Andere Erkrankungen

Weitere Diabetesformen

Was noch hinter einem zu hohen Blutzuckerspiegel stecken kann

Wer von Diabetes spricht, meint in der Regel den Typ-2 Diabetes, oft auch den Typ-1 Diabetes. Darüber hinaus gibt es seltene, spezifische Formen, die aufgrund anderer Erkrankungen auftreten oder genetisch bedingt sind.

Weitere Diabetesformen
Verschiedene Krankheiten können dafür sorgen, dass der Blutzuckerspiegel aus dem Gleichgewicht gerät.
(c) Stockbyte

Eine ganze Reihe von Krankheiten oder genetischen Störungen kann dazu führen, dass das Verhältnis von blutzuckersteigernden zu blutzuckersenkenden Hormonen aus dem Gleichgewicht gerät und der Glukosewert im Blutplasma ansteigt. Diese besonderen Formen des Diabetes machen allerdings weniger als fünf Prozent aller Diabeteserkrankungen aus. Sie sind also im Vergleich zum häufigen Typ-2-Diabetes, bei dem primär das Ansprechen auf Insulin reduziert ist, und dem Typ-1-Diabetes, bei dem eine Störung der Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse vorliegt, selten. Diabetes-Formen, die aufgrund anderer Erkrankung auftreten, werden auch als sekundärer Diabetes bezeichnet. Dazu zählen neben Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse sogenannte Endokrinopathien, also Krankheiten, bei denen die hormonbildenden Drüsen zu viel oder zu wenig Hormon produzieren, wie es bei der Akromegalie, beim Morbus Cushing oder dem Phäochromozytom der Fall ist, sowie durch Medikamente ausgelöste Störungen des Blutzuckerspiegels.

Diabetes als Folge von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen

In weniger als einem Prozent aller Diabetesfälle gehen die anderen Formen des Diabetes auf eine Schädigung der Bauchspeicheldrüse zurück. Bei einer akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) steigt der Blutzuckerspiegel bei der Hälfte bis zwei Drittel der Betroffenen vorübergehend auf Blutzuckerwerte über der Norm an (Hyperglykämie). Die Glukosekonzentration im Blutplasma liegt zu einem beliebigen Zeitpunkt über 200 Milligramm pro Zehntelliter (mg/dl), nüchtern bei über 126 mg/dl oder zwei Stunden nach der Gabe einer Lösung mit 75 mg Zucker bei mindestens 200 mg/dl. Bei etwa 15 Prozent der Patienten mit akuter Pankreatitis normalisiert sich der Blutzuckerwert nach Abklingen der Entzündung nicht mehr, sie haben dann einen Diabetes mellitus. Besteht eine anhaltende Bauchspeicheldrüsenentzündung (chronische Pankreatitis), gerät der Zuckerstoffwechsel bei knapp der Hälfte der Betroffenen aus dem Gleichgewicht, sie entwickeln einen Diabetes. Ursache einer akuten oder chronischen Pankreatitis sind in der Mehrzahl der Fälle übermäßiger Alkoholgenuss oder Gallensteine.

Neben einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann zudem ein Bauchspeicheldrüsenkrebs für die Entgleisung des Blutzuckerspiegels verantwortlich sein. Auch ein anderer Tumor, der als Glukagonom bezeichnet wird, kann hinter diesen Formen des Diabetes mellitus stecken. In diesem Fall kommt es durch eine meist bösartig verlaufende Tumorerkrankung der glukagonbildenden Zellen in der Leber zu einer diabetischen Stoffwechsellage.

Formen des Diabetes insipidus

Diese besonderen Formen des Diabetes gehen meist auf eine Tumorerkrankung des Hypothalamus oder der Hypophyse, auf akute Verletzungen beziehungsweise Blutungen oder Infekte des Gehirns zurück. Der renal oder nephrogene Diabetes insipidus wird durch eine chronische Nierenerkrankung, lange Zeit bestehende Elektrolytstörungen, wie einen zu geringen Kaliumgehalt oder zu hohen Kalziumgehalt des Urins, oder Medikamente bedingt. Manchmal sind auch genetische Faktoren verantwortlich. Ein Diabetes insipidus äußert sich durch plötzlich einsetzenden übersteigerten Durst und Harndrang. Typischerweise treten diese Symptome auch nachts auf. Wenn genügend getrunken wird, besteht keine Gefahr. Ist dies nicht der Fall, kann es zu einem bedrohlichen Wassermangel (Dehydratation) kommen.

Zehn Tipps, um Diabetes vorzubeugen
Haben Sie eine Frage?

Sie möchten Informationen zu bestimmten Krankheitssymptomen oder wollen medizinischen Rat? Hier können Sie Ihre Fragen an unsere Experten oder andere Lifeline-Nutzer stellen!

Meistgeklickt zum Thema
Schwangerschaftsdiabetes: Blutzucker außer Kontrolle
Meist eine vorübergehende Erscheinung

Schwangerschaftsdiabetes kann später zu Diabetes Typ 2 führen mehr...

Typ-2-Diabetes
„Altersdiabetes“ – Folge unseres westlichen Lebensstils

Typ-2-Diabetes wurde früher auch als Altersdiabetes bezeichnet mehr...

Typ-1-Diabetes
„Juveniler Diabetes“ – eine Autoimmunerkrankung

Typ-1-Diabetes wurde früher auch als Jugenddiabetes bezeichnet, da er vornehmlich bei Kindern und Jugendlichen beobachtet wurde. Heute weiß man allerdings, dass sich diese seltenere Diabetesform auch bei... mehr...

Wie gut ist Ihr Medizinwissen?
Quizfrage: Was heißt Diabetes mellitus wörtlich übersetzt?
Experten-Foren

Mit Medizinern und anderen Experten online diskutieren.

Forum wählen
Unsere Empfehlung
  • Gürtelrose (Herpes zoster): Ursache, Symptome und BehandlungGürtelrose

    Gürtelrose ist mehr als Herpes – oft bleiben danach chronische Schmerzen! mehr...

  • Drehen Sie das Glücksrad!Drehen Sie das Glücksrad!

    Vielleicht ist das Glück heute auf Ihrer Seite. Mit der Teilnahme an unseren interaktiven Gewinnspielen haben Sie die Chance auf hochwertige Preise. mehr...

Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Symptome der Diabetes-Formen
  • Typ-1-Diabetes: SymptomeTyp-1-Diabetes

    Ständiger Durst, häufiger Harndrang sowie Müdigkeit oder Juckreiz - die Symptome bei Typ-1-Diabetes sind meist deutlich ausgeprägt mehr...

  • Typ-2-Diabetes: SymptomeTyp-2-Diabetes

    Typ-2-Diabetes verläuft häufig über lange Zeit hinweg symptomlos und wird häufig durch Zufall bei einer Untersuchung entdeckt mehr...

  • LADA: SymptomeLADA

    Beim sogenannten LADA können Diabetes-typische Symptome auftreten, müssen aber nicht mehr...

Newsletter-Leser wissen mehr über Gesundheit

Aktuelle Themen rund um Ihre Gesundheit kostenlos per Mail.

Abonnieren
Diabetes: Wie hoch ist mein Risiko?

Wie hoch ist mein Diabetes-Risiko?

mehr...

Zum Seitenanfang