Tipps und Mittel

Erkältung schnell loswerden: Das hilft gegen den grippalen Infekt

Wer bei ersten Anzeichen einer Erkältung richtig handelt, kann den grippalen Infekt oft noch abwenden. Welche Tipps Sie jetzt beachten sollten, was gegen eine Erkältung hilft, die bereits in vollem Gange ist und wann sich ein Arztbesuch empfiehlt.

Experten-Tipps gegen Erkältung
Ist eine Erkältung erst in vollem Gange, lassen sich nur noch die Symptome lindern.
iStock

Die Symptome eines grippalen Infekts – unter anderem Halsweh, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen – treffen Erwachsene im Schnitt zwei- bis dreimal im Jahr, kleine Kinder leiden sogar doppelt so häufig an Erkältung. Die Krankheit kann bis zu drei Wochen dauern und ist für einen großen Teil der Ausfalltage im Job verantwortlich.

Erkältet? Das sollten Sie wissen

Bei ersten Symptomen gegen Erkältung aktiv werden

Wer sich gleich bei den ersten Erkältungssymptomen richtig verhält, hat gute Chancen, dass der Infekt gar nicht voll ausbricht oder bereits nach wenigen Tagen wieder verschwunden ist.

Robert Rauch, Hausarzt aus München, empfiehlt Folgendes:

  1. Trinken Sie viel. Das regt die Entgiftung an, der Körper kann den Infekt leichter überwinden.

  2. Trinken Sie vor allem Warmes, am besten Teesorten wie Ingwer-, Holunder- oder Lindenblütentee.

  3. Wenn Sie sich schlapp fühlen, hören Sie auf Ihren Körper und gönnen Sie sich Ruhe. Das Immunsystem ist eine aktive, komplexe Leistung des Körpers. Läuft es auf Hochtouren, sind wir schlapp, weil das jede Menge Energie zieht.

  4. Essen Sie viel Obst und Gemüse, das reich an Vitamin C ist, zum Beispiel Kohl, rote Paprika, Orangen, Mandarinen oder Grapefruit.

  5. Ernähren Sie sich leicht – Suppen wie Hühnersuppe mit Nudeln und Gemüse sind ideal.

  6. Meiden Sie körperlichen und geistigen Stress. Also keinen übermäßigen Sport treiben, sich nicht mit Problemen belasten und daheim bleiben, wenn der Arzt dazu rät.

  7. Schlafen Sie nachts rund acht Stunden. Schlafen Sie nach Möglichkeit zusätzlich tagsüber, wenn Sie sich müde fühlen.

  8. Unterstützen Sie die Immunabwehr mit Zinktabletten. Forscher der renommierten Cochrane Collaboration kamen nach der Analyse von 16 Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass die Einnahme von Zink die Erkrankungsdauer um mindestens einen Tag verkürzt und das Spurenelement vorbeugend eingenommen das Erkältungsrisiko um ein Drittel senkt. Wirksame Tagesdosis, so fanden die Wissenschaftler heraus, sind 75 Milligramm Zink. Die beste Wirkung wird dabei erzielt, wenn es innerhalb der ersten 24 Stunden beim Auftreten von Erkältungssymptomen eingenommen wird.

  9. Verzichten Sie auf Alkohol. Die Verarbeitung belastet die Leber und nimmt den Abwehrkräften zusätzlich Energie.

  10. Gehen Sie – der Witterung entsprechend gekleidet – zwischendurch immer mal wieder an die frische Luft beziehungsweise lüften Sie gut durch.

Medikamente und Hausmittel: Was hilft, wenn die Erkältung schon ausgebrochen ist?

Ist die Erkältung erst in vollem Gange, lassen sich lediglich die Symptome wie Schnupfen, Halsweh oder Husten bekämpfen.

  • Bei Schnupfen haben sich Nasensprays und -tropfen mit abschwellenden Wirkstoffen bewährt: Dadurch fällt das Atmen leichter und die Schleimhäute werden besser belüftet, was Entzündungen, etwa der Nasennebenhöhlen, vorbeugt. Jedoch sollten solche Nasensprays nicht länger als eine Woche zum Einsatz kommen, sonst verkehrt sich die positive Wirkung ins Gegenteil: Die Nasenschleimhäute trocknen aus, die Nase verstopft. Auch Nasenspülungen und Inhalationen lindern Schnupfen, machen die Nebenhöhlen frei und halten die Schleimhäute feucht.

  • Fieber ist eine sinnvolle Abwehrreaktion des Körpers und sollte daher nicht sofort unterdrückt werden. Hohes Fieber jedoch sollte mithilfe von rezeptfreien Medikamenten mit den Wirkstoffen Paracetamol, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (diese bei Kindern bitte nicht anwenden) gesenkt werden. Besonders wichtig bei Fieber: viel trinken, um Flüssigkeitsverluste auszugleichen. Als Hausmittel haben sich außerdem Wadenwickel bewährt. Bei einer Körpertemperatur ab 39,5 Grad Celsius oder wenn das Fieber länger als zwei Tage andauert, sollten Erwachsene aber einen Arzt aufsuchen. Bei Kindern wird bereits ab 38,5 Grad Celsius dazu geraten.

  • Kopf- und Gliederschmerzen lassen sich mit Schmerzmitteln (auch hier kommen die Wirkstoffe Paracetamol, Ibuprofen und Acetylsalicylsäure zum Einsatz) abmildern. Ein Erkältungsbad wirkt vor allem bei einem beginnenden grippalen Infekt wohltuend. Ein durch die Erkrankung stark geschwächter Körper wird dagegen durch die Hitze zusätzlich belastet. In solchen Fällen sollte man auf ein heißes Bad verzichten – von Saunabesuchen ganz zu schweigen.

  • Lutschtabletten mit schmerzlindernden Wirkstoffen gegen Halsweh entfalten ihren Effekt genau dort, wo er gebraucht wird. Eine gute Alternative sind Hausmittel wie Tee (zum Beispiel Kamille oder Salbei), Halswickel und selbst gemachte Gurgellösungen.

  • Husten lässt sich ebenfalls häufig durch Hausmittel eindämmen: Um den Hustenreiz zu lindern, empfehlen sich Bonbons, Tee, Inhalieren und ein Luftbefeuchter (alternativ einfach einen Wäscheständer mit feuchter Wäsche aufstellen). Der Einsatz von hustenstillenden Medikamenten kann ebenfalls sinnvoll sein, zum Beispiel, wenn man andernfalls um den wichtigen Schlaf gebracht wird. Allerdings handelt es sich auch beim Husten um einen wirksamen Selbstheilungsmechanismus des Körpers, um Schleim abzusondern, der Krankheitserregern einen Nährboden bietet.

Die besten Hausmittel gegen Erkältung

In der Apotheke gibt es Präparate, die gleich gegen mehrere Symptome einer Erkältung wirken, etwa gegen Schmerzen, Fieber und Schnupfen. Daneben ist es wichtig, dass sich Erkältete warm halten und viel trinken (am besten Kräutertee) sowie körperlich schonen. Ansonsten riskieren Sie gefährliche Komplikationen und Folgekrankheiten.

Wann Sie mit einer Erkältung zum Arzt sollten

Meist wird der Körper allein mit den Rhinoviren, die eine Erkältung auslösen, fertig. Bei einigen Menschen verläuft eine Erkältung aber ziemlich schwer. "Plötzliches hohes Fieber, starker Husten, heftiges Kopfweh, grüner oder gelber Schleim mit Kopfweh, schwere Abgeschlagenheit, starke Halsschmerzen – damit sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen", rät Mediziner Rauch.

Auch Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen, etwa COPD oder Asthma, reagieren meist heftig und sollten bei grippalen Infekten selbstverständlich in die Praxis kommen. Außerdem handelt es sich bei Symptomen wie plötzlichem Fieber und Kopf- oder Gliederschmerzen mitunter auch um eine Grippe, die einen besonders aggressiven Verlauf nehmen kann.

Überlebenszeit von Erkältungsviren

Hilfe aus der Apotheke

Hilfe aus der Apotheke bei Erkältung
Rezeptfreie Arzneimittel

Schon bei den ersten Symptomen einer Erkältung heißt es: Aktiv werden! In der Apotheke stehen rezeptfreie Arzneimittel zur Verfügung. mehr...

Hilfe aus der Apotheke bei Schnupfen
Erkältungsbeschwerden

Was tun gegen Schnupfen? In der Apotheke stehen rezeptfreie Mittel gegen Erkältungsbeschwerden zur Verfügung, die nicht nur die Nase befreien, sondern auch Kopf- und Gliederschmerzen lindern können. mehr...

Hilfe aus der Apotheke bei Halsschmerzen
Worauf kommt es an?

Eine effektive Halsschmerz-Therapie leistet mehr, als allein den Schmerz zu betäuben. Sie wirkt einer Ausbreitung der Infektion entgegen und unterstützt den Heilungsprozess. mehr...

Hilfe aus der Apotheke bei Kopf- und Gliederschmerzen
Erkältungsbeschwerden

Wenn bei einer Erkältung oder einem grippalen Infekt der Kopf und die Glieder schmerzen, ist zuverlässige Hilfe gefragt. Lesen Sie hier, was schnell gegen die typischen Erkältungsbeschwerden hilft. mehr...

Hilfe aus der Apotheke bei Fieber
Erkältungsbeschwerden

Fieber ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers bei Erkältung bzw. grippalem Infekt. Da Fieber den gesamten Organismus in Mitleidenschaft zieht und häufig auch mit Kopf- und Gliederschmerzen einhergeht,... mehr...

Hilfe aus der Apotheke bei Husten
Rezeptfreie Arzneimittel bei Erkältung

Die Wahl des Hustenmittels richtet sich danach, welche Hustenart vorliegt und behandelt werden muss. Handelt es sich um Reizhusten, ist ein Hustenstiller das Mittel der Wahl. mehr...

Hausmittel & Heiltees

Inhalieren mit Salz, Kamille und Co.: Darauf kommt es an
Beliebtes Hausmittel bei Erkältung

Spezielle Zusätze machen das Inhalieren besonders wirksam. Erfahren Sie hier, welche Öle und Kräuter Linderung bringen mehr...

Erkältungsbad: Die häufigsten Fragen
Zusätze mit Öl und Tee selber machen

Wie man ein Erkältungsbad selber machen kann und was in der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Babys zu beachten ist: Die wichtigsten Infos mehr...

Erkältungstee selber machen – mit diesen Rezepten
Holunder oder Lindenblüte

Erkältungen und grippale Infekte zählen zu den häufigsten Krankheiten in den Wintermonaten. Schweißtreibende Maßnahmen, etwa das Trinken von Tees, gehören zu den bewährtesten naturheilkundlichen... mehr...

Nasendusche bei Nebenhöhlenentzündung und Pollenallergie
Das Hausmittel richtig anwenden

Die Nasendusche oder Nasenspülung ist eine sehr wirksame Methode, um eine akute Infektion der Nasennebenhöhlen zu lindern. Aber Vorsicht: Dauerhafte Nasenspülungen können die natürliche Immunabwehr zerstören. mehr...