Früherkennung kann Leben retten

Hautkrebs: Ursachen, Symptome, Behandlung

Hautkrebs ist eine bösartige Veränderung der Haut – man unterscheidet zwischen weißem und schwarzem Hautkrebs. Der schwarze Hautkrebs wird auch malignes Melanom gegannt und ist die bösartigste Form, weil sie dazu neigt, Metastasen zu bilden. Der Hauptrisikofaktor für Hautkrebs ist UV-Strahlung. Körperliche Symptome spüren die Betroffenen bis zum Zeitpunkt der Diagnose häufig nicht, weshalb eine regelmäßige Hautkrebsvorsorgeuntersuchung – das Hautkrebs-Screening – besonders wichtig ist. Welche Hautkrebsarten es gibt und wie Sie vorbeugen können.

melanom schwarzer hautkrebs
Die Lebensdosis an UV-Strahlung entscheidet über das Hautkrebs-Risiko eines Menschen mit.
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Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung weltweit und bleibt nicht zwangsläufig auf die Haut beschränkt. Gerade schwarzer Hautkrebs neigt dazu, sich frühzeitig auf andere Organe auszubreiten und Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, zu bilden. Eine Heilung gilt dann als unwahrscheinlich. Weißer Hautkrebs wächst oft tief bis in die untersten Hautschichten und kann sogar schwere Zerstörungen von Knochen und anderen Geweben anrichten. Um den Tumor zu entfernen und gleichzeitig die geschädigten Gewebe so weit wie möglich wiederherzustellen, sind dann mitunter sehr aufwendige Operationen notwendig.

Artikelinhalte auf einen Blick:

Häufigkeit von Hautkrebs steigt

Die Häufigkeit von weißem Hautkrebs nimmt seit Jahrzehnten stetig zu. Auch sind zunehmend jüngere Menschen von Hautkrebs betroffen. Grund ist die UV-Strahlung. So gibt es nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr weltweit zwei bis drei Millionen Neuerkrankungen am Basaliom oder Plattenepithelkarzinom, die zum weißen Hautkrebs zählen. Allein in den USA stieg die Zahl der Fälle zwischen 1992 und 2006 um 77 Prozent, also um mehr als drei Viertel an.

Auch das maligne Melanom tritt immer häufiger auf. Erkrankte von den im Jahr 1930 geborenen Personen noch eine von 1.500 im Laufe ihres Lebens an schwarzem Hautkrebs, wird es von den im Jahr 2000 geborenen Menschen vermutlich schon eine von 75 sein. In Deutschland traten 2010 bei Frauen rund 9.500 neue Fälle und bei Männern knapp 9.600 neue Fälle auf. Die Krankheit verursacht hier rund ein Prozent aller krebsbedingten Todesfälle.

Schwarzer Hautkrebs oder Muttermal? Diese Bilder helfen beim Erkennen!

Welche Hautkrebsarten gibt es?

Beim Hautkrebs unterscheidet man zwischen dem malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs) und weißem Hautkrebs. Der weiße Hautkrebs wird außerdem unterteilt in Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom. Außerdem gibt es eine Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms – die aktinische Keratose.

  1. Das maligne Melanom

  2. Der weiße Hautkrebs:

1. Das maligne Melanom

Das maligne Melanom (von lateinisch malignitas: ‚Bösartigkeit‘) ist die aggressivste Form von Hautkrebs. Der Tumor entsteht meist spontan auf zuvor unauffälliger Haut. Auslöser sind vor allem Mutationen, die durch UV-Schäden hervorgerufen wurden. Experten vermuten, dass über die Entstehung eines Melanoms in erster Linie die Anzahl der Sonnenbrände in der Kindheit entscheidet.

Weitere Informationen über schwarzen Hautkrebs und wie sie ihn erkennen finden Sie in unserem Überblicksartikel.

2. Der weiße Hautkrebs: Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom und aktinische Keratose 

Was ist ein Basalzellkarzinom?

Das Basalzellkarzinom – auch Basaliom genannt – ist die weltweit häufigste Form von Hautkrebs. Der semimaligne Tumor ist wesentlich ungefährlicher als das maligne Melanom. Ein Basaliom geht vom embryonalen Haarkeim – vereinfacht gesagt der Haarwurzel – aus und kann benachbartes Gewebe befallen. In den meisten Fällen bildet der Tumor jedoch keine Metastasen. Betroffen sind vor allem chronisch lichtexponierte Hautstellen wie die Handoberflächen oder das Gesicht, hier insbesondere die Nase. Diese Form vom weißen Hautkrebs entwickelt sich selten zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung. Als sicherste Behandlungsmethode gilt die vollständige operative Entfernung des Basalzellkarzinoms. Auch eine Kältebehandlung, Strahlen- oder Lasertherapie kann, je nach Krebsstadium, infrage kommen.

Ausführliche Informationen zu Symptomen, Ursachen und Behandlung eines Basalioms können sie hier nachlesen.

Was ist ein Plattenepithelkarzinom?

Das Plattenepithelkarzinom – ebenfalls eine Form vom weißen Hautkrebs – gilt als zweithäufigster Hauttumor und entsteht ebenfalls UV-bedingt. Deshalb sind Körperareale, die sehr häufig in Sonnenkontakt stehen, besonders gefährdet. Erfolgt keine rechtzeitige Früherkennung, kann das Plattenepithelkarzinom in seltenen Fällen metastasieren. Die Behandlung erfolgt meist mittels chirurgischer Entfernung des Tumors. Bei schwieriger Lokalisation wird häufig ergänzend zur operativen Entfernung eine Strahlentherapie durchgeführt. In den meisten Fällen geht dem Plattenepithelkarzinom eine aktinische Keratose voraus.

Was ist eine aktinische Keratose?

Die aktinische Keratose ist eine Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms und entsteht wie selbiges auf besonders sonnenexponierten Hautarealen. In circa zehn Prozent der Fälle entwickelt sich eine aktinische Keratose weiter zum bösartigen Plattenepithelkarzinom. Deshalb sollte die Vorstufe vom weißen Hautkrebs grundsätzlich nicht unbehandelt bleiben. Um die Haut von der aktinischen Keratose zu befreien, wird die betroffene Stelle häufig mit flüssigem Stickstoff oder einer Laser- oder Kältetherapie behandelt. Das Gewebe kann außerdem ausgeschabt oder herausgeschnitten werden.

UV-Strahlung ist der wichtigste Risikofaktor

Für Experten besteht heute am ursächlichen Zusammenhang zwischen der ultravioletten (UV-)Strahlung und Hautkrebs kein Zweifel mehr. Die Strahlung dringt in die Haut ein und löst dort eine Reihe biologischer Reaktionen aus. Anfänglich wurde vermutet, dass nur der UV-B-Anteil des Sonnenlichts krebserregend wirkt. Inzwischen wird auch dem UV-A-Anteil eine solche Wirkung zugeschrieben. Zudem nehmen Experten an, dass UV-Strahlen die Haut bereits schädigen, bevor ein sichtbarer Sonnenbrand entstanden ist.

Lebensdosis und Anzahl der Sonnenbrände sind für Hautkrebs entscheidend

Die Haut kann sich vor der Wirkung der UV-Strahlen nur in gewissem Umfang selbst schützen. So wird als Reaktion auf Sonne Melanin ausgeschüttet. Es absorbiert, reflektiert und streut die Sonnenstrahlen, sodass diese bereits in den obersten Hautschichten abgeblockt werden. Auf der Haut entsteht eine Pigmentierung: die Hautbräune.

Ist die Sonnenstrahlung jedoch zu intensiv, reicht der Selbstschutz der Haut nicht mehr aus. Die Strahlen dringen dann in tiefere Schichten vor und führen dort zu einer Ausschüttung von entzündungsvermittelnden Botenstoffen, die den typischen Sonnenbrand mit Rötung, Schwellung, Brennen und Jucken hervorrufen.

Wie lange die Haut ungeschützt der Sonne ausgesetzt werden kann, ohne dass ein Schaden entsteht, hängt vom Hauttyp und der Intensität der Sonnenstrahlung ab. Grundsätzlich werden jedoch nicht mehr als 20 Minuten pro Tag empfohlen.

unsere Tipps für gesundes Sonnen ohne Sonnenbrand.

Auch die Strahlung im Solarium ist krebserregend

Nicht nur die natürliche Sonne, auch die UV-Strahlung künstlicher Sonnenbänke kann Sonnenbrand auslösen und die Entstehung von Hautkrebs begünstigen. So zeigen Studienergebnisse, dass Sonnenstudio-Nutzer verglichen mit Personen, die niemals in einem Sonnenstudio gewesen sind, ein um rund 75 Prozent höheres Risiko für schwarzen Hautkrebs haben. Bei häufigem Sonnenstudiobesuch kann das Risiko sogar um das Zweieinhalb- bis Dreifache ansteigen.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stufte deshalb die künstlich erzeugte UV-Strahlung (UV-Strahlung der Wellenlänge 100–400 nm) ebenso wie die natürliche in die höchste Risikostufe für Hautkrebs ein. In Deutschland ist Minderjährigen der Besuch von Solarien zu kosmetischen Zwecken deshalb untersagt.

Wer ist besonders gefährdet, an Hautkrebs zu erkranken?

  • Menschen mit sehr heller Haut und Sommersprossen, da diese gegenüber UV-Strahlung nur über einen sehr geringen Eigenschutzmechanismus, der hauptsächlich in den Pigmentzellen unter der Hornhaut liegt, verfügen.

  • Menschen, die täglich und über Jahre hinweg starker UV-Strahlung ausgesetzt waren – zum Beispiel berufsbedingt – können ein höheres Risiko haben, an Hautkrebs zu erkranken.

  • Auch die Gene spielen eine Rolle. Sind bereits Fälle von Hautkrebs in der Familie bekannt, kann das Risiko erhöht sein.

  • Wer viele Leberflecke hat, ist ebenfalls womöglich gefährdeter, da Muttermale Vorstufen von Hautkrebs sein können.

So können Sie Hautkrebs vorbeugen:

UV-Strahlung gilt bei allen Hautkrebsarten als größter Risikofaktor. Ein optimaler Sonnenschutz ist also das A und O. Außerdem ist die Prognose am günstigsten, je früher der Tumor erkannt wird.

  • Vermeiden Sie ausgiebige Sonnenbäder und verzichten Sie auf den Gang ins Solarium. Schützen Sie Ihre Haut und die Ihrer Kinder an sonnenreichen Tagen immer mit einem auf Ihren Hauttyp angepassten Lichtschutzfaktor. Achten Sie dabei auch auf die Körperpartien, die schnell vergessen werden, denn die Ohren, der Hals und die Fußsohlen sind nicht weniger lichtempfindlich. Mit hautbedeckender Kleidung können Sie Ihre Haut zusätzlich vor zu viel Sonneneinstrahlung bewahren. 

  • Selbstuntersuchung der Haut: Eine regelmäßige Selbstuntersuchung auf verdächtige Hautveränderungen ist jedem zu empfehlen, da früh erkannter Hautkrebs die besten Aussichten auf Heilung hat. Untersuchen Sie Ihre Haut regelmäßig und beobachten Sie mögliche Hautveränderungen aufmerksam. Haben Sie bereits selbst eine Auffälligkeit oder eine Veränderung eines Leberflecks (zum Beispiel Jucken, Farb- oder Größenveränderungen) bemerkt, sollten Sie Ihren Arzt unbedingt darauf hinweisen. 

  • Kontrolluntersuchungen beim Arzt: Lassen Sie Ihre Haut regelmäßig beim Hautarzt durchchecken. Erfahren Sie, ob und wie häufig Sie Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening haben und wie die Untersuchung genau abläuft: 

Hautkrebs-Screening ermöglicht frühes Erkennen

Da die Heilungschancen von Hautkrebs mit dem Fortschreiten des Tumors immer geringer werden, kann eine Früherkennung mittels Screening Leben retten. Das in Deutschland vor einigen Jahren eingeführte Hautkrebs-Screening ermöglicht eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung von hellem und schwarzem Hautkrebs. Studien zeigen, dass vor allem beim malignen Melanom die Früherkennung entscheidenden Einfluss auf die Prognose hat. Der Gang zum Hautarzt oder einem entsprechend geschulten Hausarzt scheint sich zu lohnen: In einer Studie wurden – obwohl ursprünglich nicht der eigentliche Grund für den Arztbesuch – mehr als die Hälfte aller Tumore und 60 Prozent der Fälle, bei denen sich ein Tumor noch nicht in die tieferen Hautschichten ausgebreitet hatte, von Hautärzten entdeckt. Die Ärzte diagnostizierten zudem im Vergleich zur Selbstuntersuchung der Patienten deutlich mehr Tumore im Frühstadium.

Ablauf eines Hautkrebs-Screenings

Anspruch auf die Teilnahme zum Hautkrebs-Screening haben gesetzlich Krankenversicherte ab dem 35. Lebensjahr. Sie können alle zwei Jahre ihre Haut am gesamten Körper untersuchen lassen. Berechtigt zu dieser Untersuchung sind neben Hautärzten niedergelassene Allgemeinmediziner und Internisten, die eine spezielle Fortbildung dafür absolviert haben.

Beim Hautkrebs-Screening erfragt der Arzt zunächst die Krankengeschichte des Patienten und eventuelle Hautkrebserkrankungen in der Familie (Anamnese). Außerdem berät er den Patienten über dessen individuellen Hauttyp, die Risikofaktoren für Hautkrebs, ein vernünftiges Sonnenschutzverhalten sowie die Möglichkeiten zur Selbstkontrolle der Haut. Anschließend untersucht der Arzt die gesamte Haut einschließlich der Kopfhaut, alle sichtbaren Schleimhäute und die Nägel. Dafür muss sich der Patient vollständig entkleiden. Ergibt sich ein auffälliger Befund, werden weitere Untersuchungen durch einen Hautarzt veranlasst.

Das gesamte Screening dauert etwa 20 Minuten. Die Kosten dafür werden von der Krankenkasse übernommen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 13. Juni 2018
Quellen: Deutschen Krebsgesellschaft e.V.: https://www.krebsgesellschaft.de (abgerufen am 12.06.2018). Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, 266., aktualisierte Auflage; 2014: Walter de Gruyter: Berlin, S. 861, S. 238 f., S. 1679 f. Robert Koch-Institut: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Melanom/melanom_node.html;jsessionid=D9A12C76316434459AFA263F100CFAE0.2_cid298 (abgerufen am 12.06.2018). Rogers, H. W.: Incidence Estimate of Nonmelanoma Skin Cancer in the United States, 2006. In: Arch. of Dermatology 146(3), (2010), S. 283-287. Greinert, R.: Prävention von Hautkrebs. In: Hautarzt 54(12), (2003), S.1152-1163. Mang, R. & Krutmann, J.: Sonnenschutz im Urlaub. In: Der Hautarzt 54(6), (2003), S. 498-505. Lazovich, A.: Indoor Tanning and Risk of Melanoma. In: Cancer Epidemiology, Biomarkers and Prevention 19(6), (2010), S.1557-1568. „Sunbeds and UV Radiation“, 29. 07.2009. http://www.iarc.fr/en/media-centre/iarcnews/2009/sunbeds_uvradiation.php. Bericht d. 16. Ausschusses für Umwelt a) zum Gesetzentwurf der Bundesregierung -16/12787, 16/13299 - Gesetz zur Regelung des Schutzes vor nichtionisierender Strahlung b) zum Gesetzentwurf der Fraktionen der CDU/CSU und SPD -16/12276- Gesetz zur Regelung des Schutzes vor nichtionisierender Strahlung; http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/134/1613431.pdf (17.06.2009). Dt. Krebsgesellschaft e.V. (Stand: 25.10.2010) Kantor, J. & Kantor, D. E.: Routine Dermatologist-Performed Full-Body Skin Examination and Early Melanoma Detection. In: Archives of Dermatology 145(8), (2009), S. 873-876 Sturm, D.: Hautkrebs-Screening. Wie läuft es praktisch? In: MMW - Fortschritte der Medizin 40, (2010), S. 38-40 Blum, A.: Keine Chance dem malignen Melanom! Mit Früherkennung die Prognose verbessern. In: CME 7(4), (2010), S. 65-72

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