Unverbindlicher Sex und Psyche

Vom One-Night-Stand in die Depression?

Sex ohne jegliche Verpflichtung klingt wie ein Traum für viele Männer und Frauen. Allerdings könnte das unverbindliche Abenteuer eine unangenehme Nebenwirkung haben und das Auftreten von Depressionen sowie Angststörungen fördern.

one night stand
Plädoyer für die feste Beziehung? Schneller, unkomplizierter Sex steht im Verdacht, Depressionen zu fördern.

Junge Leute, die unverbindlichen Sex haben, leiden häufiger an psychischen Erkrankungen wie Angststörung und Depression. Das ergab eine Studie, für die verschiedene US-Unis zusammenarbeiteten, unter anderem die staatliche Universität von Kalifornien. Der Zusammenhang gilt demnach für beide Geschlechter. Die Untersuchung stützte sich auf die Befragung von fast 4.000 heterosexuellen College-Studenten.

Im Schnitt elf Prozent von ihnen – 19 Prozent der Männer, sieben Prozent der Frauen hatten in den vier Wochen zuvor ein solches Techtelmechtel. Dabei definierten die Forscher One-Night-Stand als Sex mit einem Partner, den die Probanden vorher noch keine Woche lang kannten. Das heißt, ein zwangloses Verhältnis unter Freunden („mit gewissen Vorzügen“) nahmen sie ausdrücklich davon aus.

Rastlosen Geist mit One-Night-Stands betäuben?

Von den umtriebigen College-Studenten gaben zugleich signifikant mehr an, an Depressionen oder Angstzuständen zu leiden oder generell unzufrieden zu sein. Allerdings konnte die Studie nicht klären, was hierbei Ursache und Wirkung ist: Es könnte also auch sein, dass junge Menschen mit psychischen Problemen sich häufiger in ein Bettabenteuer stürzen – auch wenn es unter Umständen das Risiko birgt, sich eine sexuell übertragbare Krankheit einzufangen.

Allerdings haben schon frühere Studien gezeigt, dass die schnelle, unverbindliche Nummer mit einem geringeren Selbstwertgefühl einhergehen kann. Gerade Frauen scheinen in Gefahr, den Sex hinterher zu bereuen oder sich schuldig zu fühlen – womöglich wegen anerzogener Werte. Eine andere Untersuchung brachte ans Licht, dass Kifferinnen an der Uni häufiger den Sexualpartner wechseln als junge Frauen, die kein Marihuana rauchen. Erschienen sind die Ergebnisse im „Journal of Sex Research“.

Die zehn schlimmsten Sexbremsen

Autor:
Letzte Aktualisierung: 09. Januar 2014
Quellen: Studie über unverbindlichen Sex und psychische Probleme (Volltext): http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/00224499.2013.772088

Beitrag zum Thema aus der Community
  • Expertenrat Wechseljahre
    Depressionen von WJ?
    18.01.2012 | 10:58 Uhr

    Guten Abend, Frau Dr. Grüne, ich habe schon jahrzehntelang Depressionen und bin mit...   mehr...

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