Atemtherapie, Bewegung & Co.

Nicht medikamentöse Behandlung bei Asthma

Bei der Behandlung des Asthmas steht die dauerhafte medikamentöse Therapie im Vordergrund. Doch der Patient kann mehr zu seinem Wohlbefinden beitragen, als seine Medikamente nur konsequent anzuwenden. Es empfiehlt sich, den Lebensstil so umzustellen, dass die individuellen Auslöser der Asthma-Anfälle gemieden werden. Auch spezielle Atem- und Stressbewältigungstechniken können helfen.

Nicht medikamentöse Behandlung bei Asthma
Eine Änderung des Lebensstils und das Erlernen von Entspannungs- und Atemtechniken hilft Asthmatikern.
(c) Thinkstock

Beim allergischen Asthma spielt neben der dauerhaften medikamentösen Mono- oder Kombinationstherapie die Allergenkarenz eine wichtige Rolle: Das heißt, der Betroffene sollte die Allergene meiden, die bei ihm einen Asthma-Anfall auslösen - etwa Tierhaare, Pflanzenpollen oder Milben. Daher sind die Erfahrung des Patienten, die er bereits mit seiner Erkrankung gesammelt hat, und sorgfältige Untersuchungen inklusive Allergie-Tests wichtig für die Therapie. Wenn der Patient die Faktoren kennt, die bei ihm zur Atemnot führen, kann er etwas dagegen unternehmen. Was er unternehmen kann, ist individuell verschieden. So kann es erforderlich sein, das Haustier abzuschaffen, den Haushalt umzustellen, um sich vor Hausstaubmilben zu schützen, oder den Pollenflug-Kalender im Alltag zu berücksichtigen. Häufig müssen die Patienten dafür ihren Lebensstil umstellen. Vereinzelt kann sogar ein Berufswechsel sinnvoll sein - beispielsweise bei schweren Fällen eines Bäcker-Asthmas.

Auch unspezifische Triggerfaktoren meiden!

Kommen beim allergischen Asthma unspezifische Anfalls-Auslöser hinzu oder hat der Patient eine nicht allergisch bedingte Form des Asthmas, kann er auch in diesem Fall versuchen, den Triggerfaktoren aus dem Weg zu gehen. So kann es beispielsweise sinnvoll sein, Kaltluft, Nebel und Staub zu meiden. Darüber hinaus sollten sowohl Asthmatiker als auch Mitbewohner oder Familienmitglieder aufs Rauchen verzichten - beispielsweise Eltern erkrankter Kinder. Beim Sport ist zwar Vorsicht geboten, doch ein Grund für einen völligen Verzicht ist das Asthma nicht. Im Gegenteil: Sport kann für Asthmatiker sinnvoll sein und Beschwerden lindern. Daher wird er in speziellen Asthma-Sportgruppen angeboten. Wie das Beispiel der erkrankten Weltklasseschwimmerin Sandra Völker zeigt, ist selbst Hochleistungssport dank moderner Medikamente und Therapiekonzepte trotz Asthma möglich.

Urlaubsort richtig wählen

In vielen Fällen kann auch ein Urlaub genutzt werden, um durchzuatmen und Krankheitsauslöser zu meiden. So enthält die rauhe Luft an der See und die Höhenluft in den Bergen weniger Allergene. Daher bessern sich hier oft die Beschwerden. Bei einer saisonalen Pollenallergie kann es hilfreich sein, die Urlaubszeit nach dem Pollenflugkalender zu richten - wenn Arbeitsplatz und/oder Schule es zulassen.

Robert-Koch-Institut empfiehlt Impfungen

Da Infektionen Asthma begünstigen können und umgekehrt die Überempfindlichkeit der Atemwege anfällig für Infektionserkrankungen macht, sollten diese möglichst vermieden werden. Aus diesem Grund empfiehlt das Robert-Koch-Institut Asthmatikern, sich gegen Pneumokokken und Grippe impfen zu lassen.

Viel trinken löst den Schleim

Leidet ein Patient unter zähem Bronchialschleim, den er nur sehr schwer abhusten kann, ist das beste Mittel viel trinken: 2-3 l pro Tag sollten es sein. Auch das Anfeuchten der Atemluft durch Inhalation von Wasser kann das Abhusten erleichtern. Außerdem gibt es spezielle Hustentechniken, die der Patient in entsprechenden Schulungen erlernen kann.

Entspannung wirkt auch auf die Lunge

Da auch Stress und Ängste Asthma fördern und Anfälle auslösen können, sollten Asthmatiker spezielle Entspannungstechniken erlernen. Auch eine psychosomatische Therapie ist unter Umständen sinnvoll. Für die Bewältigung der Erkrankung bieten Selbsthilfegruppen Unterstützung an.

Spezielle Techniken erleichtern den Umgang mit Anfällen

Schließlich ist es sehr wichtig, dass Asthmatiker spezielle Techniken erlernen, die beim akuten Anfall das Atmen erleichtern und eine Atemnot vermeiden. So verhindert die so genannte Lippenschürze Pressatmen und Hyperventilation und der Kutschersitz aktiviert Hilfsmuskeln, die das Atmen unterstützen.

Bei behinderter Nasenatmung können Operationen notwendig sein

Bei einigen Patienten tritt das Asthma zusammen mit Nasenpolypen auf. Die genauen Zusammenhänge sind noch nicht bekannt, doch Asthma scheint Entzündungen der oberen Atemwege zu begünstigen, was Wucherungen der Schleimhaut zur Folge haben kann. Der Patient hat dann zusätzlich zu seinen Asthma-Beschwerden auch Probleme mit der Nasenatmung. Darüber hinaus kann der Geruchssinn beeinträchtigt und die Infektionsanfälligkeit erhöht sein. Bei kleineren und mittleren Polypen wird der Arzt diese in der Regel mit einem Kortison-Spray behandeln. Sind die Polypen größer und zeigt die medikamentöse Therapie keinen ausreichenden Erfolg, können chirurgische Eingriffe notwendig sein. Auf das Asthma werden diese jedoch keinen wesentlichen Einfluss haben.

Asthma-Schulungen sehr empfehlenswert

Da die Eigenverantwortung und Selbstkontrolle des Patienten beim Asthma - ähnlich wie bei anderen chronischen Erkrankungen - eine wichtige Rolle spielt, werden spezielle Schulungen angeboten. Hier erlernen Betroffene Grundlagen der Erkrankung und der Therapie, den Umgang mit dem Peak-Flow-Meter, die Anpassung der Therapie, die Reaktion auf Notsituationen sowie die Atem- und Hustentechniken. Zudem erhalten sie weitere wichtige Informationen, mit deren Hilfe es ihnen gelingen wird, trotz Asthma ein weitgehend beschwerdefreies Leben zu führen.

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Letzte Aktualisierung: 19. Oktober 2010

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