Chemo- und Strahlentherapie

Haut und Haare während und nach der Brustkrebs-Behandlung

Leider haben einige der wichtigsten Krebstherapien auch negative Auswirkungen auf das Äußere. Bekanntestes Beispiel hierfür ist die Chemo Behandlung, bei der es vielfach zum vollständigen oder teilweisen Haarausfall kommt und auch die Hautzellen geschädigt werden. Die richtigen Vorbereitungen und eine gute Pflege helfen, dass Frisur und Haut trotzdem gut aussehen.

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Haut und Haare verändern sich
Getty Images/Hemera

Ein ansprechendes Äußeres ist für viele Frauen wichtig, gerade auch während und nach einer Krebstherapie. Es stärkt das Selbstbewusstsein, kann zu einer positiven Lebenseinstellung beitragen und damit letztlich die Genesung unterstützen. Am besten erreicht man dieses Ziel, wenn man die möglichen Risiken und Beeinträchtigungen, die von den einzelnen Therapien ausgehen, kennt und ihnen mit gezielten Maßnahmen entgegenwirkt.

Hauptproblem Haarausfall

Bei der Chemotherapie werden sogenannte Zytostatika eingesetzt. Das sind Substanzen, die Krebszellen abtöten. Leider schädigen diese aber auch andere, sich schnell teilende Zellen, z.B. die Zellen in den Haarwurzeln und der Haut. Je nach Art und Dosis der eingesetzten Zytostatika und persönlicher Veranlagung kann es früher oder später zum Haarausfall kommen, der bis zum völligen Haarverlust führen kann. Bei einer Strahlentherapie ist Haarausfall nicht die Regel, kann aber vorkommen, wenn im Kopfbereich mit hohen Strahlendosen gearbeitet werden muss.

Perücke ist Kassenleistung

Zwar ist der Verlust der Haare nur vorrübergehend, doch empfinden ihn viele Patientinnen als starke Beeinträchtigung. Viel gepriesene Mittel wie Kühlhauben, Shampoos oder bislang getestete Medikamente helfen leider nicht oder kaum in befriedigendem Maße. Die einfachste und schnellste Lösung ist eine passende Perücke. Diese wird im Rahmen einer Krebstherapie vollständig von den Kassen getragen und vom Friseur entsprechend dem Wunsch der Trägerin genau an den Typ angepasst. Damit man schon von Beginn an gegen den Haarausfall gewappnet ist und während der Therapie den Kopf frei hat, sollte man sich darum am besten schon vor der Behandlung kümmern.

Auch Schminkkurse gehören zur Krebstherapie

Trotz dieser Möglichkeit entscheiden sich heute aber auch viele Frauen für „oben ohne Haare oder für eine Lösung mal so und mal so. Tücher, Mützen und sogar Bemalungen des Kopfes sind hier sehr beliebt. Viel weniger toleriert werden hingegen im Rahmen der Chemotherapie ausgefallene Wimpern und Augenbrauen, die den Gesichtsausdruck erheblich verändern können. Dafür stehen Betroffenen kostenlose Schminkkurse zur Verfügung, in denen man das perfekte Kaschieren der fehlenden Gesichtshaare und das natürlich wirkende Schminken richtig erlernen kann. Angeboten werden sie inzwischen in vielen Kliniken und auch über Krebsberatungsstellen und Patienteninitiativen werden Kontakte zu Kursen vermittelt oder Kurse selbst offeriert.

Bei Chemotherapie: Hautinfektionsrisiko minimieren

Manchmal macht auch die Haut Probleme. Zwar haben moderne Begleitmedikamente und die Weiterentwicklung der verwendeten Zytostatika dazu geführt, dass infolge einer Chemotherapie nur noch selten oder in geringfügigem Maße Hautprobleme wie Infektionen, Entzündungen (z.B. der Schleimhaut im Mundbereich) oder Pigmentstörungen und Allergien auftreten. Bei einer hochdosierten Zytostatikabehandlung kann das Immunsystem jedoch vorübergehend „in die Knie gehen", was das Infektionsrisiko der Haut enorm erhöht und besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich macht. In diesen Fällen sollten Sie alles tun, um das Risiko einer Infektion durch eingeschleppte Keime so weit wie möglich zu minimieren, z.B. bei der täglichen Pflege Waschlappen und Handtücher jeweils nur einmal verwenden.

Strahlenbedingt geschädigte Hautpartien richtig pflegen

Auch bei der Strahlentherapie sind die beobachteten Hautbeeinträchtigungen stark zurückgegangen. Bleibebende Schäden wie geplatzte Äderchen, Pigmentflecke oder -störungen gibt es nur noch selten. Vielmehr stehen hier vorübergehende, sonnenbrandähnliche Erscheinungen, die innerhalb der ersten sechs Wochen nach Behandlungsbeginn auftreten können und sich nach der Therapie wieder zurückbilden, im Vordergrund. Wenn Sie solche Nebenwirkungen haben, sollten Sie alle mechanischen, chemischen und Temperaturreizungen der betroffenen Hautareale, z.B. scheuernde Kleidung, parfümierte, alkoholhaltige Wasch- und Pflegemittel, Kälte- und Wärmeeinwirkungen oder Sonneneinstrahlung, unbedingt vermeiden.

 

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