Zu viel Zucker im Blut

Hyperglykämie: Symptome erkennen und richtig handeln

Bauchschmerzen, Leistungsschwäche oder Sehstörungen können Symptome für eine Hyperglykämie sein. Häufig tritt sie bei Diabetes mellitus auf. Da sich die Beschwerden schleichend entwickeln, übersehen viele Betroffene den Ernst der Lage. Lesen Sie hier, wie Sie eine Überzuckerung erkennen.

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Hyperglykämie: Eine Überzuckerung macht sich erst nach einiger Zeit bemerkbar, achtet man auf die typischen Symptome, kommt man ihr schnell auf die Spur.
© iStock.com/kiko_jimenez

Bei einer Hyperglykämie (Überzuckerung) ist der Blutzuckerspiegel erhöht. Anders als die Hypoglykämie (Unterzuckerung) entwickelt sich eine diabetische Überzuckerung schleichend über mehrere Stunden bis Tage. Dadurch wird der starke Anstieg zunächst häufig nicht wahrgenommen, sondern erst, wenn sich die Blutzuckerwerte wieder normalisiert haben.

Unterzuckerung

< 70 mg/dl (< 3,9 mmol/l)

Normalbereich

Vor dem Essen: 60-100 mg/dl (3,3-5,5 mmol/l)

Nach dem Essen: 90-140 mg/dl (5,0-7,8 mmol/l)

Überzuckerung > 160 mg/dl (8,8 mmol/l)

Tabelle: Richtwerte für den Blutzuckerspiegel, nach denen man zwischen einer Hypoglykämie, dem Normalwert und einer Hyperglykämie unterscheiden kann.

Mögliche Auslöser einer Überzuckerung

Eine Hyperglykämie kann bei vielen verschiedenen Krankheiten auftreten. Dazu zählen unter anderem Infekte, eine Schilddrüsenüberfunktion, ein akuter Herzinfarkt oder eine Kohlenmonoxidvergiftung. Die häufigste Ursache für eine Überzuckerung ist jedoch ein Diabetes mellitus. Mögliche Auslöser in diesem Zusammenhang sind:

  • Aufregung (körperlicher oder seelischer Stress)
  • Ernährung (zu viel oder falsch gegessen)
  • mangelnde Bewegung
  • Medikamenten-Einnahmefehler
  • Schock
  • Spritzfehler (zu wenig Insulin gespritzt)
  • Wechselwirkung mit anderen Medikamenten
  • Übelkeit und Erbrechen
Bei diesen Symptomen zum Arzt!

Lifeline/Wochit

Symptome einer Hyperglykämie

Sie werden nicht immer sofort bemerkt, doch es gibt typische Symptome, die auf eine Überzuckerung hindeuten:

  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Gewichtsverlust
  • Ketoazidose: Acetongeruch in der Atemluft (Geruch nach Nagellackentferner oder faulem Obst)
  • Müdigkeit, im Extremfall Bewusstlosigkeit
  • Schnappatmung
  • Sehstörungen
  • vermehrter Durst
  • vermehrtes Wasserlassen
  • Übelkeit

Eine Ketoazidose betrifft häufig Typ-1-Diabetiker – charakteristisch ist ein Acetongeruch beim Ausatmen. Dieser Geruch stammt von Ketonkörpern, die sich bei einem sehr hohen Blutzucker bilden. Dem Körper fehlt bei einer Überzuckerung eine entsprechende Menge Insulin, um den Zucker aus der Blutbahn in die Zellen zu transportieren. Zum Ausgleich des dadurch entstandenen Energiemangels wird vorrangig Fett verstoffwechselt, wobei freie Fettsäuren entstehen. Diese können jedoch nicht vollständig in Energie umgewandelt werden, sodass der nicht verwertbare Teil zu Ketonkörpern abgebaut wird. Sie machen sich dann beim Ausatmen mit einem typischen Geruch nach faulem Obst oder Nagellackentferner bemerkbar.

In der Regel muss unverzüglich ein Arzt oder Notarzt gerufen werden. Als erste Gegenmaßnahme sollte viel Mineralwasser getrunken werden, um die Zuckerkonzentration im Blut zu verdünnen.

Hyperglykämische Notfälle

Es gibt zwei schwere Diabetes-Komplikationen, die auf einer Entgleisung des Blutzuckers (600-1.000 mg/dl) beruhen.

  • Beim Typ-1-Diabetes handelt es sich um das diabetische Koma mit tiefer Bewusstlosigkeit, das sich aus einer unbehandelten Ketoazidose entwickeln kann.

  • Eine schwere Stoffwechsel-Entgleisung beim Typ-2-Diabetes ist dagegen das hyperosmolare Koma. In der Folge droht hier eine Entwässerung, die vor allem bei älteren Menschen extreme Formen annehmen kann.

Langzeitschäden durch dauerhaft hohen Blutzucker

Nicht nur die akute Überzuckerung, sondern auch langfristig erhöhte Blutzuckerspiegel haben Folgen: So können verschiedene Organe in ihrer Funktion gestört oder eingeschränkt sein – darunter die Augen, Nieren, Nerven und das Herz-Kreislaufsystem. Beispielsweise bilden sich Schäden an der Netzhaut des Auges bis hin zum Erblinden, ein diabetischer Fuß, Schlaganfall oder Herzinfarkt oder es kommt zum Nierenversagen. Außerdem können Wundheilungsstörungen und Infektionen begünstigt werden. Um diesen schwerwiegenden Komplikationen vorzubeugen, ist eine gute und vor allem dauerhafte Einstellung des Blutzuckers erforderlich.

Diabetes und Autofahren: Gefahrenquelle Hyperglykämie?

Während sich eine Unterzuckerung nachweislich negativ auf die Fahrsicherheit von Menschen mit Diabetes auswirken kann, gilt dies nicht für die Überzuckerung. Anders sieht es bei einer diabetischen Ketoazidose aus: Hier kann es zu Benommenheit oder Bewusstseinsstörungen kommen, welche die Fahrsicherheit stark zu beeinträchtigen vermag. Allerdings kann auch eine schnelle Blutzuckersenkung bei Hyperglykämie die Sehkraft verschlechtern. In diesem Fall sollte das Auto besser stehen bleiben.

Hinweis: Lassen Sie sich zum richtigen Verhalten bei einer Überzuckerung ausführlich von Ihrem behandelnden Arzt beraten!

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