Pflanzenstoffe lindern Insulinresistenz

Flavonoide im Essen: So gut schmeckt Diabetesschutz

Bestimmte Nahrungsmittel können das Diabetesrisiko senken. Dazu gehören Tee, Schokolade und Beerenobst – allesamt Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Flavonoiden. Die gesunden Pflanzenstoffe können demnach den Blutzuckerspiegel sowie das Maß der Insulinresistenz senken. Und das ist nicht der einzige Vorteil, den viele Flavonoide in der Ernährung bieten.

Heidelbeeren
Blaubeeren, Himbeeren und Brombeeren enthalten reichlich Anthocyane.
© iStock.com/BrianAJackson

Lebensmittel mit einer hohen Konzentration an Flavonoiden können das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, deutlich herabsetzen. Zu diesem Schluss kommen englische Forscher um die Ernährungswissenschaftlerin Aedin Cassidy. "Unsere Studie konzentriert sich auf die positive Wirkung bestimmter Flavonoide", sagt sie. Dazu gehörten die blau-rot gefärbten Anthocyane in Beeren und Wein, aber auch Flavone, wie sie zum Beispiel in Sellerie, Petersilie und Thymian stecken, erklärt die Studienautorin.

"Unsere Studie ist eine der ersten großen zum Thema, wie diese bioaktiven Substanzen das Diabetesrisiko senken können", sagt Cassidy. Sie und ihr Team untersuchten Blutproben von knapp 2.000 britischen Frauen auf Entzündungsmarker und prüften, wie gut die Regulierung des Blutzuckerspiegels bei den Probandinnen funktionierte. Die Insulinresistenz berechneten die Forscher aus Nüchternblutzucker und Nüchterninsulin. Über ihre Ernährungsgewohnheiten gaben die Frauen in einem umfangreichen Fragebogen Auskunft.

Antioxidantien satt: Diese Lebensmittel schützen vor Krebs

Sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide schützen vor Diabetes

Wie sich zeigte, entwickelten Teilnehmerinnen, die mit der täglichen Ernährung viele Flavonoide aufnahmen, seltener eine Insulinresistenz, wie sie für Diabetes typisch ist. Speziell Anthocyane hatten darüber hinaus noch einen Vorteil: Sie schmälerten das Risiko für chronische Entzündungsprozesse, die bei der Entstehung von Krebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten mitmischen.

Kein Freifahrtschein für Schokofans mit Diabetes

Professor Tim Spector, der ebenfalls an der Studie beteiligt war, zeigte sich angesichts der "aufregenden Ergebnisse" zuversichtlich: "Sie zeigen, dass auch Inhaltsstoffe von Lebensmitteln, die wir für ungesund halten – zum Beispiel Wein oder Schokolade – einen gesundheitlichen Nutzen haben könnten", sagt er. Allerdings müssten die Ergebnisse noch gründlich überprüft werden, bevor die Forscher eine generelle Empfehlung aussprechen wollen.

Ein Freibrief für Diabetiker, häufiger zur Zuckerbombe Schokolade zu greifen, ist die Studie deshalb nicht – zumal gesunde Pflanzenstoffe vor allem in Bitterschokolade hochkonzentriert sind. "Zudem wissen wir noch nicht, ab welcher Menge die Flavonoide ihren Diabetesschutz entfalten", gibt Cassidy zu bedenken.

Flavonoide bewahren das Erbgut vor Schäden

Flavonoide gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und umfassen neben den Anthocyanen und Flavonen zahlreiche weitere Untergruppen wie Isoflavone und Chalkone. Im Laborversuch zeigen Flavonoide antioxidative Wirkung, das heißt sie haben die Fähigkeit, Schäden vom Erbgut und anderen Molekülen abzuwehren und so unter Umständen die Entstehung von Krebs zu verhindern. Tiere können keine Flavonoide bilden, im Pflanzenreich sind sie dagegen vom Apfel bis zur Zwiebel fast überall zu finden.

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