Aufguss wirksam gegen Depressionen?

Kaffee halbiert die Suizidrate

Erwachsene, die täglich zwei bis drei Tassen Kaffee trinken, haben ein geringeres Depressionsrisiko

Studien zeigen, dass Kaffee Depressionen und Selbstmord verhindern kann. Von den vielen Inhaltsstoffen der Bohne soll der bekannteste für diesen Effekt verantwortlich zeichnen – das Koffein.

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Kaffee gilt gemeinhin als gesunder Muntermacher mit vielen Antioxidantien. Das Heißgetränk kann sogar Depressionen abmildern.
iStockphoto

Mehrere Tassen Kaffee am Tag scheinen das Risiko, an Depressionen zu erkranken oder sich gar das Leben zu nehmen, drastisch zu senken. Das ist das Ergebnis einer Meta-Studie der Harvard School of Public Health in Boston. Dafür fassten die Forscher drei große, bestehende Untersuchungen zusammen: die Health Professionals Follow-up Study HPFS sowie zwei große Studien mit Krankenschwestern, die NHS und NHS II.

Insgesamt stützten sich die Wissenschaftler um Michel Lucas damit auf Daten von weit über 200.000 US-Amerikanern, von denen etwa 160.000 Frauen waren. Alle Studien liefen über etwa 20 Jahre, über ihren Kaffeekonsum gaben die Teilnehmer alle vier Jahre Auskunft. Wie sich herausstellte, nahmen sich von den Kaffeetrinkern nur halb so viele das Leben wie von den Kaffee-Abstinenzlern oder Liebhabern von entkoffeiniertem Kaffee. Dieser Zusammenhang trifft auf Männer genau wie auf Frauen zu.

Koffein als sanftes Antidepressivum

Aus den Fragebögen war auch ersichtlich, dass für die Teilnehmer Kaffee die Haupt-Koffeinquelle war, das Aufgussgetränk stellte jeweils einen Anteil von etwa 75 Prozent. Die Harvard-Forscher gehen davon aus, dass das enthaltene Koffein als mildes Antidepressivum wirkt und im Gehirn die vermehrte Ausschüttung von Serotonin, Dopamin und Noradrenalin anregt. Die Wirkung auf die Neurotransmitter könnte erklären, dass frühere Untersuchungen Kaffeekonsum mit einem geringeren Risiko für eine Depression in Zusammenhang brachten.

Mehr als zwei oder drei Tassen – das entspricht rund 400 Milligramm Koffein pro Tag – scheinen der aktuellen Studie zufolge nicht nötig, um diese positive Nebenwirkung zu erzielen. In einer älteren Erhebung kamen Wissenschaftler aber zu dem Schluss, dass sie für Vieltrinker (über vier Tassen) noch ein bisschen stärker ausfällt.

Übermäßig viel Kaffee scheint Effekt umzukehren

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Trotzdem raten die Forscher Depressiven nicht dazu, wegen ihrer Ergebnisse mehr Kaffee zu trinken. „Die meisten Menschen passen ihren Kaffeekonsum so an, dass er für sie optimal ist“, schreiben die Forscher im "World Journal of Biological Psychiatry". Ihn kurzerhand zu erhöhen, bringe unerwünschte Nebenwirkungen mit sich. Außerdem könnte für „Kaffeejunkies“ der Nutzen ins Gegenteil umschlagen: Finnische Forscher stellten fest, dass acht oder neun Tassen Kaffee am Tag das Risiko für den Freitod wieder ansteigen lassen.

Zahlreiche Untersuchungen schreiben dem Kaffee eine gesundheitsfördernde Wirkung zu. So soll das Bohnengetränk, von dem die Deutschen pro Jahr und Nase 150 Liter in sich hineinschütten, das Schlaganfallrisiko senken, gegen Kopfschmerzen helfen, Alzheimer vorbeugen, die Leber gesund erhalten, vor Gallensteinen schützen und die Schmerzempfindlichkeit herabsetzen. Brasilianische Forscher verkündeten 2007 gar, dass Kaffee die Zeugungskraft erhöhe.

So gesund ist Kaffee

Autor:
Letzte Aktualisierung: 02. August 2013
Quellen: Mitteilung der Harvard School of Public Health: http://www.hsph.harvard.edu/news/features/drinking-coffee-may-reduce-risk-of-suicide-in-adults/

Beitrag zum Thema aus der Community
  • Expertenrat Kinderwunsch
    Kaffee
    31.08.2011 | 08:08 Uhr

    Guten Tag! Ich habe eine nicht so wichtige Frage, trotzdem interessiert mich ihre Meinung...   mehr...

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