Folgeerkrankungen von Diabetes

Das diabetische Fußsyndrom

Das diabetische Fußsyndrom ist Grund für mehr als 30.000 Amputationen pro Jahr in Deutschland. Tatsächlich ist der „diabetische Fuß“ eine sehr gefürchtete Folgeerkrankung von Diabetes mellitus – auch wenn es heute gute Möglichkeiten zur Vorbeugung und Behandlung gibt.

Das diabetische Fußsyndrom
Trockene, rissige Füße können ein erstes Alarmsignal sein.
(c) Getty Images/iStockphoto

Das diabetische Fußsyndrom ist primär Folge einer Nervenschädigung (diabetische Neuropathie) an Füßen und Beinen, die sich als Folge eines unzureichend eingestellten Blutzuckerspiegels bei Diabetes einstellen kann. Häufig spielen auch Durchblutungsstörungen eine wichtige Rolle.

In der Folge der Nervenschädigung kommt es auf lange Sicht zu einer zunehmenden Gefühlslosigkeit in den Beinen, so dass Schmerzen nicht wahrgenommen werden. So können sich unbemerkte Verletzungen weiter ausbreiten und ggf. sogar infizieren – schlecht heilende Wunden und Druckgeschwüre können die Folge sein, die im schlimmsten Falle eine Amputation zur Folge haben können.

Umso wichtiger ist es, die ersten Symptome einer beginnenden Neuropathie zu erkennen und auch dem Thema Fußpflege im Alltag ausreichend Beachtung zu schenken. Wichtig sind auch regelmäßige Kontrolluntersuchungen mindestens einmal pro Jahr bzw. immer auch bei möglichen Veränderungen der Füße. Es gilt: Je früher, desto besser!

Diabetisches Fußsyndrom: Symptome

 Zu den Symptomen eines diabetischen Fußsyndroms zählen:

  • Verminderte Schmerz- und Temperaturwahrnehmung an den Füßen (häufig unbemerkt)
  • Taubheitsgefühl oder auch Schmerzen (stechend, brennend)
  • Erhöhte Sensibilität
  • Ameisenlaufen“, d.h. Kribbeln an Füßen/ Beinen
  • Trockene Haut
  • Fehlende Schweißbildung
  • Verformungen der Zehen (Krallenzehen/ Hammerzeh)
  • Gehunsicherheiten
  • Druckstellen
  • Schlecht heilende Wunden
  • Blasenbildung

Wichtig: Sollten Sie erste Symptome eines diabetischen Fußsyndroms bemerken, ist ein Arztbesuch dringend anzuraten.

Diabetisches Fußsyndrom: Behandlungsmöglichkeiten

Für die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms sind in der Regel Spezialisten zuständig – häufig läuft die Therapie interdisziplinär ab (verschiedene Experten wie z.B. Podologen und Gefäßspezialisten arbeiten also Hand in Hand).

Hier die wichtigsten Therapiemaßnahmen im Überblick:

  • Verbesserung der Blutzuckereinstellung (z.B. Umstieg von Tabletten auf Insulin, Anpassung der Insulintherapie etc.)
  • Professionelle Wundbehandlung (teils mittels Verbänden, teils chirurgisch)
  • Symptomlinderung durch geeignete Medikamente
  • Antibiotika-Gabe bei Infektionen
  • Verbesserung der Wundheilung mittels Druckentlastung (z.B. durch Bettruhe, Gehhilfen oder auch vorübergehendem Rollstuhl-Einsatz)
  • Ggf. Operation (z.B. zur Gelenkversteifung, Entfernung von Infektionen)

Eine Amputation ist nicht die logische Konsequenz beim diabetischen Fußsyndrom. Sie ist in der Regel nur dann nötig, wenn die Durchblutung dauerhaft und irreversibel gestört ist bzw.  wenn eine Infektion nicht in den Griff bekommen wird. In manchen Fällen erfordert auch eine extrem ausgebildete Fehlstellung eine Amputation. Wichtig zu wissen: Die Amputation beschränkt sich in der Regel auf den Zehenbereich bzw. den Mittelfuß und kann bei entsprechender Vorsorge häufig vermieden werden.

Dem diabetischen Fuß vorbeugen

Es gibt gute Möglichkeiten, dem diabetischen Fuß vorzubeugen. Zum einen ist natürlich eine optimale Einstellung des Blutzuckers wichtig. Doch auch die richtige Pflege und regelmäßige Kontrolle der Füße ist unerlässlich.

In speziellen Diabetiker-Schulungen lernen Patienten, worauf es in Sachen gesunde Füße ankommt.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 30. Januar 2012
Quellen: DVGE Verlag für Gesundheit und Ernährung Andreae, Susanne / Berg, Melanie (2008): Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen. Georg Thieme Verlag. Bopp, Annette (2007): Diabetes. Früh erkennen. Richtig behandeln. Besser leben. Stiftung Warentest. Dr. Hofbeck, M., Illig, U.; Klähn, R.: Brockhaus Gesundheit. Güterlsoh/ München, 2010 Münch, G.; Reitz, J.: Grundlagen der Krankheitslehre. Hamburg Riedl, Dr. Matthias (2006): 300 Fragen zum Diabetes. Der große GU Kompass. GU.

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