Erkrankung des Darms

Colitis ulcerosa: Symptome und Tipps für die Ernährung

Unter dem Begriff Colitis ulcerosa verstehen Ärzte eine chronische und in Schüben verlaufende Entzündung des Dickdarms. Sie verläuft in Schüben, Hauptsymptome sind blutiger Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber. Die richtige Ernährung kann Beschwerden in Schach halten.

Colitis ulcerosa
Kolikartige Bauchschmerzen sind ein typisches Symptom der Colitis ulcerosa.
Getty Images/BananaStock RF

Bei einer Colitis ulcerosa handelt es sich um eine chronische, das heißt immer wieder auftretende Dickdarmentzündung. Meist beginnt sie im Mastdarm und breitet sich unterschiedlich weit in den Dickdarm aus.

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Je nach Ausbreitungsgrad unterscheiden Fachleute verschiedene Formen der Entzündung des Dickdarms:

  • Proktitis: Nur der Mastdarm ist befallen.

  • Proktosigmoiditis: Der Mastdarm und der untere Teil des Dickdarms (Sigma) sind entzündet.

  • linksseitige Colitis: Es liegt eine Entzündung bis zur linken Krümmung (Flexur) des Dickdarms vor.

  • subtotale Colitis: Die Entzündung hat sich über die linke Flexur hinaus ausgedehnt.

  • Pankolitis oder totale Colitis: Die Entzündung betrifft den gesamten Dickdarm.

  • Backwash-Ileitis: Die Entzündung hat sich bis in die letzten Abschnitte des Dünndarms ausgebreitet (sehr selten).

Chronischer Colitis-Verlauf in Schüben ist typisch

Das Charakteristische an der Colitis ulcerosa ist ihr schubweiser Verlauf. In beschwerdefreien Phasen können die Betroffenen ein weitestgehend normales Alltagsleben führen. Ein akuter Schub schränkt das Leben aber stark ein, zwingt die Patienten zur Bettruhe oder macht eine Behandlung im Krankenhaus mit stationärer Aufnahme erforderlich.

Vor allem Erwachsene zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr sind von der Colitis ulcerosa betroffen. In Deutschland sind insgesamt mehr als 150.000 Personen daran erkrankt. Häufig wird die Colitis ulcerosa mit Morbus Crohn verwechselt. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Diese tritt allerdings überwiegend im Dünndarm auf und hat eine geschwürige Ausprägung.

Ursachen der Colitis ulcerosa

Die Ursachen für eine Colitis ulcerosa sind unbekannt. Ähnlich wie beim Morbus Crohn vermutet man als Auslöser eine genetisch bedingte, krankhafte Immunreaktion des Körpers gegen die Darmflora. Da die Colitis ulcerosa in den Industrieländern häufiger vorkommt als in weniger industrialisierten Ländern, nehmen Forscher außerdem an, dass verschiedene Umweltfaktoren wie Hygiene und Ernährung bei der Entstehung der Colitis ulcerosa eine Rolle spielen.

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Die Colitis ulcerosa ist nach heutigem Wissensstand nicht psychosomatisch bedingt. Stress und Belastungen können aber einen deutlich schwierigeren Verlauf der Krankheit verursachen und Schübe auslösen.

Symptome der Dickdarmentzündung

Bei einer Colitis ulcerosa sind die Symptome blutige Durchfälle, ein vermehrter Stuhldrang, nächtliche Stuhlinkontinenz und kolikartige Bauchschmerzen. In manchen Fällen tritt Fieber auf. Die Schwere der Symptome ist abhängig vom Grad der Erkrankung und davon, wie viele Anteile des Darms entzündet sind. So leiden die Betroffenen unter gelegentlichem Durchfall mit wenig Blut, wenn lediglich der Mastdarm betroffen ist. Ist daneben der Dickdarm entzündet, können die Durchfälle häufiger auftreten, meistens verbunden mit starken Schmerzen.

Je häufiger die blutigen Durchfälle durch Colitis ulcerosa auftreten, umso höher ist das Risiko, eine Blutarmut und eine krankhafte Ausweitung des Dickdarms (toxisches Megakolon) mit Darmlähmung zu erleiden.

Die Colitis ulcerosa verläuft schubweise. In den Zeiten zwischen den Schüben, die mehrere Monate und sogar Jahre umfassen können, sind viele Betroffene weitestgehend beschwerdefrei.

Diagnose der Colitis ulcerosa

Als ersten Schritt der Diagnose einer Colitis ulcerosa wird Ihr Arzt zunächst ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen (Anamnese). Wichtig sind dabei vor allem vorhandene Beschwerden, die Dauer dieser Beschwerden oder bestehende Erkrankungen.

Anschließend wird er Sie körperlich untersuchen und dabei den Bauchraum auf möglichen Druckschmerz abtasten, die Farbe von Haut und Schleimhäuten betrachten und den Enddarm mit dem Finger austasten. Eine Stuhlprobe dient dazu, eine bakterielle Infektion als Auslöser der Symptome auszuschließen. Anschließend oder parallel erfolgt eine Blutuntersuchung. Anhand der Blutwerte kann Ihr Arzt erkennen, wie stark die Entzündung ausgeprägt und wie hoch der Blutverlust ist.

Um die Diagnose zu bestätigen und die Art und Schwere der Entzündung zu bestimmen, wird eine Darmspiegelung (Koloskopie) vorgenommen, bei der gleichzeitig Gewebeproben der Darmschleimhaut (Biopsie) entnommen werden. Ergänzend wird eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) durchgeführt, um den Ort der Entzündung im Dickdarm auszumachen.

Um die Colitis ulcerosa von einem Morbus Crohn abzugrenzen, kann eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden, bei der sich eine mögliche Entzündung des Dünndarms feststellen lässt.

Therapie der Colitis ulcerosa

Eine Colitis ulcerosa kann nicht komplett geheilt werden. Mithilfe von Medikamenten können aber die Beschwerden gelindert und die Entzündung zum Abklingen gebracht werden. Welche Medikamente zur Colitis-Therapie eingesetzt werden, richtet sich nach der Schwere der Erkrankung.

Bei einem leichten bis mittelschweren Schub werden Medikamente mit dem Wirkstoff Mesalazin verabreicht, der die Entzündung hemmt und zudem das Darmkrebs-Risiko verringert. Mesalazin gilt als recht nebenwirkungsarm und kann auch rektal verabreicht werden (Zäpfchen, Klysmen oder Schaum). Es eignet sich zur Dauerbehandlung, um einen neuen Schub hinauszuzögern und einen beschwerdefreien Zustand zu erhalten (Erhaltungstherapie).

Schlägt eine Behandlung mit Mesalazin nicht an, werden kortisonhaltige Präparate (Glukokortikoide) verabreicht. Die Behandlung erfolgt lokal (also rektal) oder systemisch (oral oder intravenös). Glukokortikoide eignen sich nicht für eine Erhaltungstherapie.

Behandlung schwerer Colitis-Schübe

Bei sehr schweren Schüben der Colitis ulcerosa werden ergänzend oder anstatt der Glukokortikoide Präparate mit dem Wirkstoff Azathioprin eingesetzt. Azathioprin hemmt die Aktivität des Immunsystems. Es wirkt aber erst nach drei bis sechs Monaten regelmäßiger Einnahme.

Bei etwa drei von zehn Personen mit Colitis ulcerosa bleibt die medikamentöse Behandlung erfolglos. Dann kann es nötig sein, den gesamten Dickdarm zu entfernen. Im Anschluss daran wird aus dem Dünndarm eine Art künstlicher Enddarm aufgebaut, der die Funktion des entfernten Mastdarms übernimmt (ileoanale Pouch-Operation). Der Dünndarm wird dann an den Darmausgang angeschlossen.

Ernährung bei Colitis ulcerosa

Einer Colitis ulcerosa können Sie nicht gezielt vorbeugen, da die Ursachen nicht bekannt sind. Sie sollten aber auf eine ausgewogene Ernährung achten, um einen Nährstoffmangel zu verhindern. Welche Lebensmittel bei Colitis ulcerosa vertragen werden, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und lässt sich nicht pauschal sagen.

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Lifeline/Wochit

Generell haben sich in der Remissionsphase aber leicht verdauliche Ballaststoffe bewährt, wie sie in extrazarten Haferflocken und anderen feingemahlenen Vollkorngetreideprodukten vorkommen. Blähende Lebensmittel wie Kohl und Hülsenfrüchte werden oft schlechter vertragen als Gemüse wie Pastinaken, Möhren oder Zucchini. Fermentierte Milchprodukte wie Joghurt, Geflügel, Fisch und hochwertige Pflanzenöle gelten ebenfalls als bekömmlich.

Während eines Schubs gestaltet sich eine optimale Ernährung meist anders. Hier sollten Betroffene auf ballaststoffreiche Lebensmittel, Rohkost, unverdünnte Säfte und kohlensäurehaltige Getränke verzichten und auf fettarme Ernährung achten. Das Essen sollte weder zu sauer, zu scharf, zu heiß oder zu zuckerhaltig sein. In schweren Fällen sollten mitunter hochkalorische Trinknahrungen konsumiert werden, da sonst ein Nährstoffmangel droht.

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