Sonne oder während des Nachmittags im Biergarten zu schützen. Dabei sollte die Sonnencreme großzügig aufgetragen werden, einen hohen Lichtschutzfaktor besitzen und sowohl vor UV-A- als auch vor UV-B-Strahlung schützen. Die stechende Mittagssonne sollte generell gemieden werden. Ein langer Aufenthalt in der direkten Sonne ist zu keiner Tageszeit zu empfehlen (am besten Schattenplatz unter Bäumen suchen!). Außerdem unverzichtbar im Sommer, besonders bei Kindern und Menschen mit lichterem Haar, ist der Sonnenhut mit breiter Krempe.

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