Burnout-Kolumne (23)

Downshifting: Weniger arbeiten, mehr leben

Downshifting ist ein Gegenbegriff zum Burnout. Hierbei entscheidet sich der Einzelne bewusst dafür, weniger zu arbeiten und ausgeruhter durchs Leben zu gehen, um nicht auszubrennen.

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Ganz bewusst runterfahren, um einem Burnout zu entgehen - das ist Downshifting. Berufswechsel, reduzierte Arbeitszeit, Sabbatical oder Alters-Teilzeitmodelle bringen ein mehr an Leben.
Getty Images/Creatas RF

Wer sich für Downshifting entscheidet, nimmt in Kauf, die Karriereleiter nach unten zu klettern. Dafür geht es auf der Glücklich-Sein-Skala nach oben.

"Als ich 5 Jahre alt war, hat meine Mutter immer zu mir gesagt: "Glücklich sein ist der Schlüssel zum Leben". Als ich zur Schule ging, fragten sie mich, was ich später werden will, wenn ich groß bin. Ich schrieb "Glücklich sein". Sie sagten mir, dass ich die Aufgabe nicht verstanden habe. Darauf antwortete ich Ihnen, dass sie das Leben nicht verstanden haben." (John Lennon)

Downshifting = flexibel arbeiten

Downshifting hat ganz unterschiedliche Facetten. Einerseits kann es bedeuten, seinen Beruf komplett zu wechseln, alles hinzuschmeißen, um Platz für etwas Neues zu schaffen. Ein bekanntes Beispiel ist Angie Sebrich, Ex-Kommunikationschefin des Musiksenders MTV, die jetzt in Bayrischzell eine Jugendherberge leitet. Sie verdient natürlich nur ein Drittel ihres alten Gehaltes, lebt aber zufriedener. Andere berühmte Persönlichkeiten aus dem Profi-Sport oder in der Unterhaltungsbranche tauchen einfach für eine Weile unter oder verlängern die Kinderpause.

Downshifting kann einfach ein flexibleres Arbeitszeitmodell sein. Heute entscheidet sich die jüngere Generation immer öfter am Anfang ihrer Karriere für weniger Arbeitsstunden und eine Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Privatleben. Auch der Vorschlag von Familienministerin Manuela Schwesig für kürzere Arbeitszeiten für junge Eltern, geht in eine ähnliche Richtung. Modelle zur schrittweisen Reduzierung von Arbeitszeiten über Jahre hinweg vor dem Renteneintritt erleichtern den Übergang.

Burnout-Prävention mit Downshifting

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Ein ausgeruhter motivierter Mitarbeiter arbeitet wesentlich effizienter, als ein Workaholic, der im Burnout landet. Somit kann Downshifting Teil eines (pro-)aktiven betrieblichen Gesundheitsmanagements zur Gewährleistung einer gesunden Life-Balance sein. In vielen Betrieben werden die Ausfälle wegen psychischer Überlastung zu einem ernsthaften Problem. Und mindestens genau so viel Schaden entsteht durch die Mitarbeiter, die trotz ihrer gesundheitlichen Belastung weiter arbeiten, aber nicht mehr effizient sind. 

Vorausschauende Unternehmen investieren deshalb in psychische Prävention. Sie  nehmen die Stressbelastung ihrer Mitarbeiter ernst und reagieren flexibel darauf: mit angepassten Arbeitszeitmodelle, der Möglichkeit von unbezahlten Auszeiten und alternativen Karrierewegen. Sehr hilfreich ist es dabei, wenn Führungskräfte kompetent in Stress- und Gesundheitsfragen sind und so als Ansprechpartner für Belastungssituationen weiterhelfen können.

Diese Promis hatten Burnout

Autor:
Letzte Aktualisierung: 01. Juli 2014

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